Bier
Bier, eines der beliebtesten Getränke der Welt und eines der Wahrzeichen Tschechiens, gehört untrennbar zur tschechischen Küche. Das goldene Nass entsteht aus wenigen einfachen Zutaten - Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe. Wie es am Ende schmeckt und welchen Charakter es hat, hängt aber von vielen Faktoren ab: von der Qualität der Rohstoffe, vom gewählten Brauverfahren und nicht zuletzt vom Können des Braumeisters.
Geschichte des Bierbrauens
Die Geschichte des Bieres reicht weit zurück, die ersten Biere wurden schon vor Tausenden von Jahren im Nahen Osten gebraut. Seitdem hat sich die Brautechnik immer weiter verfeinert und über die ganze Welt verbreitet. Einen großen Aufschwung erlebte das Brauwesen im Mittelalter, als vor allem die Klöster Bier brauten. Später wurde das Brauen zum Handwerk, und es entstanden die ersten städtischen Brauereien.
Die bekanntesten Bierstile
Heute begegnet man einer schier unüberschaubaren Vielfalt an Bierstilen - von leichten, erfrischenden Lagerbieren über vollmundige Ales bis hin zu starken, schweren Bieren wie Porter und Stout. Jeder Bierstil hat seine eigenen Merkmale und Aromen, die sich aus den verwendeten Rohstoffen und dem Brauverfahren ergeben.

Rohstoffe für das Bierbrauen
Bei der Bierherstellung spielt das Malz die Hauptrolle, das durch kontrolliertes Keimen und Darren aus Gerste entsteht. Beim Maischen werden aus dem Malz die nötigen Zucker und Enzyme gelöst, die später bei der Gärung gebraucht werden. Der Hopfen gibt dem Bier seine typische Bittere und die Aromastoffe. Auch die Wasserqualität ist enorm wichtig, denn die Zusammensetzung der Mineralien beeinflusst den Geschmack des fertigen Bieres.
Der Ablauf des Bierbrauens
Das Bierbrauen umfasst mehrere Hauptschritte - Schroten des Malzes, Einmaischen, Maischen, Läutern, Würzekochen, Kühlen, Gären, Reifen und in manchen Fällen auch Filtrieren. Jeder dieser Schritte verlangt Präzision und die Einhaltung der richtigen Verfahren, damit das Bier die gewünschte Qualität und den gewünschten Geschmack bekommt.

Wie Bier gebraut wird
- Schroten des Malzes. Das Malz (gekeimtes und getrocknetes Getreidekorn, meist Gerste) wird zu kleineren Stücken gemahlen, dem Schrot. So kommt das Wasser in den weiteren Phasen der Bierherstellung besser an die Stärke und die Enzyme im Malz heran.
- Einmaischen. Der Schrot wird im Maischbottich mit heißem Wasser vermischt, dabei entsteht die Maische. Ziel ist es, die Stärke aus dem Malz in Lösung zu bringen.
- Maischen. Beim Maischen spalten die Enzyme aus dem Malz die Stärke in vergärbare Zucker. Das läuft in der Maischpfanne bei genau gesteuerten Temperaturen ab, die die einzelnen Enzyme aktivieren.
- Läutern. Beim Läutern wird die gewonnene Würze von den festen Malzrückständen (Treber) getrennt. Die Würze wird in die Würzepfanne gepumpt, der Treber kann als Viehfutter dienen.
- Würzekochen. Die Würze wird in der Würzepfanne zusammen mit Hopfen gekocht, der dem Bier die charakteristische Bittere und das Aroma gibt und zugleich als Konservierungsmittel wirkt. Wie lange gekocht wird, hängt von der Biersorte ab.
- Kühlen. Nach dem Würzekochen muss die heiße Würze auf Anstelltemperatur heruntergekühlt werden (etwa 8-14 °C bei untergärigen, 15-22 °C bei obergärigen Bieren), damit die Hefe zugegeben werden kann.
- Gärung. Der gekühlten Würze wird Bierhefe zugesetzt, die die vergärbaren Zucker in Alkohol und Kohlendioxid umwandelt. Die Gärung läuft in geschlossenen Tanks über mehrere Tage bis Wochen.
- Reifung. Nach der Hauptgärung wird das Bier in Lagertanks umgepumpt, wo es bei niedrigen Temperaturen mehrere Wochen bis Monate reift. Dabei runden sich Geschmack und Aroma ab, und das Bier reichert sich auf natürliche Weise mit Kohlensäure an.
- Filtration (optionaler Schritt). Manche Biere werden vor dem Abfüllen in Fässer oder Flaschen filtriert, um Hefereste und andere ungelöste Stoffe zu entfernen. Die Filtration sorgt für ein klares Bier, entzieht ihm aber auch einen Teil der Geschmacks- und Aromastoffe. Unfiltrierte Biere behalten mehr von ihrem ursprünglichen Charakter, dafür können sie trüber sein.
Bier in Tschechien
Tschechien ist für seine Bierkultur berühmt und gehört zu den Ländern mit dem höchsten Bierkonsum pro Kopf. Tschechisches Bier ist für seine hervorragende Qualität und seinen Geschmack bekannt, dahinter stecken eine lange Tradition und die Erfahrung der tschechischen Braumeister. Zu den bekanntesten Bierstilen des Landes gehört das tschechische Lagerbier, das für seinen ausgewogenen Geschmack, die feine Bittere und seine Süffigkeit steht.

Auf meinen Reisen probiere ich immer gern die einheimischen Biere, von den tschechischen mag ich Zíchovec und Matuška am liebsten. Nach und nach will ich alle Stationen des Prager Bier-Zoos abklappern.
Prost und trink mit Bedacht!
Albanisches Bier
Zu den bekanntesten albanischen Biermarken gehören Tirana, Korça, Elbar, Stela, Kaon und Norga. Bier bekommst du im ganzen Land problemlos, auch wenn es nicht zu den meistgetrunkenen alkoholischen Getränken zählt (in Albanien haben nach wie vor Wein und Raki das Sagen). Traditionell wird es zu Gerichten wie Qofte, Tavë kosi, Byrek oder Fërgesë serviert.
Tunesisches Bier
In Tunesien ist der Alkoholkonsum eingeschränkt, trotzdem wird hier offiziell Bier gebraut. Bekommen kannst du es in den Alkoholabteilungen größerer Supermärkte oder in nach außen abgeschirmten Bars der großen Städte. Die bekanntesten tunesischen Biermarken sind Celtia, Stella und Golden Brau.