Was du in Isfahan probieren solltest
Isfahan (persisch اصفهان, englisch Esfahan) ist die drittgrößte Stadt des Iran. Dank ihrer reichen Geschichte, ihrer Lage und ihrer kulturellen Traditionen unterscheidet sich die Isfahaner Küche durch eigene Gerichte, Nachspeisen und Süßigkeiten von den Küchen der übrigen Regionen des Iran.
Historische Einflüsse auf die Gastronomie von Isfahan
Isfahan war im Laufe der Geschichte eines der wichtigsten kulturellen und politischen Zentren Persiens. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt unter der Dynastie der Safawiden (1501-1736), als sie zur Hauptstadt des Reiches wurde. In dieser Zeit entwickelten sich die örtlichen Kochtraditionen entscheidend weiter. Der Reichtum des safawidischen Hofes, die Verbindungen zu den umliegenden Regionen und die Handelswege brachten immer neue Zutaten und Gewürze in die Stadt, die die lokale Küche bereicherten.
Reisende, Händler und die Vielfalt der ethnischen Gruppen, die in Isfahan leben, haben zu einer ganz eigenen Küche beigetragen. Geprägt haben die Isfahaner Gastronomie vor allem die Nachbarregionen, etwa die Provinzen Yazd, Fars oder Kaschan.

Typische Zutaten der Isfahaner Küche
Für die Gastronomie der Stadt Isfahan sind einige Zutaten besonders charakteristisch:
- Safran: Safran ist für die örtliche Küche eine wichtige Zutat - bei vielen traditionellen Gerichten und Süßigkeiten dient er gleichzeitig als Gewürz und als Farbstoff.
- Trockenfrüchte und Nüsse: Für die Region um Isfahan sind vor allem Mandeln, Pistazien und Walnüsse typisch. Sie kommen in Gerichten wie in traditionellen Süßwaren reichlich zum Einsatz.
- Reis: Ohne Reis geht in der Isfahaner Küche nichts. Man nimmt dafür besondere iranische Reissorten.
- Lammfleisch: Lammfleisch zählt zu den wichtigsten Fleischsorten in Isfahan. Zubereitet wird es auf verschiedene Weise, vor allem gegrillt oder langsam geschmort.
Was du in Isfahan probieren solltest
- Beryani. Ein traditionelles Isfahaner Gericht aus fein gehacktem, gewürztem Hammelfleisch, das in einer speziellen Pfanne gebraten und mit Sangak-Brot und frischen Kräutern serviert wird. Es gilt als die bekannteste Spezialität der Stadt - Rezept und Geschmack findest du so nirgendwo sonst im Iran.
- Khoresh-e mast. Eine süß-salzige Nachspeise aus Joghurt, Safran, Zucker und Hammelfleisch. Eine absolut einzigartige Isfahaner Spezialität, die du nirgendwo anders bekommst.
- Gaz. Eine berühmte traditionelle Süßigkeit aus Isfahan, die an Nougat erinnert - aus Eiweiß, Pistazien oder Mandeln und Rosenwasser. Bekannt ist sie im ganzen Iran, ihr Ursprung liegt aber genau hier.
- Gosh-e fil & Doogh. Die Kombination aus einem säuerlichen Joghurtgetränk und süßem Gebäck gibt es nur in Isfahan.
- Poolaki. Dünne, runde Zuckerplättchen, die an Karamellbonbons erinnern, aus Zucker, Wasser, Essig und Safran. Poolaki gibt es nur in Isfahan.
- Ash-e somagh. Eine Suppe mit kräftig säuerlichem Geschmack aus Sumach, Fleisch, Kräutern und Reis. Sie ist typisch für die Region Isfahan, weil ringsum sehr guter Sumach wächst.
- Halim bademjan. Eine cremige Masse aus Aubergine, Fleisch, Knoblauch, Minze und Gewürzen, oft mit gerösteten Zwiebeln und Nüssen bestreut. Beliebt ist sie im ganzen Iran, die Isfahaner Zubereitung hat aber feine geschmackliche Nuancen, die es nur hier gibt.
- Kabab Hosseini. Ein traditioneller Kabab am Spieß mit Fleisch, Tomaten, Zwiebeln und Paprika, langsam in einer aromatischen Sauce geschmort. Benannt ist er nach der lokalen Zubereitungsart, die in Isfahan lange Tradition hat. Anders als andere iranische Kababs kommt er nicht aufs offene Feuer - für europäische Gaumen ist er dadurch vielleicht weniger spannend (mir ging es jedenfalls so).
- Kalleh joosh. Eine einfache traditionelle Suppe aus Kashk, getrockneter Minze und Walnüssen, serviert mit Brot. In Isfahan beliebt als schnelle und schmackhafte Hausmannskost.
- Khoresht-e beh. Ein Eintopf aus Quitten (beh), Fleisch, Safran und Backpflaumen, typisch für den Herbst. Isfahan ist für seine guten Quitten bekannt, deshalb ist das Gericht gerade hier beliebt.
- … und wenn du Zeit hast, noch 44 weitere iranische Gerichte aus der Liste: Was du im Iran probieren solltest.
Wo du in Isfahan gut isst
- Azam Beryani. Eine Restaurantkette, die auf Beryani spezialisiert ist. Kann ich nur empfehlen.
- Shahrzad Restaurant. Ein gehobeneres Restaurant mit traditionellen iranischen Gerichten. Auf der regulären Speisekarte findest du Fesenjan, Kabab Hosseini oder Tahchin. Die Speisekarte gibt es auch auf Englisch.
- Zayandeh Roud Tabakhi. Ein bekanntes Restaurant, das auf Kale pache spezialisiert ist.
- Shiraz Traditional Ash. Ein Liefer- und Take-away-Restaurant mit Gerichten aus Schiras. Alles schmeckt hervorragend, und die Preise sind niedrig.
- Pol Ice Cream. Eine historische Eisdiele mit hervorragender Bastani sonnati.
- Mahfel Ice Cream. Noch eine bekannte historische Eisdiele.
- Qeysarieh Café. Ein Dachcafé direkt über dem Qeysarie-Tor am Hauptplatz Naqsch-e Dschahan. Der Eintritt kostet 2.500.000 IRR (2,80 EUR), ein Getränk ist inbegriffen (mein Tipp: Mango-Shake mit Berberitzen). Für mich ein absolutes Muss, denn vom Dach hast du einen wunderbaren Blick über den ganzen Platz. Der Eingang ist unauffällig - frag am besten die Einheimischen.
- دوغ و گوشفیل عدالت. Ein Bistro, das auf Gosh-e fil & Doogh spezialisiert ist.
- Haghighat Nut Store. Ein bekanntes Geschäft für Nüsse und andere Knabbereien. Bei den Einheimischen sehr beliebt - stell dich auf ein Nummernsystem und Verständigung ausschließlich auf Persisch ein.

Lass dir das Essen in Isfahan schmecken!
Beryani: Lammhackfleisch auf Fladenbrot
Beryani ist ein regionales Gericht aus Isfahan: Lammhackfleisch, das mit aromatischen Gewürzen abgeschmeckt, in speziellen Pfännchen gegrillt und auf dem traditionellen iranischen Sangak-Brot serviert wird. Zum Gericht gehört auch gehackte Lammlunge. Dazu kommen frische Kräuter (Sabzi khordan) und das erfrischende Joghurtgetränk Doogh.
Gosh-e fil & Doogh: typische Spezialität aus Isfahan
Gosh-e fil & Doogh ist eine traditionelle Kombination aus dem süßen Dessert Gosh-e fil und dem säuerlichen Joghurtgetränk Doogh, typisch für die Stadt Isfahan. Gosh-e fil, übersetzt "Elefantenohren", ist ein frittiertes Dessert aus einfachem Teig, getränkt mit süßem Sirup, der mit Rosenwasser, Safran oder Kardamom aromatisiert wird. Doogh ist ein salziges, erfrischendes Getränk aus Joghurt, Wasser und Minze. Zusammen bilden sie einen perfekten Kontrast.
Khoresh-e mast: Joghurtdessert mit Fleisch
Khoresh-e mast ist ein einzigartiges iranisches Dessert aus der Stadt Isfahan. Zubereitet wird es aus Lammfleisch, dickem Joghurt, Safran, Rosenwasser und Zucker. Serviert wird es kalt, oft garniert mit Walnüssen und Berberitzen. Trotz des Fleisches schmeckt es zart und süß, die Konsistenz ist leicht dehnbar. Khoresh-e mast ist eine der bekanntesten regionalen Spezialitäten Isfahans - und wegen des Fleisches eines der ungewöhnlichsten Desserts der Welt überhaupt.
Gaz: iranische Süßigkeit aus Pistazien und Eiweiß
Der Gaz ist eine traditionelle iranische Süßigkeit, die an Nougat erinnert. Er wird aus Eiweiß und dem natürlich süßen Saft Manna hergestellt, dazu kommen Pistazien oder Mandeln. Er stammt aus der Stadt Isfahan, wo er seit der Zeit der Safawiden hergestellt wird. Ursprünglich war er eine Delikatesse für den Adel. Heute ist der Gaz ein Symbol der Isfahaner Konditorkunst und ein beliebtes Mitbringsel.