Was isst man im Baskenland? Typische baskische Gerichte und Spezialitäten
Die baskische Küche gilt als eine der besten und innovativsten der Welt. Das Baskenland liegt im Nordosten Spaniens und im Südwesten Frankreichs. Die baskische Gastronomie setzt auf frische Zutaten aus der Region, präzise Kochtechniken und eine kreative Präsentation der Gerichte.

Die Grundlage der baskischen Küche sind Meeresfrüchte, vor allem Kabeljau, Sardellen und Muscheln. Auch Gemüse kommt reichlich auf den Tisch, etwa Paprika, Tomaten und Artischocken. Baskische Köche sind Meister in der Zubereitung von Fisch und Meeresfrüchten: Meist kommen sie auf den Grill oder werden nach der Methode "al pil-pil" zubereitet, bei der der Fisch im eigenen Saft mit Knoblauch und Chili gart.
Was man im Baskenland probiert
- Pintxos. Kleine Häppchen, auf einem Zahnstocher aufgespießt - die baskische Variante der Tapas.
- Bacalao al pil-pil. Kabeljau in einer Sauce aus Olivenöl und Knoblauch.
- Txakoli. Leicht perlender Weißwein, typisch für das Baskenland.
- Marmitako. Deftige Suppe aus Thunfisch, Kartoffeln, Paprika, Tomaten und Zwiebeln.
- Idiazabal. Baskischer Schafskäse mit geschützter Ursprungsbezeichnung.
- Txuletón. Dickes Rindersteak von einer baskischen Rinderrasse, über Holzkohle gegrillt.
- Gilda. Das berühmteste baskische Pintxo aus eingelegter Paprika, Olive und Sardelle.
- Piperrada. Baskische Beilage aus geschmorten Paprika, Zwiebeln und Tomaten.
- Kalimotxo. Rotwein mit Cola, der beliebte baskische Drink.
- Kokotxas. Traditionelles baskisches Fischgericht.
- Txangurro. Krabbe, mit Zwiebeln, Tomaten und Kräutern überbacken und oft im eigenen Panzer serviert.
- Pastel vasco. Süßer baskischer Kuchen mit Füllung.
- Porrusalda. Baskische Suppe aus Lauch und Kartoffeln.
- Txistorra. Baskische Wurst, ähnlich dem Chorizo, oft Teil der Pintxos.
- Gerezi beltza arno gorriakin. Kirschen in Rotwein, ein traditionelles baskisches Dessert.
- Talo. Dünnes Maisfladenbrot, ähnlich der Maistortilla.
- Patxaran. Schlehenlikör mit Anis, baskischer Name und navarresische Wiege.
- … und dazu 20 weitere spanische Gerichte aus der Liste: Was isst man in Spanien.

Die baskische Gastronomie hat der Welt mehrere gefeierte Köche geschenkt, die als Wegbereiter der modernen Küche gelten. Der bekannteste von ihnen ist Juan Mari Arzak, Küchenchef des Restaurants Arzak in San Sebastián, das drei Michelin-Sterne trägt.
Das Baskenland ist ein Mekka der Haute Cuisine und hat weltweit die höchste Dichte an Sternerestaurants pro Einwohner. Allein in San Sebastián, der kulinarischen Hauptstadt des Baskenlandes, sind 46 Restaurants im Guide Michelin gelistet, elf davon kommen zusammen auf 18 Michelin-Sterne.

Die baskische Küche hat sich ihren Ruf durch Qualität, Innovationsfreude und die Fähigkeit zu überraschen erarbeitet. Sie verbindet traditionelle Verfahren mit modernen Techniken und scheut sich nicht, mit neuen Zutaten und Aromen zu experimentieren.
Für mich isst man nirgendwo in Spanien so gut wie im Baskenland.
Lass es dir im Baskenland schmecken!
Txokos: geschlossene gastronomische Klubs im Baskenland
Das Txoko ist ein geschlossener baskischer Kochklub: ein Verein mit eigener Küche und einer langen Tafel, ein Ort, an dem die Mitglieder selbst kochen, sich selbst einschenken und den Verzehr in ein Heft eintragen. Im Baskenland gibt es über 1.500 solcher Klubs, der älteste noch aktive stammt von 1870, und unter Franco war dort Baskisch zu hören, wo es sonst nicht zu hören sein durfte. Hinein kommst du nur auf Einladung eines Mitglieds - mir ist das nicht gelungen.
Kalimotxo: der baskische Name für Wein mit Cola
Kalimotxo ist billiger Rotwein mit Cola, halb und halb, mit Eis und einer Zitronenscheibe - bei uns in Tschechien als houba bekannt. Wein mit Cola wurde in Spanien schon lange gemischt, den Namen gab ihm aber erst eine Clique aus Getxo, der im August 1972 zweitausend Liter Wein umkippten. Wie man den Kalimotxo auf baskischen Festen trinkt, warum er zwei Schreibweisen hat und wie er in der Sonne vor einer Bar in San Sebastián geschmeckt hat.