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Was isst man in Tschechien? Typische tschechische Gerichte und Spezialitäten

Dan Špaňhel Aktualisiert Keine Kommentare

Die tschechische Küche ist bekannt für Fleischgerichte mit dicken Soßen. In ihr spiegeln sich die vielfältigen gastronomischen Einflüsse der Nachbarländer wider, vor allem der österreichischen und der ungarischen Küche, Anregungen holt sie sich aber auch aus weiteren Nachbarländern. Trotzdem behält sie ihren eigenen Charakter und bietet eine Reihe von Gerichten, die du sonst nirgends findest.

Tschechien ist mein Heimatland - die tschechische Küche musste ich nicht erst entdecken, ich bin mit ihr aufgewachsen. Je mehr Landesküchen ich kennenlerne, desto lieber mag ich sie und desto öfter suche ich sie gezielt auf.

Tschechisches Nationalgericht: Svíčková na smetaně, Semmelknödel und Karlsbader Knödel, Schlagsahne, Preiselbeeren.
Tschechisches Nationalgericht: Svíčková na smetaně, Semmelknödel und Karlsbader Knödel, Schlagsahne, Preiselbeeren.

Die tschechische Küche ist geprägt von hochwertigen regionalen Zutaten wie Fleisch (vor allem Schwein und Rind), Kartoffeln, einer breiten Palette an Gemüse (Kraut, Wurzelgemüse), Pilzen, Sahne, Eiern, Mehl und Sauerteigbrot. Eine wichtige Rolle spielen Soßen und Knödel als Beilage. Viele traditionelle Gerichte haben bäuerliche Wurzeln und erzählen von der Geschichte des Landes, in der schwer arbeitende Menschen satt werden mussten.

Typisches tschechisches Essen

Zu den typischen tschechischen Gerichten, die nicht nur bei Einheimischen, sondern auch bei ausländischen Gästen beliebt sind, gehören vor allem Speisen nach traditionellen Rezepturen mit regionalen Zutaten.

Typisches tschechisches Gericht: Kartoffelknödel gefüllt mit geräucherter Rippe, dazu Rotkraut.
Typisches tschechisches Gericht: Kartoffelknödel gefüllt mit geräucherter Rippe, dazu Rotkraut.

Eines der bekanntesten und beliebtesten tschechischen Gerichte ist zweifellos die Svíčková na smetaně. Sie wird aus Rindfleisch zubereitet, das zusammen mit Wurzelgemüse und Gewürzen langsam weich geschmort wird. Die Soße wird anschließend mit Sahne verfeinert und mit Semmelknödeln, Preiselbeeren und oft auch einer Zitronenscheibe und Schlagsahne serviert. Die Svíčková gilt als Festtagsgericht und kommt häufig zu feierlichen Anlässen wie Hochzeiten auf den Tisch.

Ein weiteres beliebtes tschechisches Gericht ist das Vepřo-knedlo-zelo, also Schweinebraten mit Semmel- oder Kartoffelknödeln und geschmortem Kraut.

Gulasch stammt zwar ursprünglich aus Ungarn, hat sich aber auch auf dem tschechischen Speiseplan seinen Platz erobert. Das tschechische Gulasch wird traditionell aus Rindfleisch zubereitet, das mit Zwiebeln, Knoblauch, Paprika und Kümmel geschmort wird. Heraus kommt eine dicke Soße mit weichen Fleischstücken, die meist mit Semmelknödeln oder Brot serviert wird.

Typisches tschechisches Süßgericht: Dukatenbuchteln mit Vanillesoße.
Typisches tschechisches Süßgericht: Dukatenbuchteln mit Vanillesoße.

Die tschechische Küche ist auch für ihre süßen Gerichte und Mehlspeisen berühmt. Zu den bekanntesten gehören Obstknödel, die aus Quark- oder Hefeteig zubereitet und mit ganzen Zwetschgen, Aprikosen oder Erdbeeren gefüllt werden. Nach dem Kochen werden die Knödel mit geriebenem Quark und Zucker bestreut und mit zerlassener Butter übergossen.

Das tschechische Nationalgericht

Wenn du uns Tschechen fragst, was unser Nationalgericht ist, laufen die Antworten mit ziemlicher Sicherheit auf zwei Favoriten hinaus: Svíčková na smetaně und Vepřo-knedlo-zelo. Die Svíčková, geschmortes Rindfleisch mit Gemüse und Sahne, kommt traditionell zu feierlichen Anlässen auf den Tisch. Das Vepřo-knedlo-zelo aus Schweinebraten, Kraut und Knödeln ist die bodenständigere und günstigere Variante, die du auf der Karte der meisten tschechischen Wirtshäuser findest. Beide Gerichte haben eine lange Geschichte. Und auch wenn die Meinungen zum tschechischen Nationalgericht auseinandergehen, eines ist sicher - das tschechische Nationalgetränk ist Bier.

Typisches tschechisches Schlachtfest-Gericht: Jitrnice, eine Grützwurst.
Typisches tschechisches Schlachtfest-Gericht: Jitrnice, eine Grützwurst.

Was man in Tschechien probiert

  • Svíčková na smetaně. Rinderbraten mit Rahmsoße, serviert mit Knödeln, Schlagsahne und Preiselbeeren. Die Svíčková ist das typische tschechische Festtagsgericht und gilt als eines der Nationalgerichte.
  • Vepřo-knedlo-zelo. Typisch tschechisches Gericht aus Schweinebraten, Knödeln und Kraut. Diese Kombination ist in ganz Tschechien beliebt und gilt ebenfalls als eines der Nationalgerichte.
  • Schnitzel. Das panierte Schnitzel vom Schwein oder vom Hähnchen ist ein sehr beliebtes Hauptgericht. Meist kommt es mit Kartoffelsalat oder Kartoffeln auf den Teller. Es ist ein typisches Gericht der tschechischen Küche.
  • Bier. Tschechien ist berühmt für seine Bierkultur und die Vielfalt an Marken und Sorten. Bier gehört untrennbar zur tschechischen Kultur und zum geselligen Leben.
  • Rinderbrühe mit Leberknödeln. Eine kräftige Rinderbrühe mit Leberknödeln ist die typische tschechische Suppe. Sie ist im ganzen Land beliebt und kommt oft als erster Gang beim Sonntagsessen auf den Tisch.
  • Gebackener Käse (Smažák). Panierter und frittierter Käse, oft mit Pommes frites und Sauce Tatare serviert. Der gebackene Käse, umgangssprachlich "Smažák" genannt, ist für viele Tschechen ein "Comfort Food".
  • Gulasch. Würzig geschmortes Rind- oder Schweinefleisch mit Paprika und Zwiebeln, serviert mit Knödeln oder Brot. Gulasch ist in ganz Mitteleuropa beliebt, in Tschechien hat es seinen eigenen Geschmack.
  • Kartoffelknödel gefüllt mit Räucherfleisch. Ein größerer Kartoffelknödel, gefüllt mit Stücken von Räucherfleisch und mit Kraut serviert, ist vor allem in den Wintermonaten beliebt. Die Verbindung von Kartoffeln und Geräuchertem ist typisch für die tschechische Küche.
  • Obstknödel aus Quarkteig. Knödel aus Quarkteig, gefüllt mit Obststücken (meist Erdbeeren, Aprikosen oder Zwetschgen), mit Butter übergossen und mit Quark und Zucker bestreut, sind ein beliebtes süßes Hauptgericht oder Dessert. Quarkknödel haben in Tschechien eine lange Tradition.
  • Obstknödel aus Hefeteig. Hefeknödel, gefüllt mit ganzen Zwetschgen oder Aprikosen, mit Butter übergossen und mit Quark und Zucker bestreut, sind eine weitere traditionelle tschechische Süßspeise. Die Verbindung von saisonalem Obst und Hefeteig ist typisch für die tschechische Küche.
  • Dukatenbuchteln mit Vanillesoße. Kleine Hefebuchteln, mit Vanillesoße übergossen, sind ein einfaches, aber sehr beliebtes Dessert.
  • Mährischer Wein. Mähren ist ein bedeutendes Weinbaugebiet Tschechiens, mährische Weine sind für ihre Qualität bekannt. Zu den typischen Sorten gehören Grüner Veltliner, Müller-Thurgau, Riesling oder Blaufränkisch. Als Nationalsorte gilt der Welschriesling. Der Weinbau hat in Mähren eine lange Tradition.
  • Koláče. Süßes rundes Hefeteiggebäck mit verschiedenen Füllungen wie Quark, Pflaumenmus oder Obst.
  • Chlebíčky. Kleine belegte Brote mit den unterschiedlichsten Zutaten und Garnituren, die bei Feiern serviert werden. Die Chlebíčky sind typisch für das tschechische kalte Buffet und haben in der tschechischen Gastronomie eine lange Tradition.
  • Kulajda. Cremige Kartoffelsuppe mit Pilzen, Dill und Ei. Die Kulajda stammt aus Südböhmen und ist im ganzen Land eine beliebte Suppe.
  • Česnečka. Kräftige Knoblauchsuppe mit Kartoffeln, oft mit Croutons und Käse serviert. Die Česnečka ist ein beliebtes Wintergericht und kommt oft zur Vorbeugung gegen Erkältungen auf den Tisch - oder als Mittel gegen den Kater.
  • Zelňačka. Suppe aus Sauerkraut, Kartoffeln und Wurst. Die Zelňačka ist eine typisch tschechische Suppe, die oft im Winter serviert wird.
  • Ente mit Knödeln und Kraut. Gebratene Ente mit Semmel- oder Kartoffelknödeln und Rot- oder Weißkraut. Diese Kombination ist in Tschechien zu Festtagen und Familienfeiern außerordentlich beliebt.
  • Moravský vrabec. Stücke vom Schwein, mit Knoblauch und Kümmel gebraten, serviert mit Knödeln und Weißkraut.
  • Becherovka. Kräuterlikör aus Karlsbad, hergestellt nach einer geheimen Rezeptur. Die Becherovka ist ein beliebter tschechischer Digestif.
  • Utopenci. Würzig eingelegte Brühwürste mit Zwiebeln, Paprika und Gewürzen. Die Utopenci sind eine beliebte Wirtshausdelikatesse.
  • Olomoucké tvarůžky (Olmützer Quargel). Aromatischer Reifekäse aus Olmütz, hergestellt aus entrahmter Milch. Die Olomoucké tvarůžky haben einen unverwechselbaren Geruch und Geschmack und tragen eine geschützte geografische Angabe.
  • Tatranky. Beliebte Waffeln mit verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Schokolade, Haselnuss oder Erdnuss. Die Tatranky sind ein tschechisches Waffelphänomen und werden schon seit 1945 hergestellt.
  • Buchty (Buchteln). Süßes Hefegebäck, gefüllt mit Quark, Mohn oder Pflaumenmus. Die Buchty sind ein typisch tschechisches Dessert und tauchen sogar in tschechischen Märchen auf.
  • Frgály. Große runde Kuchen aus der mährischen Walachei, gefüllt mit verschiedenen Füllungen wie Quark, Pflaumen- oder Birnenmus. Die Frgály sind eine regionale Spezialität.
  • Karlsbader Oblaten. Dünne, knusprige Oblaten, hergestellt nach traditioneller Rezeptur in Karlsbad.
  • Kofola. Alkoholfreies Getränk mit Cola-Geschmack, seit 1960 nach einer eigenen Rezeptur hergestellt. Kofola ist in Tschechien eine beliebte Alternative zu den bekannten Cola-Getränken.
  • Znaimer Gurken. Eingelegte Gurken aus Znaim, hergestellt nach traditioneller Rezeptur mit Dill und weiteren Gewürzen.
  • Lebkuchen. Süßes Honiggebäck, oft mit Zuckerguss und verschiedenen Motiven verziert. Lebkuchen haben in Tschechien eine lange Tradition und sind mit vielen Festen und Märkten verbunden. Die berühmtesten Lebkuchen kommen aus Pardubice.

Typische tschechische Getränke

Bier ist zweifellos das bekannteste und beliebteste tschechische Getränk. Tschechien kann auf eine lange Brautradition zurückblicken, die bis ins 10. Jahrhundert reicht. Zu den bekanntesten tschechischen Biermarken gehören Pilsner Urquell, Budweiser Budvar oder Krušovice. Kleine Brauereien gibt es aber unzählige. Tschechisches Bier zeichnet sich durch seinen vollen Geschmack, eine feine Bitterkeit und einen für europäische Verhältnisse unglaublich günstigen Preis aus. Kein Wunder, dass die Tschechen zu den größten Biertrinkern der Welt gehören.

Pilsner Urquell. Das berühmteste tschechische Bier.
Pilsner Urquell. Das berühmteste tschechische Bier.

Ein weiteres typisch tschechisches alkoholisches Getränk ist die Becherovka, ein Kräuterlikör aus Karlsbad. Er wird aus mehr als 20 Kräutern und Gewürzen hergestellt, deren genaue Zusammensetzung ein streng gehütetes Geheimnis ist. Die Becherovka hat einen charakteristischen Geschmack, der Süße, Bitterkeit und Würze verbindet. Serviert wird sie oft als Digestif nach dem Essen.

Freunde von Obstbränden kommen beim Sliwowitz (Slivovice) auf ihre Kosten, dem traditionellen Zwetschgenbrand. Der beste Sliwowitz kommt aus Mähren. Ein guter Brand duftet fein nach Zwetschgen und ist weich am Gaumen, mit fruchtigen Noten. Getrunken wird er pur und gekühlt aus kleinen Gläsern. Neben Zwetschgen werden in Tschechien auch andere Früchte gebrannt, etwa Birnen (hruškovice), Aprikosen (meruňkovice) oder Kirschen (třešňovice).

Mähren, der östliche Teil Tschechiens, ist berühmt für seine Weinberge und seine ausgezeichneten Weine. Dank idealer Bedingungen - warmes Klima, fruchtbare Böden und eine lange Weinbautradition - erfreuen sich mährische Weine bei Weinliebhabern großer Beliebtheit. Am häufigsten angebaut werden Grüner Veltliner, Riesling, Müller-Thurgau und Welschriesling, der als tschechische Nationalsorte gilt; bei den roten Sorten sind es Blaufränkisch und Blauburgunder.

Weinberge gibt es sogar in Prag. Einen Besuch lohnt zum Beispiel der Weinberg St. Klara (Vinice sv. Kláry) nahe dem Prager Zoo. Vor der Lese ist das ein zauberhafter Ort.
Weinberge gibt es sogar in Prag. Einen Besuch lohnt zum Beispiel der Weinberg St. Klara (Vinice sv. Kláry) nahe dem Prager Zoo. Vor der Lese ist das ein zauberhafter Ort.

Zu den beliebtesten alkoholfreien Getränken Tschechiens gehört Kofola, die tschechische Alternative zu Coca-Cola. Kofola wird gut gekühlt serviert und ist vor allem in den Sommermonaten beliebt, getrunken wird es aber das ganze Jahr über.

Wie du tschechisches Essen in vollen Zügen genießt

  • Probier die traditionellen tschechischen Gerichte. Knödel, Gulasch, Svíčková, Vepřo-knedlo-zelo, das panierte Schnitzel und viele weitere Klassiker bilden das Fundament des tschechischen Speiseplans.
  • Wag dich an die regionalen Spezialitäten. Tschechien hat eine reiche Regionalküche. Probier Olomoucké tvarůžky, valašské frgály, Lebkuchen aus Pardubice oder Znaimer Gurken. Jede Region hat eine Delikatesse, auf die sie stolz ist. Die meisten dieser Spezialitäten bekommst du allerdings in ganz Tschechien.
  • Besuch die Bauernmärkte. Auf den Märkten bekommst du frische, hochwertige Zutaten direkt von den Erzeugern. Hervorragendes Gemüse, duftende Backwaren, Käse, Wurstwaren und vieles mehr. In Prag sind die Bauernmärkte an der Náplavka oder auf dem Platz Jiřího z Poděbrad außerordentlich beliebt.
  • Mach einen Ausflug in die mährischen Weinberge. Südmähren ist für seinen Wein berühmt. Mein persönlicher Tipp? Besuch das Festival otevřených sklepů (Festival der offenen Weinkeller). An einem verlängerten Wochenende probierst du dort Dutzende Weine und regionale Spezialitäten!
  • Geh für ein Degustationsmenü tschechischer Gerichte in ein Restaurant, das bei Einheimischen einen Namen hat. Du siehst die tschechische Gastronomie in einem ganz neuen Licht. Das Restaurant La Degustation Bohême Bourgeoise trägt einen Michelin-Stern und kocht (Überraschung!) tschechische Küche. Ein günstigeres Erlebnis bietet das Restaurant U Kalendů (gleich gegenüber sind samstags die Bauernmärkte an der Náplavka). Beide liegen in Prag, großartige Restaurants findest du aber in ganz Tschechien.
Typische tschechische Suppe: Rinderbrühe mit Leberknödeln.
Typische tschechische Suppe: Rinderbrühe mit Leberknödeln.

Regionale tschechische Küche und Spezialitäten

  • Die südböhmische Küche ist bekannt für ihre Süßwasserfische, vor allem Karpfen und Forelle. Der Karpfen aus Třeboň ist in ganz Tschechien ein Begriff. Südböhmen ist die Heimat der Jihočeská niva, eines köstlichen Käses vom Typ Roquefort mit blaugrünem Schimmel im Inneren, und des Käses Blaťácké zlato.
  • Die Region Pilsen ist für ihr Bier berühmt, aber auch für ihre ausgezeichnete Küche. Von hier stammen die Chodské koláče, runde Hefeteigkuchen mit verschiedenen Füllungen, etwa aus Quark, Mohn oder Pflaumenmus.
  • Die mittelböhmische Küche ist von der Nähe Prags geprägt und bietet viele typisch tschechische Gerichte. Die bekannteste regionale Spezialität ist der Prager Schinken.
  • Die mährische Küche ist berühmt für die Olomoucké tvarůžky, einen Reifekäse aus entrahmter Milch. Aus der mährischen Walachei kommen die valašské frgály, große runde Kuchen mit verschiedenen Füllungen. Eine regionale Spezialität Nordmährens sind zum Beispiel die Štramberker Ohren (štramberské uši). Auch der mährische Wein ist hier auf hohem Niveau.
Typische regionale Spezialität aus Nordböhmen: Hochzeitskuchen (kecané koláče).
Typische regionale Spezialität aus Nordböhmen: Hochzeitskuchen (kecané koláče).

Berühmte tschechische Chefköche

  • Zdeněk Pohlreich (1957). Zdeněk Pohlreich ist einer der bekanntesten tschechischen Chefköche und Fernsehpersönlichkeiten. Berühmt wurde er vor allem durch seine Sendung "Ano, šéfe!" (Ja, Chef!), in der er Restaurants half, ihre Qualität und ihren Service zu verbessern. Pohlreich ist für seinen direkten, manchmal auch harschen Stil bekannt, der aber immer auf Perfektion zielt. Ihm gehören mehrere Restaurants in Prag.
  • Radek Kašpárek (1981). Radek Kašpárek ist Chefkoch und Inhaber des Prager Restaurants Field, das einen Michelin-Stern bekommen hat. Kašpárek ist für seine experimentelle Herangehensweise ans Kochen bekannt und dafür, dass er innovative Gerichte schafft, die traditionelle tschechische Aromen mit modernen Techniken verbinden. Radek Kašpárek ist Chefjuror der Show MasterChef Česko. Er moderierte außerdem die erste Staffel der tschechischen Version der TV-Show Hell's Kitchen Česko.
  • Roman Paulus (1975). Roman Paulus ist eine weitere bedeutende Figur der tschechischen Gastronomie. Er war Chefkoch im renommierten Prager Restaurant Alcron, das unter seiner Führung einen Michelin-Stern bekam. Paulus ist für seine präzise Art zu kochen bekannt und dafür, dass er traditionelle tschechische Rezepte mit modernen Techniken kombiniert.
  • Jan Punčochář (1979). Jan Punčochář ist einer der bekanntesten Chefköche Tschechiens. Sein Restaurant U Matěje in Prag wurde schnell zu einem beliebten Ort für Liebhaber guter tschechischer Küche. Punčochář setzt auf lokale und saisonale Zutaten. Zuvor war er Chefkoch im Restaurant Grand Cru. Jan Punčochář sitzt in der Jury von MasterChef Česko.
  • Přemek Forejt (1987). Ein junger, talentierter Chefkoch, der sich einen großen Namen gemacht hat. Derzeit leitet er das Restaurant Entrée in Olmütz, das einen Michelin-Stern hat. Přemek Forejt sitzt in der Jury von MasterChef Česko.
  • Oldřich Sahajdák (1975). Oldřich Sahajdák steht hinter dem Prager Restaurant La Degustation Bohême Bourgeoise, das 2012 als erstes auf die tschechische Küche ausgerichtetes Restaurant einen Michelin-Stern bekam und die Auszeichnung seitdem hält. Sahajdák setzt auf die Neuinterpretation traditioneller tschechischer Rezepte mit modernen Techniken und regionalen Zutaten, in der Küche hat heute Chefkoch Marco Christov das Sagen.
Moderne Interpretation des typisch tschechischen Gerichts Vepřo-knedlo-zelo von Přemek Forejt (Olmützer Restaurant Entrée).
Moderne Interpretation des typisch tschechischen Gerichts "Vepřo-knedlo-zelo" von Přemek Forejt (Olmützer Restaurant Entrée).

Tschechische Michelin-Restaurants

Die tschechische Gastroszene kann mit neun Restaurants aufwarten, die mit Michelin-Sternen ausgezeichnet sind. Zwei davon hält als einziges Haus das Papilio von Chefkoch Jan Knedla in Vysoký Újezd, je einen dann das Field unter Chefkoch Radek Kašpárek, bekannt auch aus der Fernsehshow MasterChef Česko, das La Degustation Bohême Bourgeoise sowie das Levitate, das Casa de Carli und das Štangl in Prag, das Entrée in Olmütz, das Essens in Hlohovec und das La Villa in Zlín. Diese Häuser stehen für das Beste der tschechischen Haute Cuisine - das Papilio, das Field, das La Degustation und das Olmützer Entrée kenne ich von eigenen Besuchen.

Neben den Michelin-Sternen wird in Tschechien auch die Auszeichnung Bib Gourmand vergeben, die weitere achtzehn Restaurants bekommen haben. Darunter sind das italienische Restaurant Dejvická 34, das tschechisch-französische Restaurant Na Kopci oder die modern interpretierte tschechische Küche im The Eatery. Weitere 52 Häuser sind im Guide Michelin für Tschechien mit der Empfehlung Selected gelistet.

Karpfentatar mit Gurkensuppe aus einem (meiner Meinung nach) künftigen tschechischen Sternerestaurant - dem Prager Restaurant Vallmo.
Karpfentatar mit Gurkensuppe aus einem (meiner Meinung nach) künftigen tschechischen Sternerestaurant - dem Prager Restaurant Vallmo.

Wissenswertes über tschechisches Essen

  • Das älteste tschechische Kochbuch. Das älteste erhaltene gedruckte tschechische Kochbuch erschien schon 1535. Das berühmteste ist aber die "Domácí kuchařka" (Das häusliche Kochbuch) von Magdalena Dobromila Rettigová aus dem Jahr 1826, bis heute das Grundlagenwerk der tschechischen Küche.
  • Die Becherovka aus Karlsbad. Die Becherovka, ein Kräuterlikör aus Karlsbad, wurde ursprünglich als Heilmittel hergestellt. Ihre Rezeptur ist streng geheim und nur einer Handvoll Menschen bekannt. Die Becherovka wird oft als Digestif getrunken und ist nicht nur in Tschechien beliebt, sondern auch im Ausland.
  • Tschechische Käse. Auch wenn Tschechien für seine Käse nicht so bekannt ist wie zum Beispiel Frankreich oder die Schweiz, hat es einige einzigartige Sorten. Eine davon sind die Olomoucké tvarůžky, die zu den wenigen tschechischen Käsen mit geschützter geografischer Angabe in der Europäischen Union gehören.
  • Kofola. Kofola ist ein beliebtes tschechisches alkoholfreies Getränk, das in den 60er-Jahren als Ersatz für Coca-Cola und Pepsi entstand, die in der Tschechoslowakei damals nicht zu bekommen waren. Kofola hat einen unverwechselbaren Kräutergeschmack und ist bis heute sehr beliebt.
  • Der Trdelník ist nicht tschechisch. Obwohl der Trdelník bei Ausländern auf den tschechischen Märkten sehr beliebt ist, liegt sein Ursprung nicht in Tschechien. Er stammt aus Siebenbürgen (dem heutigen Rumänien) und kam über die ungarische Küche nach Böhmen.
  • Pilsner Urquell. Die 1842 gegründete Brauerei Pilsner Urquell ist die Heimat des weltweit ersten hellen Lagerbiers nach Pilsner Art.
  • Tschechisches Brot. Tschechisches Brot ist bekannt für seinen typisch säuerlichen Geschmack und seine lange Haltbarkeit. Traditionelles tschechisches Brot wird mit Roggensauerteig gebacken, was ihm seine einzigartige Säure gibt.

Genieß Tschechien und das beste tschechische Essen!

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

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