Was isst man in Kirgisistan? Typische kirgisische Gerichte und Spezialitäten
Die kirgisische Küche ist so reich und vielfältig wie die grandiose Natur dieses zentralasiatischen Landes. Sie ist stark von der nomadischen Vergangenheit der Kirgisen geprägt und spiegelt ihre enge Bindung an die Natur und an ihre Nutztiere wider, allen voran Pferde und Schafe.
In Kirgisistan leben rund 80 Volksgruppen (Usbeken, Russen, Dunganen, Uiguren), was sich deutlich in der Vielfalt der Gerichte niederschlägt. Manche Gerichte, die als typisch kirgisisch gelten, sind in ganz Zentralasien zu Hause - und gerade dunganische und uigurische Spezialitäten wie der Lagman oder die Ashlam-fu gehören zum Besten, was du hier probieren kannst. Ihre Wurzeln in der Welt der Turkvölker teilt die kirgisische Küche mit den Küchen weiterer Länder der Sprachfamilie, bis hin zur fernen Türkei.

Die Basis der traditionellen Ernährung ist Fleisch, vor allem Hammel und Pferd. Je fetter, desto besser. Dazu gibt es oft Nudeln oder Reis und Gemüse wie Karotten, Zwiebeln und Kartoffeln. Dank der Weidewirtschaft haben auch Milchprodukte einen festen Platz in der kirgisischen Küche - und fermentiert wird hier praktisch alles, von der Stutenmilch bis zum gerösteten Getreide.
Die Kirgisen sind für ihre Gastfreundschaft berühmt und tischen ihren Gästen gern das Beste auf, was sie haben. Davon habe ich mich persönlich bei den Familien überzeugt, bei denen ich in den kirgisischen Bergen übernachtet habe.
Typisches kirgisisches Essen
Eines der typischsten kirgisischen Gerichte ist das Beshbarmak, ein festliches Gericht aus gekochtem Fleisch (traditionell Pferdefleisch), handgeschnittenen Nudeln und einer mit Zwiebeln gewürzten Brühe. Gegessen wird es traditionell mit den Händen.
Ein weiterer Liebling ist der Plov, die zentralasiatische Version des Pilaws aus Reis, Fleisch und Gemüse. Zu den kirgisischen Spezialitäten gehören auch die Manty, große gedämpfte Teigtaschen, meist mit Hackfleisch und Zwiebeln gefüllt (aber auch mit Kürbis oder Kartoffeln). Das Kuurdak, in der Pfanne geröstetes Fleisch mit Zwiebeln und Kartoffeln, ist eines der ältesten kirgisischen Gerichte - einfach, aber nahrhaft.
In den kälteren Monaten wärmen sich die Kirgisen gern mit der kräftigen Shorpo, einer Suppe aus Fleisch und Gemüse. Sie sättigt hervorragend und gibt Energie. Und dank der dunganischen und uigurischen Minderheit gelingt hier auch der Lagman hervorragend, handgezogene Nudeln mit Fleisch und Gemüse - seine Herstellung konnte ich direkt auf dem Markt in Bischkek verfolgen.

Das kirgisische Nationalgericht
Das Nationalgericht Kirgisistans, das man am häufigsten mit dem Land verbindet, ist das Beshbarmak (übersetzt "fünf Finger"). Dieses Gericht steht für die nomadische Tradition und Kultur und ist tief in der Geschichte und Lebensweise der kirgisischen Nomaden verwurzelt. Sein Name kommt von der traditionellen Art, es zu essen - mit den Händen, also mit "fünf Fingern".
Beim Servieren des Beshbarmak steckt viel Symbolik. Ein Widder liefert zwölf Fleischstücke am Knochen, Ustukan genannt, und jedes hat seine Bedeutung - der angesehenste Gast bekommt den Kopf oder die Keule, die übrigen Stücke werden nach Alter und Rang verteilt. Ein falsch gereichtes Stück Fleisch konnte einen Gast früher sogar beleidigen.
Interessant ist, dass dasselbe Gericht im benachbarten Kasachstan schlicht "Fleisch auf kasachische Art" heißt - das Wort Beshbarmak ist nämlich sprachlich kirgisisch. Die kirgisische Version erkennt man an den feiner geschnittenen Nudeln und an der Zwiebelsauce Chyk.

Was man in Kirgisistan probiert
- Beshbarmak. Nationalgericht aus gekochtem Fleisch (traditionell Pferd) und breiten, handgeschnittenen Nudeln, übergossen mit Zwiebelbrühe. Der Name bedeutet "fünf Finger" - er verweist darauf, wie es traditionell gegessen wird, nämlich mit den Händen.
- Plov. Reisgericht mit Fleisch, Karotten und Zwiebeln, zubereitet im Kessel Kazan. Beliebt ist er in ganz Zentralasien, in Kirgisistan kommt er oft zu festlichen Anlässen auf den Tisch.
- Shorpo. Kräftige Fleischsuppe mit Kartoffeln und Gemüse. Im Winter wärmt sie, im Sommer gibt es auch eine kalte Variante mit frischen Kräutern.
- Manty. Große gedämpfte Teigtaschen, gefüllt mit Hackfleisch und Zwiebeln, mit Kürbis oder mit dem Lauchkraut Jusai. Oft werden sie mit Sauerrahm serviert.
- Lagman. Handgezogene Nudeln mit Fleisch, Gemüse und Gewürzen - als Suppe wie auch gebraten. Nach Zentralasien gebracht haben ihn Uiguren und Dunganen.
- Samsa. Gebackene Teigtaschen mit Hackfleisch, Zwiebeln und Gewürzen. Beliebtes Street Food, das im Lehmofen Tandyr gebacken und auf jedem Markt verkauft wird.
- Kuurdak. Angebratene Fleischstücke (meist Hammel oder Rind) mit Zwiebeln und Kartoffeln. Eines der ältesten Gerichte der kirgisischen Küche.
- Schaschlik. Marinierte, gegrillte Fleischstücke am Spieß. Beliebt nicht nur in Kirgisistan, sondern in ganz Zentralasien und im Kaukasus.
- Boorsok. Frittierte Hefeteigstücke, in Kirgisistan eine der Grundformen von Brot. Bei Feiern wird sie direkt auf die festliche Tischdecke Dastorkon geschüttet, gegessen wird sie zum Tee und mit Honig.
- Kazy (Chuchuk). Traditionelle Wurst aus Pferdefleisch und Pferdefett, oft nur mit Knoblauch, Salz und Pfeffer gewürzt. Sie kommt zu besonderen Anlässen auf den Tisch, als Symbol für Wohlstand und Gastfreundschaft.
- Naryn. Fein geschnittene kalte Nudeln mit gekochtem Pferdefleisch, die heiße Brühe wird getrennt serviert. Ein festliches Gericht, das Kirgisistan mit Usbekistan und Kasachstan teilt - ein naher Verwandter des Beshbarmak.
- Kumys. Fermentierte Stutenmilch, traditionelles Getränk der nomadischen Hirten und Nationalgetränk Kirgisistans. Er ist leicht alkoholisch, die Einheimischen schreiben ihm Heilkräfte zu.
- Maksym. Gegorenes Getränk aus geröstetem Getreide, leicht säuerlich und überraschend sättigend. Im Sommer wird er buchstäblich an jeder Ecke aus Straßenfässern verkauft.
- Chalap. Erfrischendes fermentiertes Milchgetränk aus der Sauermilchbasis Süzmö, Wasser und Salz. Mein liebstes kirgisisches Milchgetränk.
- Tandyr Nan. Brot aus dem traditionellen Lehmofen Tandyr, auf Russisch heißt es Lepjoschka. Die Bäcker versehen die Laibe mit eigenen Stempeln, geschnitten wird das Brot nie - es wird immer mit den Händen gebrochen.
- Kaymak. Dicker, fetter Rahm, der zum Frühstück auf den Tisch kommt und als Zutat im Teig für die Kattama steckt. Die Kirgisen übergießen damit sogar die Manty.
- Kurut. Getrocknete salzige Kugeln aus Sauermilch. Eine haltbare Delikatesse der Nomaden, die lange Monate übersteht - auf den Märkten wird sie in großen Säcken verkauft.
- Ashlam-fu. Kalte, pikante Suppe aus Nudeln und Stärkegelee, abgeschmeckt mit Essig und Knoblauch. Ins Land gebracht haben sie die Dunganen, die beste gibt es in Karakol.
- Bozo. Dickes gegorenes Getränk aus Hirse oder Mais, leicht alkoholisch. Zubereitet wird er vor allem im Winter, das Rezept wird in den Familien über Generationen weitergegeben.
- Zharma. Getreidegetränk aus geröstetem Mehl und Talkan, ein naher Verwandter des Maksym - serviert wird sie aber heiß und ungegoren, vor allem in den kalten Monaten.
- Talkan. Geröstetes gemahlenes Getreide, Grundlage vieler kirgisischer Gerichte und Getränke. Er wird in Milch, Kumys oder Butterschmalz gerührt und ist der kalorienreiche Snack der Hirten.
- Oromo. Dünner Teig, gefüllt mit Hackfleisch, Kartoffeln oder Kürbis, zur Rolle gedreht und im Dampf gegart. Der Name bedeutet "eingewickelt", bei Familientreffen ist es besonders beliebt.
- Kattama. Geschichtetes Brot aus Hefeteig mit Butter und Frühlingszwiebeln, in der Pfanne goldbraun gebacken. Großartig zum Tee und zur Suppe.
- Dymdama. Fleisch, im geschlossenen Kessel mit Kohl, Kartoffeln, Karotten und Paprika im eigenen Saft geschmort. Ein Sommergericht der Ackerbauregionen in ganz Zentralasien.
- Ganfan. Dunganisches Gericht aus Reis, Fleisch und Gemüse - im Grunde Lagman, nur dass es statt Nudeln Reis dazu gibt. Beliebt in den Städten.
- Chak-chak. Frittierte Teigstückchen, mit Honig zusammengeklebt. Eine Süßigkeit tatarischen Ursprungs, die in Kirgisistan aber heimisch geworden ist und zu festlichen Anlässen zubereitet wird.
- Zhent. Süßspeise aus Talkan, Butterschmalz, Honig, Rosinen und Nüssen. Traditionell wird sie zur Geburt eines Kindes gereicht.
- Walnüsse aus Arslanbob. Im Gebirge im Süden des Landes wächst der größte natürliche Walnusswald der Welt. Zum schwarzen Tee werden die Nüsse dort mit Honig und hausgemachter Konfitüre serviert.
- Hochgebirgshonig. Der weiße Honig aus dem At-Baschi-Tal wurde mehrfach als bester Honig der Welt ausgezeichnet. Seinen Geschmack verdankt er Hunderten von Trachtpflanzen der Berge.
- Kuiruk-boor. Gekochtes Fettschwanzfett vom Schaf mit Leber, in Scheiben geschnitten. Eine rituelle Delikatesse, die der Gastgeber dem angesehensten Gast reicht.
- Getrocknete Aprikosen aus Batken. Die Region Batken im Südwesten ist im ganzen Land für ihre Aprikosen berühmt. Getrocknet bekommst du sie auf den Märkten, neben Bergen von anderem Trockenobst und Nüssen.

Typische kirgisische Getränke
Die traditionellen Getränke Kirgisistans spiegeln das nomadische Erbe und den Erfindungsreichtum der Einheimischen wider. Sie nutzen clevere Gärverfahren, die die Getränke länger haltbar machen.
Alles fängt aber beim Tee an. Tee ist in Kirgisistan das Erste, was der Gastgeber vor dich hinstellt, und das Letzte, womit du dich verabschiedest. Getrunken wird er den ganzen Tag, und die Schale wird nie voll eingeschenkt - nur zu einem Drittel, damit der Gastgeber ständig heißen Tee nachgießen und dir so seine Aufmerksamkeit schenken kann. Ein einheimischer Spruch besagt: "Je größer die Achtung, desto weniger Tee in der Schale."
Zu den interessantesten Getränken zählt der Kumys, das kirgisische Nationalgetränk aus vergorener Stutenmilch. Der Kumys hat einen besonderen Platz in der kirgisischen Kultur, geschätzt wird er für seinen Geschmack ebenso wie für seine angeblichen Heilkräfte. Ich gebe allerdings zu: Gerade der Kumys ist eine der wenigen lokalen Spezialitäten, mit denen ich mich nie angefreundet habe - sein rauchiger, säuerlicher Geschmack ist wirklich nur etwas für Mutige.

Ein weiteres beliebtes kirgisisches Getränk ist der Maksym, ein kräftiges Getränk aus vergorenem Getreide wie Weizen, Gerste oder Mais. Das leicht säuerliche Getränk steckt voller Nährstoffe. Die Firma Shoro, die ihn 1992 als Erste maschinell herzustellen begann, verkaufte ihre ersten 80 Liter in zwei Stunden - heute stehen ihre Maksym-Stände im Sommer an jeder Ecke.

Der Chalap ist ein erfrischendes Getränk, für das die Sauermilchbasis Süzmö mit Wasser und Salz verrührt wird. Besonders beliebt ist er in den Sommermonaten, weil er angenehm kühlt. Mischt man Chalap und Maksym, entsteht der Aralash - und genau der ist von allen kirgisischen Getränken mein Favorit - so wie bei vielen Einheimischen.

Im Winter wärmen sich die Kirgisen dann mit heißer Zharma aus geröstetem Getreide und mit dem Bozo - einem dicken, leicht alkoholischen Trunk aus vergorener Hirse, dessen Rezept die Familien über Generationen weitergeben.
Beim Alkohol lohnt sich kirgisisches Bier - die Marke Arpa knüpft an die erste Brauerei Zentralasiens von 1906 an - und kirgisischer Cognac, der in Bischkek seit den 1960er-Jahren ununterbrochen produziert wird. Im Sommer begegnen dir auf den Straßen auch Tankwagen mit russischem Kwass.

Wie du kirgisisches Essen in vollen Zügen genießt
Die kirgisische Küche spiegelt das nomadische Erbe und die Fähigkeit wider, unter harten Naturbedingungen zu improvisieren. Wenn du sie in vollen Zügen genießen willst, hier ein paar Tipps und Empfehlungen von mir.
- Probier frisch gemolkene Stutenmilch. Ihr Geschmack unterscheidet sich deutlich von dem der Kuhmilch. Wenn du die Gelegenheit hast, sie direkt von den Nomaden in den Bergen zu kaufen, zögere nicht - frischer bekommst du sie nirgends.
- Scheu dich nicht vor fermentierten Getränken. Neben dem Kumys empfehle ich auch den Maksym (vergorenes Getreide), den Chalap (vergorene Milch) und ihre Mischung Aralash. Wenn noch Platz ist, probier auch den winterlichen Bozo oder den Kwass.
- Nimm die Einladung an den gemeinsamen Tisch an. Essen ist in Kirgisistan eine gesellige Sache, rund um die gedeckte Tischdecke Dastorkon kommen Familie und Gäste zusammen. Brot wird nie geschnitten, nur mit den Händen gebrochen, und nie verkehrt herum hingelegt - einem lokalen Aberglauben zufolge würde damit der Wohlstand aus dem Haus gehen. Ein Stück Brot, das dir der Gastgeber anbietet, solltest du nicht ablehnen, es ist ein Zeichen des Respekts.
- Geh auf die lokalen Märkte. In Bischkek sind der Osh und der Orto Say berühmt. Oft siehst du dabei zu, wie die einzelnen Gerichte entstehen - ich habe so das Nudelziehen für den Lagman von Hand verfolgt. Ein großartiges Erlebnis!
- Kehr in ein authentisches Restaurant ein. Wenn du die kirgisische Küche mit einem gewissen westlichen Standard erleben willst, steuere das Restaurant Navat an oder das Supara, das ein traditionelles Nomadenlager nachbildet. Gerade im Navat habe ich die festlichen Gerichte Beshbarmak und Naryn probiert.
- Genieß das kirgisische Teeritual. Tee wird zu jedem Essen serviert, und ihn zu trinken ist ein wichtiges Ritual. Lass dir Zeit, lass dir in kleinen Mengen nachgießen und mach dir bewusst, dass darin die Fürsorge für den Gast steckt.
- Versteh das Verhältnis der Kirgisen zum Pferdefleisch. Wenn du erst einmal die Natur Kirgisistans kennengelernt hast, in der sich wunderschöne Pferde frei bewegen, fällt es womöglich schwer zu begreifen, wie die Kirgisen Pferdefleisch essen können. Es hilft, ihr hartes Hirtenleben zu verstehen - das Pferd trug den Nomaden, und in den schwersten Zeiten ernährte es ihn auch.

Wie du dich für kirgisisches Essen bedankst
In Kirgisistan verständigst du dich problemlos auf Russisch, und das Dankeschön "spasibo" versteht jeder. Wenn du dich aber auf Kirgisisch bedankst, erntest du ein merklich wärmeres Lächeln - du zeigst damit Respekt vor der lokalen Sprache und Kultur.
Die Basis ist "рахмат" (rachmat) - danke. Willst du dich nachdrücklicher bedanken, sag "чоң рахмат" (tschong rachmat) - vielen Dank. Die Antwort lautet dann meist "эч нерсе эмес" (etsch nerse emes) - keine Ursache.
Die Kirgisen selbst gehen nach einem festlichen Essen noch weiter: Der älteste Gast spricht dem Gastgeber einen ganzen Segen zu, Bata genannt, zum Beispiel "Möge deine Gesundheit stark sein und dein Dastorkon immer reich gedeckt." Von Besuchern wird das natürlich nicht erwartet - ein Rachmat reicht völlig.

Das beste kirgisische Essen
Wenn ich drei persönliche Favoriten wählen müsste, dann sieht das beste kirgisische Essen für mich so aus:
- Plov. Reis, Fleisch, Karotten und Kichererbsen aus einem Kessel - für mich die perfekte Kombination, ob im Restaurant oder im Kazan direkt in den Bergen zubereitet.
- Samsa. Frisch gebackene Samsa aus dem Tandyr - der konnte ich auf den Bischkeker Märkten nie widerstehen.
- Tandyr Nan. Noch heißes Brot vom Bäcker auf dem Orto Say Bazaar gehört zu meinen eindrücklichsten Geschmackserinnerungen an Kirgisistan.

Wissenswertes über kirgisisches Essen
- Ein urzeitlicher Erdofen ist noch immer im Einsatz. Tash kordo (таш кордо) ist eines der ältesten kirgisischen Gerichte, ursprünglich ein Essen der Jäger. In einer mit glühenden Steinen ausgelegten Grube gart das Fleisch eines jungen Widders oder Zickleins; die Grube wird mit einem Deckel bedeckt und zugeschüttet, damit sie die Hitze hält. Heute kommt Tash kordo bei Festen und auch in Restaurants auf den Tisch.
- Mit Kumys wird in Kirgisistan bis heute geheilt. Der Kumys ist nicht nur ein Getränk - im Suusamyr-Tal auf 2.200 Metern gibt es ein Sanatorium, in dem die Kumys-Kuren nur während der Melksaison der Stuten stattfinden, von Ende Mai bis Ende September.
- Die Pferdewurst Kazy ist ein Symbol des Wohlstands. Die Wurst aus Pferdefleisch wird bei den größten Feiern gereicht und gilt als eine der größten kirgisischen Delikatessen. Verarbeitet werden dafür Fleisch, Fett und auch Pferdedärme.
- Der Kurut war die Konserve der Nomaden. Die getrockneten Kugeln aus Sauermilch halten selbst in der Hitze ganze Monate - die Hirten trugen sie in den Satteltaschen als eiserne Ration für lange Ritte.
- Die kalte Suppe Ashlam-fu hat ihre Hauptstadt. Die Suppe stammt aus der Küche der chinesischen Minderheit der Dunganen, die beste soll es in Karakol im Osten des Landes geben - dort ist ihr sogar eine ganze Gasse gewidmet. Auch ich wollte die Ashlam-fu so nah wie möglich an Karakol probieren, und es hat geklappt!
- Die kirgisische Jurte steht auf der UNESCO-Liste. Das traditionelle Handwerk des Jurtenbaus wurde 2014 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Eine Nacht in der Jurte ist zugleich der sicherste Weg zu hausgemachtem Kumys - am Song-Köl getestet.
- Das größte Beshbarmak der Welt entstand in Bischkek. Köche bereiteten dort 2018 eine Portion von 1.464 Kilogramm aus dem Fleisch von acht Pferden zu, übertrafen den kasachischen Rekord und kamen ins Guinness-Buch der Rekorde.
- In Kirgisistan wächst der größte Walnusswald der Welt. Die Wälder rund um das Dorf Arslanbob im Süden des Landes bedecken Hunderttausende Hektar, und manche Bäume sind über tausend Jahre alt. Der Legende nach nahm Alexander der Große von hier die Walnuss mit nach Europa.
- Die Nomaden haben ihre eigenen Kochwettbewerbe. Teil der World Nomad Games, die Kirgisistan ins Leben gerufen hat, ist auch ein Wettbewerb im Kochen traditioneller Gerichte - Köche aus aller Welt bereiten darin Beshbarmak oder Kuurdak in Kesseln und auf heißen Steinen zu.

Genieße Kirgisistan und das beste kirgisische Essen!
Tandyr Nan: zentralasiatisches Brot, gebacken an der Ofenwand
Tandyr Nan ist ein zentralasiatisches Fladenbrot aus Hefeteig, das Bäcker an die glühend heiße Innenwand eines Lehmofens kleben und dort backen. Die dünne Mitte mit eingeprägtem Muster verdankt es dem Stempel Chekich, um den luftigen Rand kümmert sich die Hitze des Ofens von selbst. In Kirgisistan liegt es zu jeder Mahlzeit auf dem Tisch; man reißt es mit den Händen, schneidet es nie mit dem Messer und legt es nie mit dem Muster nach unten hin.
Plov: Reis, Fleisch und Karotten aus dem zentralasiatischen Kazan
Plov ist Reis, der in einem Kessel namens Kazan gegart wird: Zuerst brät man Fleisch, Zwiebeln und Karotten in Fett an - diese Grundlage heißt Zirvak -, dann kommt der Reis obendrauf und wird nicht mehr umgerührt. Gekocht wird er in ganz Zentralasien, als seine Heimat beanspruchen ihn Usbekistan und Tadschikistan, und in Kirgisistan heißt er Paloo. Er gehört zu den Ehrengerichten - man kocht ihn für Gäste und zu Festen, mitunter gleich für das halbe Dorf.
Schaschlik: gegrilltes Fleisch am Spieß
Schaschlik ist Fleisch, das vor allem in Zwiebeln mariniert und am Metallspieß gegrillt wird - in Kirgisistan meist Hammel, im Süden des Landes nach usbekischem Vorbild abwechselnd mit fettem Kurdjuk aufgespießt. Der Name stammt vom krimtatarischen şişlik, in ganz Zentralasien verbreitet hat ihn das Russische Reich. Zum Spieß gibt es Fladenbrot und in Essig eingelegte Zwiebeln.
Naryn: festliches kirgisisches Gericht
Der Naryn, ein traditionelles und beliebtes Gericht in ganz Zentralasien, steht in Kirgisistan auch für Gastfreundschaft und Familienwerte. Zubereitet wird er aus gekochtem Pferdefleisch, das in dünne Streifen geschnitten und mit kalten Nudeln und heißer Brühe serviert wird. Zu festlichen Anlässen kommt der Naryn oft als Zeichen des Respekts gegenüber den Gästen auf den Tisch. Er gilt als kirgisische Spezialität, auch wenn er in anderen zentralasiatischen Ländern ebenfalls zubereitet wird.
Samsa: die zentralasiatische Fleischtasche aus dem Tandyr
Die Samsa ist eine gebackene Tasche aus ungesäuertem Teig, gefüllt mit Fleisch, Zwiebeln und Schwanzfett, und in ganz Zentralasien zu Hause. Ihr Name stammt aus dem Persischen, und am besten schmeckt sie aus dem Lehmofen Tandyr, in dem sie an der Innenwand klebend gebacken wird. Die Form wechselt je nach Region und sogar nach Bäckerei: In Osch ist sie meist rund, in Kasachstan dreieckig, auf dem Basar in Bischkek erinnert sie an eine Spindel.
Chalap: ein salziges kirgisisches Getränk aus fermentierter Milch
Chalap ist ein salziges kirgisisches Getränk aus der fermentierten Milchbasis Süzmö, verdünnt mit kaltem Wasser. Im Sommer wird er in Bischkek direkt auf der Straße aus Fässern und Schüsseln mit Eis ausgeschenkt, es gibt ihn aber auch in Flaschen im Supermarkt. Verwandte Getränke trinkt man in ganz Zentralasien; verglichen mit dem dickflüssigeren türkischen Ayran ist Chalap dünner, leicht säuerlich und erfrischend.
Maksym: traditionelles Fermentgetränk aus geröstetem Getreide
Maksym ist ein traditionelles kirgisisches Fermentgetränk aus geröstetem Getreide. Seine Geschichte reicht bis in die Zeit zurück, als die Kirgisen noch als Nomaden lebten. Sie schätzten ihn wegen seines Geschmacks, seiner Haltbarkeit und seiner Heilkraft. Er schmeckt erfrischend und leicht säuerlich und steckt voller Vitamine, Mineralstoffe und Probiotika.
Kumys: traditionelles fermentiertes Getränk aus Stutenmilch
Kumys ist ein traditionelles fermentiertes Getränk aus Stutenmilch. Seine Herstellung ist alles andere als einfach. Kumys schmeckt charakteristisch säuerlich und leicht alkoholisch, mitgeprägt vom Rauch der Kräuter, mit denen die Gefäße desinfiziert werden. Die Einheimischen glauben an seine Heilwirkung - er soll der Verdauung, dem Immunsystem und der Vitalität guttun.
Restaurant Navat: authentische kirgisische Küche in Bischkek
Die Restaurants Navat sind in Bischkek eine beliebte Kette, die authentische zentralasiatische und vor allem kirgisische Küche serviert. Die Innenräume sind reich verziert und beschwören die Atmosphäre des alten Orients herauf. Weil man sich hier auch auf Touristen eingestellt hat, erwarten dich ein hoher Servicestandard, schnelle Zubereitung und professionelle Bedienung. Die Restaurants Navat sind ein großartiger Ort, um perfekt zubereitete traditionelle kirgisische Gerichte zu probieren - verbunden mit westlichem Stil im Ablauf.
Kazy: zentralasiatische Wurst aus Pferdefleisch
Kazy ist die festliche Wurst der Turkvölker von Zentralasien bis an die Wolga: Rippenfleisch vom Pferd kommt samt Fett im Ganzen in den Darm, ohne Fleischwolf, gewürzt meist nur mit Salz, Pfeffer und Knoblauch. In Kirgisistan sagt man eher Chuchuk dazu, und auf den Tisch kommt er als Vorspeise oder im Beshbarmak. Frischer Kazy wird gekocht, der Vorrat getrocknet - und auf dem Osh Bazaar in Bischkek kannst du sogar zusehen, wie er entsteht.