Was isst man in Dublin?
Dublin ist die Hauptstadt und die größte Stadt Irlands - und der beste Ort, um die irische Gastronomie kennenzulernen, vor allem die flüssige. Hier wird Guinness gebraut, hier reift Whiskey, und an jeder Ecke steht ein Pub. Ich bin an einem Freitagabend in Dublin angekommen und schon auf dem Weg vom Flughafen durch Temple Bar gelaufen, das für seine Pubs berühmte Viertel. Zugegeben: Die Schlangen vor den Türen und die vielen betrunkenen Touristen in den Gassen haben mir die Lust genommen, dort einzukehren - die beste Dubliner Atmosphäre versteckt sich meiner Meinung nach woanders.

Dublin, Bier und Whiskey
Hinter dem Tor am St. James's Gate wird seit 1759 das bekannteste irische Bier gebraut: Guinness. Die Ausstellung auf sieben Etagen Guinness Storehouse gehört zu den meistbesuchten Orten in ganz Irland - und mir hat sie am Ende den Atem verschlagen, obwohl ich nicht viel erwartet hatte. Du darfst alles anfassen und an allem riechen, und ganz oben wartet die Gravity bar mit Blick über die ganze Stadt.
Die zweite Dubliner Legende heißt Jameson. Die Jameson-Destillerie in der Bow Street bietet eine Führung mit Verkostung an; gegen Aufpreis probierst du auch direkt aus den Fässern, in denen der Whiskey reift. Reserviere lieber vorab, die Touren sind oft ausgebucht.

Was man in Dublin probiert
- Guinness-Bier. Ein dunkles Stout mit cremiger Schaumkrone, seit 1759 direkt in Dublin gebraut. Die Einheimischen schwören, dass es nirgendwo sonst auf der Welt so gut schmeckt wie hier.
- Coddle. Ein langsam geschmortes Gericht aus Würsten, Speck, Kartoffeln und Zwiebeln. Das Coddle entstand in den Arbeitervierteln Dublins, wo auch Reste im Topf landeten, und gehört so sehr zur Stadt, dass es sogar bei James Joyce vorkommt.
- Dublin Bay prawns. Kleine Kaisergranate, benannt nach der Dublin Bay, andernorts als Langustinen bekannt. Auf den Speisekarten der Dubliner Restaurants sind sie eine sichere Wahl.
- Dublin Lawyer. Hummer in einer Sahnesauce mit irischem Whiskey. Einem verbreiteten Witz zufolge hat er seinen Namen von den Dubliner Anwälten - er ist nämlich genauso gehaltvoll und genauso in Whiskey getränkt.
- Spice bag. Eine Tüte mit Pommes und frittierten Hühnerstücken, dazu Chilischoten und Gewürze. Die Spice Bag kam in den chinesischen Imbissen Dublins auf und wurde zum Essen für späte Abende und den Heimweg vom Pub.
- Gur cake. Ein dunkles, würziges Gebäckstück mit einer Füllung aus altem Gebäck und Trockenfrüchten zwischen zwei Teigplatten. Eine Spezialität der Dubliner Bäckereien, benannt nach den "gurriers" - den Straßenkindern, die sich das billige Gebäck kauften.
- … und dazu ein paar Dutzend weitere irische Gerichte aus der Liste: Was man in Irland isst.

Wo man in Dublin essen geht
- Oh'Rourke's. Ein kleines Bistro ohne Schnickschnack, in dem zur Frühstückszeit nur Einheimische sitzen. Das Full Irish Breakfast mit acht Komponenten auf dem Teller und Kaffee oder Tee kostet hier fast nichts, und die Bedienung hat mir gleich noch einen Pub mit Livemusik für den Abend empfohlen. Hierher würde ich jederzeit wieder zurückkommen.
- Tasty 8. Ein schickeres Bistro mit schneller, professioneller Bedienung. Das Frühstück ist etwas teurer als im Oh'Rourke's, und neben dem Full Irish Breakfast gibt es hier auch hervorragende Eggs Benedict.
- The Cobblestone. Ein Pub außerhalb des Zentrums, in den die Einheimischen wegen der traditionellen Livemusik kommen. Die Stammgäste tanzen und singen spontan, und wenn die Session vorbei ist, leihen sie sich kurzerhand die Instrumente und spielen draußen vor dem Pub weiter. Für mich das eindrücklichste Erlebnis in ganz Dublin.
- The Long Hall. Einer der ältesten Pubs Dublins, seit 1766 geöffnet, mit viktorianischem Interieur aus Holz und Glas. Große Bierauswahl und eine noch größere Auswahl an irischen Whiskeys; nachmittags ist es ruhig genug für ein Gespräch mit der Bedienung.
- Guinness Storehouse. Eine interaktive Ausstellung der Guinness-Brauerei auf sieben Etagen. Im Ticket ist ein Getränk in der Gravity bar mit Blick über Dublin enthalten; kauf es online im Voraus.
- Jameson Distillery Bow St.. Eine Führung durch die frühere Jameson-Destillerie mit einer Verkostung von vier Whiskey-Proben und einem Drink an der Bar. Das Probieren direkt aus den Fässern kostet extra.
Wenn du in Dublin bist, gib auch den Lokalen außerhalb des berühmten Viertels Temple Bar eine Chance. Die beste irische Pub-Atmosphäre versteckt sich dort, wo die Einheimischen sitzen.
Lass dir das Essen in Dublin schmecken!