Was isst man in der Türkei? Typische türkische Gerichte und Spezialitäten
Die türkische Küche gehört zu den vielfältigsten und reichhaltigsten der Welt. Ihre Wurzeln reichen bis in die Zeit des Osmanischen Reiches zurück, das Einflüsse aus dem Nahen Osten, vom Balkan, aus dem Mittelmeerraum und aus Zentralasien vereinte. Türkische Gerichte zeichnen sich durch ausgewogene Aromen, den vielseitigen Einsatz von Gewürzen und hochwertige Zutaten aus. In der türkischen Gastronomie verschmelzen einfache Rezepte vom Land mit hochverfeinerten Speisen, die einst in den Palästen der Sultane serviert wurden.

Für die türkische Küche sind frisches Gemüse, Hülsenfrüchte, Fleisch (vor allem Lamm, Rind und Huhn), Joghurt und gutes Olivenöl typisch. Eine wichtige Rolle spielt das Brot. Neben den Fleischgerichten sind auch vegetarische Speisen beliebt.
Das türkische Nationalgericht
Das türkische Nationalgericht ist der Kebab, vor allem der Döner Kebab, der aus Anatolien stammt. Der Döner Kebab besteht aus Scheiben von mariniertem Fleisch (meist Rind oder Huhn), die am senkrechten Drehspieß gebraten werden; traditionell kommt er mit türkischem Fladenbrot oder mit Reis auf den Tisch.
Der Begriff "Kebab" steht für eine ganze Reihe von Fleischgerichten, die auf ganz unterschiedliche Weise zubereitet werden. Probieren kannst du zum Beispiel Adana Kebap (Hackfleisch am Spieß) oder Şiş Kebap (Fleischstücke am Spieß). Kebab ist also kein einzelnes Gericht, sondern eine ganze Kategorie.

Typisch türkische Gerichte
Ein weiteres beliebtes türkisches Gericht ist Pide, ein flaches Hefebrot aus dem Ofen, das mit verschiedenen Zutaten belegt wird.

Lahmacun ist ein hauchdünner Teigfladen, den man vor dem Backen mit einer Mischung aus Hackfleisch, Zwiebeln, Tomaten und frischen Kräutern bestreicht. Auch Lahmacun ist eine türkische Spezialität.
Das wohl typischste türkische Gebäck ist Simit. Simit ist ein Kringel mit einem Loch in der Mitte, dicht mit Sesamkörnern bestreut.

Auch Süßes spielt in der türkischen Küche eine wichtige Rolle. Zu den bekanntesten türkischen Süßspeisen gehört die Baklava. Baklava entsteht aus vielen Schichten hauchdünnem Filoteig, zwischen denen gehackte Nüsse liegen; nach dem Backen wird sie mit Zucker- oder Honigsirup übergossen.
Ein weiteres typisch türkisches Dessert ist Lokum. Lokum wird aus Zucker, Stärke und Wasser mit verschiedenen Aromen hergestellt. Typisch türkisch ist auch der Milchreispudding Sütlaç.

Was du in der Türkei probieren solltest
- Döner Kebab. Gegrilltes Fleisch (Kalb, Huhn oder Lamm), langsam am senkrechten Spieß gebraten, serviert im Weizenfladen oder mit Reis. Das bekannteste türkische Gericht, berühmt in der ganzen Welt.
- Baklava. Süßes Gebäck aus dünnen Schichten Filoteig, gefüllt mit Nüssen (meist Pistazien oder Walnüssen) und mit Honigsirup übergossen. Man verbindet sie mit der Gegend um Gaziantep, wo Baklava schon seit Hunderten von Jahren hergestellt wird.
- Türk Kahvesi. Türkischer Kaffee. Starker, ungefilterter Kaffee, in der Cezve zubereitet und in kleinen Tassen serviert. Ein wichtiger Teil der türkischen Kultur, der aus der Zeit des Osmanischen Reiches stammt.
- Çay. Türkischer Tee. Schwarzer Tee, in der doppelstöckigen Kanne aufgebrüht und in den typischen Gläsern serviert. Tee gehört zum türkischen Alltag einfach dazu.
- Lokum. Geleeartige Süßigkeit aus Zucker und Stärke, abgeschmeckt mit Rosenwasser, Zitrone oder Pistazien. Lokum stammt aus dem Osmanischen Reich und wurde zum Sinnbild der Gastfreundschaft.
- Pide. Offen gebackenes Brot mit Käse, Fleisch oder Gemüse. Jede Region der Türkei hat ihre eigene Version, besonders beliebt ist Pide am Schwarzen Meer.
- Lahmacun. Sehr dünner Fladen, belegt mit einer Mischung aus Hackfleisch, Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Gewürzen, kurz im Ofen gebacken. Beliebtes türkisches Street Food, vor allem im Südosten der Türkei.
- Künefe. Warmes Dessert aus feinen Kadayıf-Teigfäden, mit Käse gefüllt, mit süßem Sirup übergossen und mit Pistazien bestreut. Ein typisches Dessert aus der Region Hatay und dem Südosten der Türkei.
- Simit. Knuspriger runder Kringel mit Sesamkörnern. Ein Klassiker unter den Straßensnacks, den du an jeder Ecke bekommst, besonders in Istanbul.
- Ayran. Erfrischendes Getränk aus Joghurt, Wasser und Salz. Traditioneller Begleiter zu Gerichten wie Kebap oder Pide, beliebt in der ganzen Türkei.
- Dondurma. Türkisches Eis, das dank Salep zäh und dehnbar ist. Eine beliebte Spezialität aus der Gegend um Kahramanmaraş.
- Köfte. Gewürzte Fleischbällchen oder Frikadellen (meist vom Rind oder Lamm), vom Grill. Ein traditionelles Gericht mit vielen regionalen Varianten im ganzen Land.
- Midye Dolma. Muscheln, gefüllt mit einer aromatischen Mischung aus Reis, Gewürzen und Kräutern. Beliebtes Street Food, vor allem in Istanbul und an der Ägäisküste.
- Börek. Gebäck aus dünnem Filoteig, gefüllt mit Käse, Spinat, Hackfleisch oder Kartoffeln. Es stammt aus der Zeit des Osmanischen Reiches und ist ein traditionelles Frühstück oder ein Snack für zwischendurch.
- Kokoreç. Gegrillte, gewürzte und klein gehackte Lamm- oder Hammelinnereien, serviert im Baguette. Eine sehr beliebte Spezialität des türkischen Street Food, vor allem in Istanbul.
- Kumpir. Im Ofen gebackene Kartoffel, aufgeschnitten und mit Käse, Butter und diversen Beilagen gefüllt. Bekannt vor allem in Istanbul im Viertel Ortaköy, wo sie zu den traditionellen Straßengerichten gehört.
- Dolma. Weinblätter oder Gemüse (Paprika, Zucchini, Aubergine), gefüllt mit Reis, Gewürzen und manchmal Fleisch. Eine typisch türkische Spezialität mit Wurzeln in der osmanischen Küche.
- Çiğ Köfte. Der vegane Klassiker der Türkei. Ursprünglich wurde es aus rohem Fleisch zubereitet, heute gibt es nur noch die vegane Version aus Bulgur, Tomatenmark, Paprikapaste, Zwiebeln und Gewürzen.
- Iskender Kebap. Dünne Scheiben gegrilltes Fleisch, mit heißer Butter übergossen und mit Joghurt serviert. Eine Spezialität aus der Stadt Bursa.
- Şiş Kebap. Fleischstücke (meist Lamm oder Huhn), aufgespießt und über offenem Feuer gegrillt. Dieses türkische Gericht ist in vielen Varianten auf der ganzen Welt beliebt.
- Balık Ekmek. Frisch gegrillter Fisch im Brötchen mit Zwiebeln und Salat. Typisches Straßenessen in Istanbul, vor allem an der Galatabrücke.
- Gözleme. Dünner türkischer Fladen, von Hand mit Käse, Spinat, Fleisch oder Kartoffeln gefüllt. Gebacken wird er auf einer speziellen Platte. Eine typische Straßenspezialität in der ganzen Türkei.
- İrmik Helvası. Dessert aus Grieß, Butter, Zucker und Pinienkernen. Eine typisch türkische Süßspeise, die zu Festen und wichtigen Lebensereignissen auf den Tisch kommt.
- Boza. Dickflüssiges Getränk aus fermentiertem Weizen oder Hirse. Im Winter beliebt, stammt aus osmanischer Zeit und ist besonders in Istanbul populär, wo es traditionelle Boza-Lokale gibt.
- Salep. Heißes Getränk aus dem getrockneten Pulver von Orchideenknollen, abgeschmeckt mit Zimt. Vor allem in den kalten Monaten im ganzen Land beliebt, historisch mit der osmanischen Kultur und türkischer Tradition verbunden.
- Pişmaniye. Türkische Süßigkeit ähnlich der Zuckerwatte, aus Zucker und Mehl gemacht. Die Stadt İzmit ist für diese traditionelle Leckerei berühmt.
- Tavuk Göğsü. Traditioneller türkischer Milchpudding mit fein zerfasertem Hühnerfleisch. Er stammt aus der Palastküche des Osmanischen Reiches.
- Kısır. Salat aus fein gemahlenem Bulgur mit Tomatenmark, Paprika, Zwiebeln, Petersilie und Gewürzen. Beliebt vor allem im Süden und Südosten der Türkei.
- Mantı. Kleine Teigtaschen mit Hackfleischfüllung, serviert mit Joghurt, Butter und würziger Soße. Ein typisches Gericht der Region Kayseri in Zentralanatolien.
- Menemen. Eier, gebraten mit Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Gewürzen. Ein beliebtes türkisches Frühstück aus der Gegend um Izmir.
- Rakı. Alkoholisches Getränk mit Anisgeschmack, das man meist mit Wasser verdünnt. Der türkische Nationalschnaps und traditionelle Begleiter langer geselliger Abendessen.
- Imam Bayıldı. Aubergine, gefüllt mit Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Kräutern und Olivenöl und anschließend im Ofen gegart. Der Name heißt wörtlich "Der Imam fiel in Ohnmacht"; das Gericht stammt aus der osmanischen Küche und gehört in ganz Anatolien zu den klassischen Gemüsegerichten.
- Hünkar Beğendi. Geschmortes Fleisch auf einem cremigen Püree aus gerösteten Auberginen. Ein beliebtes Gericht aus der osmanischen Palastküche.
- Kadayıf. Süßspeise aus dünnen, haarfeinen Teigfäden, gebacken mit Butter, Nüssen und süßem Sirup. Eine typisch türkische Leckerei, populär vor allem zu Feiertagen und Festen.
- Ezogelin Çorbası. Traditionelle sämige Suppe aus roten Linsen, Bulgur, Tomaten, Zwiebeln und Gewürzen. Der Name erinnert an die legendäre Braut Ezo aus dem Südosten der Türkei, wo das Gericht herkommt.
- Pastırma. Luftgetrocknetes Rindfleisch in einer aromatischen Gewürzpaste namens "Çemen" (Bockshornklee, Knoblauch, Paprika). Eine traditionelle Delikatesse aus Zentralanatolien, vor allem aus der Gegend um Kayseri.
- Sucuk. Kräftig gewürzte türkische Wurst aus Rindfleisch mit Knoblauch und Gewürzen, typischerweise gebraten oder gegrillt zum Frühstück. Eine beliebte Spezialität aus Zentralanatolien.
- Çılbır. Die türkische Eierspezialität. Pochierte Eier auf Knoblauchjoghurt, übergossen mit Paprikabutter. Ein beliebtes traditionelles Gericht aus der Zeit des Osmanischen Reiches.
- Midye Tava. Frittierte Muscheln am Spießchen. Eine typische Istanbuler Spezialität und ein beliebter Straßensnack an der Küste.
- İçli Köfte. Frittierte Bulgurkroketten, gefüllt mit gewürztem Hackfleisch, Zwiebeln und Nüssen.
- Adana Kebap. Hackfleisch (meist Lamm), gegrillt am flachen Spieß. Typisch für den Süden der Türkei, vor allem für die Stadt Adana, aus der es stammt.
- Bulgur Pilavı. Gekochter Bulgur mit Tomaten, Paprika und Zwiebeln, eine typische Beilage zu vielen türkischen Gerichten.
- Kabak Tatlısı. Süßes Dessert aus Kürbis, in Zuckersirup geschmort, serviert mit Walnüssen oder Kaymak (Sahne). Eine beliebte Herbstleckerei in ganz Anatolien.
- Patlıcan Kebabı. Auberginenstücke, abwechselnd mit Lamm- oder Rindfleisch aufgespießt und über dem Feuer gegrillt. Ein typischer Kebab vor allem für den Südosten der Türkei, für die Gegend um Gaziantep oder Urfa.
- Tavuk Şiş. In Joghurt und Gewürzen mariniertes Hühnerfleisch, am Spieß gegrillt. Eine sehr beliebte Kebab-Art in der ganzen Türkei. Im Iran gibt es mit Joojeh Kabab ein ähnliches Gericht.
- Ali Nazik Kebabı. Gegrilltes Fleisch auf einem Püree aus geräucherten Auberginen mit Knoblauchjoghurt. Ein beliebtes Gericht Südostanatoliens, vor allem der Stadt Gaziantep.
Typische türkische Getränke
Das bekannteste türkische Getränk ist der türkische Tee (Çay). Er kommt in kleinen tulpenförmigen Gläsern auf den Tisch und wird in einer doppelstöckigen Kanne aufgebrüht, mit der sich die Stärke durch Zugabe von heißem Wasser regulieren lässt. Traditionell wird der Tee kräftig gezuckert und über den ganzen Tag getrunken.

Ein weiteres bekanntes türkisches Getränk ist der türkische Kaffee (Türk Kahvesi). Er wird in einem kleinen Metallkännchen zubereitet, der Cezve. Fein gemahlener Kaffee wird mit Wasser und nach Wunsch mit Zucker angesetzt und so lange erhitzt, bis er aufschäumt. Serviert wird er in kleinen Tassen.

Zu den typischen türkischen Getränken gehört auch Ayran. Ayran ist ein erfrischender Drink aus Joghurt, Wasser und Salz. In den heißen Sommermonaten ist er sehr beliebt und kommt oft zu Fleischgerichten oder stark gewürzten Speisen auf den Tisch.
Zu den typisch türkischen alkoholischen Getränken gehört Rakı, ein Anisschnaps, den man meist mit Wasser verdünnt. Die beliebteste einheimische Biermarke ist Efes.

Wie du das türkische Essen richtig genießt
- Geh in eine Lokanta oder ein Ocakbaşı.
Lokantas sind traditionelle türkische Speiselokale, in denen es Hausmannskost zur Selbstbedienung gibt. Ocakbaşı sind auf gegrilltes Fleisch spezialisiert - du bestellst direkt am offenen Grill und kannst dem Meister dabei zusehen. - Probiere das türkische Frühstück "Kahvaltı".
Das türkische Frühstück ist ein Ritual. Am schönsten ist es in kleinen Familienbetrieben auf dem Land oder in den Bergen, wo du den frischesten Käse, Honig, hausgemachte Marmeladen, Oliven und herrliches Brot bekommst. - Hol dir Lahmacun und Pide in einer kleinen Bäckerei, die sich darauf spezialisiert hat.
Diese knusprigen Fladen schmecken direkt aus dem Steinofen einer traditionellen Backstube am besten. Und dazu natürlich ein Ayran. - Iss einen regionalen Kebab.
Jede Region der Türkei hat ihre eigene Kebab-Spezialität - in Adana den würzigen Adana Kebap, in Urfa den milderen Urfa Kebap, und in Gaziantep gönnst du dir einen Kebab mit Pistazien. - Trau dich ans Street Food - besonders in Istanbul.
Midye Dolma (mit Reis gefüllte Miesmuscheln), Balık Ekmek (Sandwich mit gegrilltem Fisch) oder Kokoreç (gewürzte Innereien vom Grill) sind "Pflicht". Die besten Stände erkennst du an der langen Schlange von Einheimischen (und natürlich an dieser Website 😁❤️). - Trink den türkischen Kaffee in einem historischen Kaffeehaus.
Türkischer Kaffee hat mit dem, was du zu Hause unter diesem Namen bekommst, nichts zu tun. Lass ihn dir langsam in der Cezve auf heißem Sand zubereiten und genieße ihn mit einem Stück Lokum. - Süßigkeiten schmecken in den alten Konditoreien am besten.
Wenn du echte Qualität probieren willst, such dir eine Konditorei mit langer Tradition - zum Beispiel die Filialen von Hafiz Mustafa in Istanbul. Meine zweite Istanbuler Lieblingskonditorei ist Karaköy Güllüoğlu. - Besuche Gaziantep, die Hauptstadt der türkischen Gastronomie.
Wenn du ein echter Feinschmecker bist (und das bist du!), fahr nach Gaziantep - die Küche dort ist in der ganzen Türkei berühmt. - Kehr in einer türkischen Meyhane ein.
Meyhanes sind Orte, an denen langsam, viel und mit Freude gegessen (und getrunken) wird. Bestell dir mehrere kleine Gerichte und dazu ein Glas Rakı.

Wie du dich für das Essen bedankst
Ich versuche immer, mir wenigstens ein paar Wörter der Landessprache zu merken. In der Türkei zeige ich meine Begeisterung fürs Essen nicht nur mit dem schlichten "teşekkür ederim" (teschekkür ederim) - danke, sondern auch mit ein paar Sätzen mehr, über die sich die Einheimischen freuen. Sagen kannst du zum Beispiel "yemek harikaydı" (jemek harikajdı) - das Essen war großartig oder sogar "eline sağlık" (eline saalik) - Gesundheit deinen Händen, eine wunderschöne Art, die Arbeit des Kochs zu würdigen.

Berühmte türkische Köche
- Nusret Gökçe (1983). Nusret Gökçe, bekannt als "Salt Bae", ist ein türkischer Koch und Gastronom, der durch seine unverwechselbare Art, Fleisch zu salzen, berühmt wurde. Sein erstes Restaurant Nusr-Et eröffnete er 2010 in Istanbul, seitdem hat er seine Steakhouse-Kette in mehrere Weltmetropolen ausgeweitet. Mit seiner Show am Grill zieht er Prominente und Feinschmecker aus aller Welt an.
- Fatih Tutak (1985). Fatih Tutak ist ein anerkannter türkischer Koch und Inhaber des Restaurants Turk Fatih Tutak in Istanbul, das zwei Michelin-Sterne bekommen hat. Nach der Kochschule in Bolu Mengen sammelte er Erfahrung in renommierten Restaurants auf der ganzen Welt, unter anderem im Noma in Kopenhagen und im Nihonryori Ryugin in Tokio. 2019 kehrte er in die Türkei zurück und eröffnete sein eigenes Restaurant, das die türkische Küche modern interpretiert.
- Mehmet Gürs (1969). Mehmet Gürs ist ein türkisch-finnischer Koch und Gastronom und gilt als eine der prägendsten Figuren der Istanbuler Gastroszene. Er kam als Sohn einer finnischen Mutter und eines türkischen Vaters zur Welt und wuchs in Stockholm und Istanbul auf. Nach dem Studium in den USA eröffnete er 2005 in Istanbul das Restaurant Mikla, das türkische und nordische Kochtraditionen verbindet. Gürs ist für seinen Fokus auf regionale Zutaten und die Zusammenarbeit mit kleinen Erzeugern bekannt. Das Mikla hat außerdem einen Michelin-Stern bekommen.

Türkische Michelin-Restaurants
Der Guide Michelin nahm türkische Restaurants 2022 zum ersten Mal in seine Bewertung auf, als er die Auswahl für Istanbul vorstellte. In dieser ersten Ausgabe wurden mehrere Restaurants ausgezeichnet, eines davon bekam zwei Sterne, einige weitere je einen Stern. In den Jahren danach kamen Häuser aus der ganzen Türkei dazu.
In der Türkei sind 170 Restaurants im Guide Michelin gelistet, davon haben 2 Restaurants 2 Sterne, 15 Restaurants 1 Stern und 39 Restaurants stehen in meiner Lieblingskategorie Bib Gourmand - außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis (Stand Januar 2026). Zu den bekanntesten gehören:
- Turk Fatih Tutak. Das Restaurant Turk Fatih Tutak unter Küchenchef Fatih Tutak wurde mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Es liegt im Istanbuler Stadtteil Şişli und bietet traditionelle türkische Rezepte in moderner Umsetzung, mit Schwerpunkt auf regionalen Zutaten. Das Menü wechselt mit den Zutaten der Saison.
- Araka. Das Restaurant Araka unter Küchenchefin Zeynep Pınar Taşdemir bekam einen Michelin-Stern. Es liegt im ruhigen Istanbuler Viertel Yeniköy und setzt auf Gerichte aus frischen Kräutern und Gemüse der Saison, in denen verschiedene Aromen und Gewürze zusammenkommen.
- Mikla. Das Restaurant Mikla unter Küchenchef Mehmet Gürs erhielt einen Michelin-Stern. Es liegt in Beyoğlu und verbindet anatolische Traditionen mit innovativen Ideen. Dazu kommt ein herrlicher Blick auf den Galataturm und die Stadt.
- Neolokal. Das Restaurant Neolokal unter Küchenchef Maksut Aşkar bekam ebenfalls einen Michelin-Stern. Es liegt im Salt Galata in Beyoğlu und bereitet traditionelle anatolische Gerichte mit mutigen Techniken zu. Wichtig sind dem Haus die Förderung heimischer Erzeugnisse und die Nachhaltigkeit.
- Nicole. Das Restaurant Nicole unter Küchenchef Serkan Aksoy wurde mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Es liegt in Beyoğlu und bietet eine vielseitige Küche, die traditionelle türkische Rezepte mit Gewürzen des Nahen Ostens verbindet. Der Küchenchef sucht seine Zutaten sorgfältig bei kleinen Erzeugern aus der ganzen Türkei aus.
Diese Restaurants sind die Spitze der türkischen Fine-Dining-Szene.

Wissenswertes über das türkische Essen
- Tavuk Göğsü: eine Süßspeise aus Hühnerfleisch. Tavuk Göğsü ist ein ungewöhnliches türkisches Dessert, in dem Hühnerbrust steckt. Es hat seine Wurzeln im Osmanischen Reich und ist bis heute beliebt.
- Das traditionelle türkische Eis Dondurma schmilzt nur langsam. Das türkische Eis Dondurma ist durch den Zusatz von Salep (Pulver aus Orchideenknollen) etwas Besonderes. Das gibt ihm die elastische, kaugummiartige Konsistenz und sorgt dafür, dass es nicht so schnell zerläuft wie gewöhnliches Eis (etwa das aus Italien). Die Dondurma-Verkäufer unterhalten ihre Kunden außerdem gern mit Tricks beim Servieren.
- Türkischer Tee ist ein nationales Symbol. Der türkische Kaffee ist zwar weltweit bekannt, das meistgetrunkene Getränk in der Türkei ist aber der Tee. Die Türkei gehört zu den größten Teekonsumenten der Welt. Der Tee kommt in kleinen tulpenförmigen Gläsern auf den Tisch, und sowohl die Zubereitung als auch das Trinken haben ihre Rituale. Die Region Rize an der Schwarzmeerküste ist das wichtigste Teeanbaugebiet des Landes.
- Die Geschichte des Street Food reicht bis ins Osmanische Reich zurück. Street Food hat in der Türkei eine lange Tradition. Schon im Osmanischen Reich war es üblich, auf der Straße Speisen wie Kebab oder Süßigkeiten zu verkaufen.
- Das berühmte Dessert Baklava galt als Luxus. Baklava war zur Zeit des Osmanischen Reiches eine Speise der Oberschicht, vor allem der Sultane und ihrer Höfe. Ihre Zubereitung galt als Kunst, und es hieß, die beste Baklava komme aus Gaziantep, einer Stadt im Südosten der Türkei. Bis heute hat Gaziantep den Ruf der "Hauptstadt der Baklava".
- Baklava ist ursprünglich gar nicht türkisch. Baklava hat ihre Wurzeln im weiteren Raum des Nahen Ostens und des Balkans, verfeinert und bekannt gemacht haben sie aber die Osmanen (Türken).
- Ein Imam fiel wegen eines Gerichts in Ohnmacht. Das Gericht "Imam Bayıldı" (wörtlich "der Imam fiel in Ohnmacht") ist ein vegetarisches Auberginengericht. Der Legende nach fiel ein Imam (ein geistlicher Führer) in Ohnmacht, als er es zum ersten Mal probierte. Entweder wegen des herrlichen Geschmacks, oder wegen der Menge an teurem Olivenöl, die dafür draufging. Wer weiß, wie es wirklich war!
- Die Türkei war ein Pionier im Pistazienanbau. Pistazien, eine Schlüsselzutat vieler türkischer Desserts wie Baklava oder Kadayıf, werden in der Türkei schon seit der Antike angebaut. Die Gegend um Gaziantep, berühmt für ihre Baklava, ist zugleich eines der größten Pistazienanbaugebiete des Landes. Weltweit produziert heute der Iran die meisten Pistazien.
- Die türkischen Gewürzmärkte sind Hunderte von Jahren alt. Der berühmte Ägyptische Basar in Istanbul wurde 1664 gebaut und ist bis heute eines der größten Zentren des Gewürzhandels.
- Türkische Süßigkeiten als Liebesbeweis. Lokum ist eine traditionelle Süßigkeit aus Zucker, Stärke und verschiedenen Aromen. Schon in der Antike schenkte man Lokum als Zeichen der Liebe oder der Freundschaft - eine Tradition, die bis heute lebt.
- Das Wasser von eingelegten Gurken ist ein beliebtes Getränk. In der Türkei ist ein Getränk namens "Turşu Suyu" beliebt, die Lake von eingelegten Gurken und anderem Gemüse. Vor allem im Winter greifen die Türken gern danach, weil er der Verdauung guttun soll.
- Das Ritual rund um den Rakı. Rakı, der traditionelle Anisschnaps, hat seinen festen Platz in der türkischen Küche. Er wird zu kleinen Gerichten gereicht und langsam getrunken, oft bei langen geselligen Abendessen.
Genieß die Türkei und das beste türkische Essen!