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Was isst man in Albanien? Typische albanische Gerichte und Spezialitäten

Dan Špaňhel Aktualisiert Keine Kommentare

Die albanische Küche ist einfach und beruht auf saisonalen Zutaten und traditionellen Zubereitungsweisen. Ihre Wurzeln spiegeln die bewegte Geschichte des Balkans wider, die jahrhundertelange osmanische Herrschaft und die Nähe zur Mittelmeerkultur. Und weil das Land jahrzehntelang von der Welt abgeschottet war, ist das Kochen zu Hause hier bis heute lebendig.

Typisches albanisches Gericht: überbackene Jufka-Nudeln mit Huhn (Jufka me pulë).
Typisches albanisches Gericht: überbackene Jufka-Nudeln mit Huhn (Jufka me pulë).

Das Besondere an der albanischen Küche ist vor allem der Fokus auf Einfachheit und frische Zutaten. Die Albaner legen großen Wert darauf, selbst zu kochen: Die Basis bilden frisches Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide, Olivenöl, Milchprodukte, Fleisch und Fisch. Die meisten Gerichte entstehen aus Feldfrüchten, die direkt in der jeweiligen Region angebaut werden - und auf dem Land backt man bis heute sein eigenes Brot.

Die albanische Küche ist stark von mediterranen und balkanischen Traditionen geprägt, und auch die türkische Küche hat ihre Spuren hinterlassen - zum Beispiel beim Joghurt. Viel gemeinsam hat sie auch mit dem benachbarten Nordmazedonien - Burek, gegrilltes Hackfleisch und Aufstriche aus gerösteten Paprika findest du auf beiden Seiten der Grenze. Typische albanische Gerichte sind allerdings weniger stark gewürzt als türkische.

Die albanische Küche ist ausgesprochen saisonal. Im Sommer überwiegen leichte Gerichte aus frischem Gemüse, Salate, gegrillter Fisch und Joghurtsaucen. Im Herbst und Winter kommen deftigere Speisen auf den Tisch: Schmorfleisch, Hülsenfruchtsuppen und Aufläufe aus der Ofenform, die man hier Tavë nennt.

Typisches albanisches Gericht: gegrillte Hackfleischröllchen (Kërnacka).
Typisches albanisches Gericht: gegrillte Hackfleischröllchen (Kërnacka).

Typisches albanisches Essen

Eines der typischsten Gerichte des Balkans und damit auch Albaniens ist der Byrek. Das ist herzhaftes Gebäck aus dünnem Teig, meist gefüllt mit Weißkäse, Spinat oder Hackfleisch. Byrek bekommst du in jeder albanischen Bäckerei und in spezialisierten Läden namens Byrektore - und weil er überall zu haben ist, ist er oft das erste Gericht, das du in Albanien probierst. Dazu trinkt man nach örtlichem Brauch das salzige Joghurtgetränk Dhallë.

Ein durch und durch typisches albanisches Gericht ist die Fërgesë. Es gibt mehrere Varianten, am bekanntesten ist die aus Tirana mit Paprika, Tomaten, Zwiebeln und Käse. Die Fërgesë wird im Ofen gebacken, heraus kommt eine dicke, duftende Masse, in die man Brot tunkt. In einer Tonschale wird auch die Tavë dheu überbacken - Leber oder Fleisch mit dem Quark Gjizë, ein Klassiker aus Tirana, den du heute im ganzen Land findest.

Bei den Fleischspezialitäten liegen Qofte vorn, Frikadellen aus Hackfleisch, mit Kräutern gewürzt. Sie werden gebraten, gegrillt oder gebacken, und im Süden des Landes kommen Kërnacka dazu - längliche Hackfleischröllchen aus Korça. Ohne Grill geht in der albanischen Küche nichts: Lamm, im Norden Schwein, an der Küste frischer Fisch.

Ein weiteres beliebtes albanisches Gericht sind Speca të mbushura - Paprika, gefüllt mit Hackfleisch und Reis, im Ofen überbacken oder im Topf geschmort. Sie sind ein gängiges Mittagessen in den einfachen Lokalen namens Gjelltore, genau wie Pulë me pilaf, Huhn, im Ofen auf Reis gegart, den man mit der Hühnerbrühe aufgießt.

Das albanische Nationaldessert ist das Trileçe - ein luftiger Biskuit, getränkt mit einer Milchmischung und mit Karamell übergossen. Du findest es in Konditoreien im ganzen Land.

Typisches albanisches Dessert: Trileçe.
Typisches albanisches Dessert: Trileçe.

Das albanische Nationalgericht

Als Nationalgericht Albaniens gilt die Tavë kosi - Lammfleisch, mit Reis in einer cremigen Sauce aus Joghurt und Eiern überbacken. Die Albaner nennen sie auch Tavë Elbasani, nach der Stadt Elbasan, aus der das Gericht stammt. Elbasan lag an der antiken Handelsstraße Via Egnatia, die Rom mit Konstantinopel verband - auch deshalb verbreitete sich das Gericht weit über die albanischen Grenzen hinaus, und im Kosovo, in Griechenland und in der Türkei kennt man es als "Elbasan tava".

Um seinen Ursprung rankt sich eine Legende: Die Köche von Sultan Mehmed II. sollen bei der Belagerung von Kruja im Jahr 1452 übrig gebliebenes Lamm mit Joghurt übergossen haben, damit es nicht verdirbt. Belege dafür gibt es nicht - und ehrlich gesagt ist die Tavë kosi viel zu gut durchdacht, um ein Küchenunfall zu sein. Die Joghurtkruste hält das Fleisch saftig, und die feine Säure passt hervorragend zum Lamm.

Was man in Albanien probiert

  • Tavë kosi. Das albanische Nationalgericht: überbackenes Lammfleisch mit Joghurt, Eiern und Reis. Es stammt aus Elbasan, deshalb heißt es auch Tavë Elbasani.
  • Byrek. Traditionelles Gebäck aus dünnem Teig mit einer Füllung aus Käse, Spinat oder Fleisch. Es stammt aus der Zeit des Osmanischen Reiches, das die Region geprägt hat.
  • Qofte. Frikadellen aus Hackfleisch, mit Kräutern gewürzt, typisch für ganz Albanien. Sie werden gegrillt, gebraten und gebacken.
  • Trileçe. In einer Milchmischung getränkter Biskuit mit Karamellüberzug, das Nationaldessert. Seine heutige albanische Form entstand in Tirana.
  • Tavë dheu. Leber oder Fleisch mit Zwiebeln, Paprika und Tomaten, vermischt mit dem Quark Gjizë und in einer Tonschale überbacken. Eine Spezialität aus Tirana, heute im ganzen Land verbreitet.
  • Speca të mbushura. Paprika, gefüllt mit Hackfleisch, Reis und Zwiebeln, im Ofen gebacken oder im Topf geschmort. Ein typisches Mittagessen in Familien wie in einfachen Lokalen.
  • Fli. Geschichteter Kuchen aus Pfannkuchenteig, traditionell unter einer Metallglocke namens Saç gebacken. Typisch für Nordalbanien und den Kosovo.
  • Kërnacka. Kleine längliche Hackfleischröllchen ohne Darm, über glühender Holzkohle gegart. Eine Spezialität der Stadt Korça und ein reines Fleisch-Pendant zu den Qofte.
  • Pulë me pilaf. Hähnchenteile, im Ofen auf Reis gebacken, der mit der Brühe vom selben Huhn übergossen wird. Ein Klassiker der Hausmannskost aus ganz Albanien, in Rezepten auch unter dem Namen Pulë me oriz zu finden.
  • Jufka me pulë. Huhn, in der Ofenform auf hausgemachten Jufka-Nudeln überbacken, die in Butter angeröstet werden und die Hühnerbrühe aufsaugen. Eine Spezialität der Region Dibra, heute im ganzen Land verbreitet.
  • Petulla. Kleine frittierte Stücke aus Hefeteig, serviert mit Weißkäse, Honig oder Marmelade. Ein beliebtes Frühstück in albanischen Familien.
  • Paçe koke. Dicke Suppe aus gekochtem Kalbskopf, abgeschmeckt mit in Essig zerdrücktem Knoblauch. In Albanien isst man sie vor allem zum Frühstück, in Lokalen namens Mëngjesore.
  • Mish gici i thatë. Getrocknetes Schweinefleisch, das vor dem Servieren kurz auf dem Grill nachgegart wird. Eine Spezialität des katholischen Nordens rund um Lezha.
  • Haxhimakulle. Große Plätzchen aus buttrigem Mürbeteig mit einer Mandel in einer Mulde, nach dem Backen mit heißem Zuckersirup übergossen. Eine Spezialität aus Shkodra; im übrigen Albanien heißen sie sheqerpare oder sheqerbyrek.
  • Tespixhe. Flacher Kuchen aus gebrühtem Teig, in Rauten geschnitten und mit Zuckersirup getränkt. Eine alte Hochzeitssüßspeise aus Shkodra, heute in den Konditoreien der Stadt problemlos zu bekommen.
  • Baklava. Dessert aus geschichtetem dünnem Teig, Nüssen und Sirup, ursprünglich aus dem Osmanischen Reich und auch in Albanien sehr beliebt.
  • Kukurec. Am Spieß gegrillte Lamminnereien, beliebt im Süden Albaniens dank des Einflusses der griechischen Küche und der Hirtentradition.
  • Tarator. Kalte Joghurtsuppe mit Gurke und Knoblauch, eine Erfrischung an heißen Sommertagen. In Albanien heißt so auch ein dickerer Dip, ähnlich dem griechischen Tsatsiki.
  • Kulaç. Ungesäuertes Hausbrot, mit Natron gelockert und im Nu gebacken, wenn für einen Hefeteig die Zeit fehlt. Auf dem Land kommt es zum gegrillten Fleisch auf den Tisch.
  • Bukë misri. Festes, dichtes Maisbrot, das jahrhundertelang das Grundnahrungsmittel ärmerer Familien in den Bergregionen war.
  • Dhallë. Salziges Getränk aus Joghurt, mit Wasser aufgeschlagen, ein Gegenstück zum türkischen Ayran unter einem eigenen, älteren Namen. Die traditionelle Begleitung zum Byrek.
  • Kafe turke. Starker ungefilterter Kaffee aus der Cezve ist das Fundament albanischer Gastfreundschaft.
  • Çaj mali. Der duftende Bergtee aus der Pflanze Sideritis wird auf den Kämmen der albanischen Berge von Hand gesammelt und bei Erkältungen getrunken.
  • Boza. Dickes fermentiertes alkoholfreies Getränk aus Mais oder Weizen, ein Erbe der osmanischen Zeit.
  • Raki rrushi. Klarer Traubenbrand ohne Anis, mit dem man in Albanien Gäste willkommen heißt. Ein großer Teil wird bis heute zu Hause gebrannt.
  • Albanischer Wein. Die Weinbautradition reicht bis zu den Illyrern zurück; Aushängeschilder sind der rote Kallmet aus dem Norden sowie die heimischen Sorten Shesh i Bardhë und Shesh i Zi.
  • Birra Korça. Das älteste albanische Bier, seit 1928 in Korça gebraut. Daneben triffst du auf die Marken Tirana, Elbar oder Stela.
  • Brandy Skënderbeu. Albanischer Markenweinbrand aus der Kellerei in Durrës: ein in Eichenfässern gereiftes Traubendestillat, verfeinert mit Bergkräutern, Obst und Honig, benannt nach dem Nationalhelden Skanderbeg.
  • Fërgesë. Überbackene Mischung aus Paprika, Tomaten und Käse. Besonders beliebt in Tirana und Mittelalbanien.
  • Ballokume. Süße Kekse aus Maismehl, Butter, Zucker und Eiern, typisch für die Stadt Elbasan, wo man sie zum Frühlingsfest Dita e Verës bäckt.
  • Lakror. Ein dem Byrek ähnlicher Kuchen, typisch für die Region Korça. Im Süden wird er traditionell unter der Metallglocke Saç gebacken.
  • Qumështor. Puddingartiges Dessert aus Milch, Eiern und Zucker.
  • Kadaif. Dessert aus feinen Teigfäden, Nüssen und Sirup, ein weiteres osmanisches Erbe.
  • Jani me fasule. Bohnensuppe mit Tomaten, Zwiebeln und Kräutern - ein billiges, sättigendes Gericht, das auf dem albanischen Land seit Generationen gekocht wird.
  • Groshë. Dicker Bohnenbrei oder dicke Bohnensuppe, ein Schwestergericht von Jani me fasule.
  • Mish i pjekur. Gebratenes Fleisch (oft Lamm oder Hammel) vom Spieß oder Grill, traditionell vor allem bei Festen und Familienfeiern.
  • Oshaf. Dessert aus getrockneten Feigen und Milch, typisch für die Festtafel.
  • Trahana. Fermentierte Mischung aus Getreide und Milch, aus der man auf dem Land Suppen und Breie kocht. Eine alte Art, den Sommer für den Winter aufzubewahren.
  • Japrakë. Weinblätter, gefüllt mit Reis und Dill, ein Erbe der osmanischen Küche.
  • Suxhuk. Würzige luftgetrocknete Wurst, verwandt mit der türkischen Sucuk.
  • Kos. Dicker Joghurt aus Schafs- oder Kuhmilch, die traditionelle Beilage zu Fleisch. Der beste stammt aus der Bergregion Kelmend.
  • Ëmbëlsirë me sherbet. Sammelbegriff für in Zuckersirup getränkte Süßigkeiten, ein Erbe der türkischen Küche.
Grillfleisch gehört zu den typischen albanischen Gerichten. Am häufigsten triffst du auf Lamm und Schwein.
Grillfleisch gehört zu den typischen albanischen Gerichten. Am häufigsten triffst du auf Lamm und Schwein.

Typische albanische Getränke

Die Albaner lieben Kaffee. In den Städten wie auf dem Land findest du unzählige Cafés, in denen vor allem starker Espresso serviert wird - ein Erbe des italienischen Einflusses. Zur älteren Tradition gehört Kafe turke aus der Cezve. Am beliebtesten ist der Bergtee, ein Kräutertee aus der Pflanze Sideritis, die auf den Bergkämmen von Hand gesammelt wird.

Zum Essen trinkt man Dhallë, ein erfrischendes salziges Joghurtgetränk ähnlich dem türkischen Ayran - am liebsten trinken es die Albaner zum Byrek. Unter den alkoholfreien Getränken hat auch die Boza ihren Platz, ein süßes, leicht vergorenes Getränk aus Mais oder Weizen.

Die traditionellste albanische Spirituose ist der Raki, ein Brand meist aus Trauben (Raki rrushi), aber auch aus Pflaumen, Feigen oder Maulbeeren. Man schenkt ihn Gästen zur Begrüßung ein, und ein großer Teil wird bis heute zu Hause gebrannt. Die gereifte, mit Kräutern verfeinerte Form des Traubendestillats ist der Brandy Skënderbeu, die berühmteste albanische Flasche überhaupt.

Zu Grillfleisch passt albanisches Bier - helle Lagerbiere wie Korça, Tirana oder Elbar. Und dank des Mittelmeerklimas hat Albanien auch ideale Bedingungen für den Weinbau: Seine Weine aus den Sorten Kallmet und Shesh sind auf jeden Fall eine Kostprobe wert.

Zu den beliebten albanischen Spirituosen gehört der Brandy Skënderbeu.
Zu den beliebten albanischen Spirituosen gehört der Brandy Skënderbeu.

Wo man in Albanien essen geht

Das beste albanische Essen

Wenn ich drei persönliche Favoriten wählen müsste, dann ist das beste albanische Essen für mich:

  1. Mish gici i thatë. Ich liebe Gegrilltes, und dieses Schweinefleisch wird vor dem Grillen noch auf ungewöhnliche Weise getrocknet oder geräuchert. Der Geschmack ist wirklich intensiv, das Fleisch zart und saftig.
  2. Qofte. Auf dem ganzen Balkan versteht man sich darauf, Hackfleisch perfekt zu grillen, und Albanien ist keine Ausnahme. Die Qofte sind hier perfekt gewürzt.
  3. Trileçe. Ich mag eher Herzhaftes als Süßes, aber das Trileçe als albanisches Nationaldessert hat mich mit der Milch erobert, mit der es sich vollsaugen darf.
Gegrilltes getrocknetes Schweinefleisch (Mish gici i thatë). Eine albanische Spezialität.
Gegrilltes getrocknetes Schweinefleisch (Mish gici i thatë). Eine albanische Spezialität.

Wie du albanisches Essen in vollen Zügen genießt

  • Probier die klassischen albanischen Spezialitäten. Fang mit den Gerichten an, die das Fundament der albanischen Küche bilden: Tavë kosi (überbackenes Lamm mit Joghurt), Byrek (herzhaftes Gebäck mit Käse, Fleisch oder Gemüse), Fërgesë (eine cremige Mischung aus Paprika, Tomaten und Käse) und Qofte (Frikadellen aus Hackfleisch). Diese Rezepte gehören für viele Albaner zum Alltag.
  • Iss dich in einer Gjelltore satt. In diesen einfachen Lokalen mit ein paar Tagesgerichten kommt dasselbe auf den Tisch wie in albanischen Familien: gefüllte Paprika, Bohnen, gebratenes Huhn mit Reis. In Lokalen namens Mëngjesore gibt es dagegen Suppen zum Frühstück - Mutige können die Paçe koke aus dem Kalbskopf probieren.
  • Entdecke die regionale Küche in verschiedenen Landesteilen. Jede Region Albaniens hat ihre eigenen Spezialitäten und Aromen. Im Süden Albaniens (Gjirokastra) probierst du Qifqi (Reisküchlein mit Kräutern) und Laropit oder Shapkat (herzhafte Kuchen). An der Küste (Vlora, Durrës, Saranda) gönn dir frischen Fisch und Meeresfrüchte, zum Beispiel gegrillte Dorade oder Muscheln in Wein. Mancherorts stößt du sogar auf Froschschenkel, die du wahrscheinlich eher als Spezialität der französischen Küche kennst.
  • Besuch traditionelle albanische Märkte. Märkte sind der ideale Ort, um die Atmosphäre aufzusaugen und frische Zutaten zu probieren. Hier findest du hausgemachten Käse, Oliven, Honig, saisonales Obst und Gemüse, duftende Kräuter oder hausgemachten Raki. Märkte gibt es in jeder größeren Stadt, und auf viele kleine Verkäufer triffst du auch entlang der größeren Straßen.
  • Kehr in Agrotourismus-Restaurants ein. Albanien hat eine starke Tradition im Agrotourismus - ländliche Restaurants und Pensionen. Das Essen wird hier meist nach Familienrezepten aus Zutaten vom eigenen Hof zubereitet.
  • Probier albanische Weine und Brände. Albanien hat eine lange Weinbautradition. Die heimischen albanischen Rebsorten sind Shesh i Bardhë (weiß) und Shesh i Zi (rot). Der typische Brand ist der Traubenraki.
Frischer gegrillter Fisch ist ein typisches Gericht der albanischen Küste.
Frischer gegrillter Fisch ist ein typisches Gericht der albanischen Küste.

Regionale albanische Küche und Spezialitäten

Nordalbanien (Shkodra, Lezha, die Berge)
Der katholische Norden schämt sich nicht für Schweinefleisch - das getrocknete Mish gici i thatë aus der Gegend um Lezha ist der beste Beweis. Unter der Metallglocke Saç backt man hier die geschichtete Fli und das Maisbrot Bukë misri, und Shkodra hat mit Haxhimakulle und Tespixhe eigene Sirupsüßigkeiten. Aus den Weinbergen bei Lezha stammt der rote Kallmet, von den Bergkämmen der Çaj mali.

Tirana und Mittelalbanien
Die Heimat der Fërgesë und der überbackenen Tavë dheu, zum Frühstück geht man hier auf eine Paçe koke. In Tirana entstand die heutige Form des Trileçe. Das nahe Elbasan schenkte dem Land das Nationalgericht Tavë kosi und die Frühlingskekse Ballokume.

Korça und der Südosten
Berühmt wurde die Stadt Korça durch die Hackfleischröllchen Kërnacka, den Kuchen Lakror und die älteste albanische Brauerei. Dank des kühleren Klimas ist die örtliche Küche deftiger als an der Küste.

Der Süden und die Küste (Vlora, Himara, Saranda)
An der Küste regieren frischer Fisch und Meeresfrüchte vom Grill. Der griechische Einfluss brachte Kukurec aus Lamminnereien und Joghurtdips, die man hier Tarator nennt.

Wie du dich für albanisches Essen bedankst

Das wichtigste Wort ist "faleminderit" (fa-le-min-de-rit) - danke. Willst du deine Dankbarkeit betonen, sag "shumë faleminderit" - vielen Dank. Damit kommst du fast überall durch, von der Bäckerei bis zum Weingut.

Vor dem Essen wünschen dir die Gastgeber "të bëftë mirë" - möge es dir wohl bekommen, die albanische Variante von Guten Appetit. Ein Lob an den Koch sprichst du mit dem Satz "ishte shumë e shijshme" - es war sehr lecker aus. Und wenn Raki auf den Tisch kommt, stößt man mit "gëzuar" (gezuar) - Prost an.

Berühmte albanische Spitzenköche

  • Bledar Kola (1984). Derzeit der bekannteste albanische Spitzenkoch. Erfahrungen sammelte er in renommierten europäischen Restaurants - zum Beispiel im Sternerestaurant Noma in Kopenhagen. Nach seiner Rückkehr nach Albanien eröffnete er in Tirana das Restaurant Mullixhiu, das allerdings recht gemischte Bewertungen bekommt. Sein Ziel ist es, die traditionelle albanische Küche wiederzubeleben und zu modernisieren.
  • Altin Prenga (1982). Altin Prenga betreibt zusammen mit seinem Bruder Sokol Prenga im Dorf Fishtë das Restaurant Mrizi i Zanave, das als eines der besten in Albanien gilt. Altin Prenga verbrachte mehrere Jahre in Italien, wo er das Kochhandwerk lernte und in verschiedenen Restaurants Erfahrung sammelte. Nach seiner Rückkehr konzentrierte er sich auf das Konzept "vom Hof auf den Tisch".
  • Renato Mekolli (1982). Bekannter albanischer Spitzenkoch und Fernsehpersönlichkeit. Berühmt wurde er vor allem als Chefjuror der Sendung MasterChef Albania, in der er seit Langem mitwirkt. Er führt mehrere Restaurants in Tirana, seine Küche ist von albanischer und mediterraner Tradition inspiriert.
Byrek, herzhaftes gefülltes Gebäck, gehört zu den typischen Gerichten des ganzen Balkans.
Byrek, herzhaftes gefülltes Gebäck, gehört zu den typischen Gerichten des ganzen Balkans.

Wissenswertes über albanisches Essen

  • Albaner bevorzugen oft leere Restaurants, weil sie Privatsphäre und Ruhe schätzen. In der albanischen Kultur ist es sehr wichtig, dass sich der Gast so wohl wie möglich fühlt und nicht von anderen Gästen "gestört" wird. Ein eigener Tisch weit weg von den anderen oder gar ein ganzes leeres Restaurant gilt als positives Zeichen von Exklusivität.
  • Laut Eurostat gibt der durchschnittliche Albaner 86 Euro im Jahr für Alkohol aus - so wenig wie nirgendwo sonst in Europa. Die Statistik hat allerdings einen Haken: Sie erfasst nur Einkäufe, die über die Ladenkasse gehen. Ein großer Teil des Raki wird nämlich bis heute zu Hause gebrannt, nach Rezepten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
  • Das berühmteste albanische Dessert hat eine auf den Monat genaue Geburtsurkunde. Die heutige Form des Trileçe schuf im April 2005 der sizilianische Koch Ignazio Piazza in der Bar Tajvan in Tirana - und binnen eines einzigen Jahrzehnts wurde daraus eine "uralte Balkantradition".
  • Das älteste albanische Bier entstand durch eine Abstimmung im Parlament. Die Brauerei in Korça genehmigten die Abgeordneten 1928, und König Zogu I. persönlich gab dem Unternehmen seinen Segen. Neben Bier stellte sie auch Eis her.
  • Für Bergtee geht man über die Grenze. Wild wachsendes Gliedkraut steht in Griechenland unter Schutz, und so hielt die griechische Grenzpolizei albanische Sammler mit 136 Kilogramm Çaj mali an, verladen auf zwei Pferde und einen Esel.
  • Die Tavë kosi eroberte die Region unter dem Namen einer albanischen Stadt. In der Türkei, in Griechenland und im Kosovo heißt überbackenes Lamm mit Joghurt "Elbasan tava" - nach Elbasan, das an der antiken Handelsader Via Egnatia lag.
  • In Albanien wachsen mehr als 250 verschiedene Arten wilder Kräuter, die in der Küche und in der Volksheilkunde verwendet werden. Die albanischen Berge sind eine wahre Schatzkammer wilder Kräuter. Gesammelt werden hier zum Beispiel Salbei, Oregano, Thymian oder Bergtee.
  • Albanien ist einer der größten Kastanienexporteure Europas. Vor allem die Region Tropoja ist für ihre Kastanienwälder bekannt. Kastanien werden hier nicht nur gegessen, sondern auch zu Mehl oder Süßigkeiten verarbeitet.

Genieße Albanien und das beste albanische Essen!

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

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Albanien

Jufka me pulë: albanische Nudeln mit Hähnchen aus dem Ofen

Jufka me pulë stammt aus der Region Dibra im Nordosten Albaniens und kommt heute im ganzen Land auf den Tisch. Mit Kräutern gekochtes Hähnchen wird in der Ofenform auf hausgemachter Jufka-Pasta fertig gebacken, die dabei die ganze Hühnerbrühe aufsaugt. Das Wort Jufka selbst bezeichnet übrigens in jedem Balkanland einen anderen Teig - vom dünnen Teigblatt bis zu Nudeln.

Albanien

Kërnacka: gegrillte Hackfleischröllchen aus Korça

Kërnacka sind kleine, längliche Hackfleischröllchen, eine Spezialität der Stadt Korça im Südosten Albaniens. Anders als bei gewöhnlichen Qofte kommen weder Brot noch Semmelbrösel in die Masse, nur Fleisch und Gewürze, und gegart werden sie ausschließlich über glühender Holzkohle. Sie gehören zur balkanischen Familie der gegrillten Hackfleischröllchen, zu der auch Kebapi oder Kebapche zählen; den Namen Kërnacka kennt man aber praktisch nur in Korça.

Albanien

Mish gici i thatë: getrocknetes Schweinefleisch vom albanischen Grill

Mish gici i thatë ist getrocknetes Schweinefleisch aus dem Norden Albaniens, das vor dem Servieren in Stücke geschnitten und kurz auf dem Grill fertig gegart wird. Der Name bedeutet wörtlich getrocknetes Fleisch vom Schweinchen. Der Wintervorrat ländlicher Speisekammern kommt in der katholischen Gegend um Lezha als Hauptgericht auf den Tisch. Unter dem allgemeineren Namen Mish i thatë trocknet man anderswo im Land eher Rindfleisch.

Albanien

Byrek: traditionelles herzhaftes Gebäck vom Balkan

Byrek ist ein herzhaftes Gebäck aus dünnen Teigblättern namens Petë, gefüllt mit dem Quark Gjizë, mit Spinat, Fleisch oder Tomaten mit Zwiebeln. Gebacken wird er von der Türkei bis Israel, in Albanien aber ist er an jeder Ecke zu Hause - Spezialbäckereien, die Byrektore, verkaufen ihn stückweise und auf die Hand. Man isst ihn zum Frühstück und als Snack, warm oder kalt.

Albanien

Petulla: frittierte Teigstücke zum albanischen Frühstück

Petulla sind frittierte Stücke aus dünnflüssigem, meist gegangenem Teig und in Albanien die Grundlage des Frühstücks zu Hause. Außen sind sie knusprig, innen luftig und geschmacklich neutral, deshalb passen sie zu weißem Käse ebenso gut wie zu Marmelade und Honig - gegessen werden sie herzhaft oder süß. Sie gehören zur balkanischen Familie des frittierten Teigs, neben den bulgarischen Mekitsi oder den türkischen Pişi. In Bäckereien findest du sie nicht: Frittiert werden sie zu Hause und in Pensionen.

Albanien

Tavë dheu: Leber oder Fleisch, mit dem Quark Gjizë überbacken

Tavë dheu ist eine Spezialität aus Tirana und Mittelalbanien - fein geschnittene Leber oder auch Rindfleisch, mit Gemüse geschmort, mit dem gesalzenen Quark Gjizë vermischt und in einer kleinen Tonschale überbacken. Der Name bedeutet wörtlich irdene Ofenform - benannt nach dem Gefäß, in dem das Gericht auf den Tisch kommt. Aus dem Tiraner Klassiker ist ein Gericht geworden, das traditionelle Restaurants in ganz Albanien servieren.

Albanien

Pulë me pilaf: albanisches Ofenhähnchen auf Reis

Hähnchenteile, darunter Reis und über allem Brühe, die beim Backen im Ofen bis ins letzte Korn einzieht - so sieht Pulë me pilaf aus, ein Klassiker der albanischen Hausmannskost. Hähnchen mit Reis kennt die ganze Region von der Türkei bis Bulgarien, die überbackene Variante aus der Ofenform kommt aber in ganz Albanien auf den Tisch, von Shkodra bis Vlora.

Albanien

Qofte: Frikadellen vom Balkan

Qofte sind die albanische Form der Hackfleischfrikadellen, die man unter verwandten Namen in der ganzen ehemals osmanischen Welt kennt - von den türkischen Köfte bis zu den bulgarischen Kyufte. In die Masse kommen Hackfleisch, etwas Zwiebel und meist eingeweichtes altbackenes Brot; zu Hause werden Qofte gebraten oder im Ofen gebacken, in Grillstuben über Holzkohle gegrillt. Der Name geht über das Türkische auf ein persisches Verb für zerstoßen zurück.

Albanien

Bukë misri: das Maisbrot des ländlichen Albaniens

Bukë misri ist ungesäuertes Maisbrot aus dem ländlichen Albanien - ein Fladen aus Maismehl, Wasser und Salz, früher unter einer Metallglocke namens Saç gebacken, heute in der Ofenform im Backofen. Mais wird in Albanien seit dem 17. Jahrhundert angebaut, sein Brot war über Jahrhunderte das Alltagsessen armer Bergfamilien. Ähnliches backen auch die Nachbarn: in Serbien Proja, in Griechenland Bobota.

Albanien

Albanischer Brandy Skënderbeu

Skënderbeu ist ein Markenbrandy aus Albanien, im Land selbst Konjak genannt. Hergestellt wird er von einer einzigen Kellerei in der Hafenstadt Durrës: Die Basis bildet Traubenraki, in Eichenfässern gereift und mit Extrakten von Bergkräutern, Obst und Blütenhonig abgeschmeckt. Benannt ist er nach dem Nationalhelden Gjergj Kastrioti, genannt Skanderbeg, und zu kaufen gibt es ihn in Supermärkten in ganz Albanien.