Zum Inhalt springen

Länder
Wohin als Nächstes? Über mich Kontakt Newsletter

Was isst man in Eriwan?

Dan Špaňhel Aktualisiert Keine Kommentare

Eriwan (armenisch Երևան, englisch Yerevan) ist die Hauptstadt und größte Stadt Armeniens und zugleich der beste Ort, um die armenische Küche in ihrer ganzen Breite kennenzulernen. Hier findest du beide berühmten Brandy-Brennereien, die größte Markthalle des Landes und Restaurants, die traditionelle Gerichte auf Spitzenniveau servieren und ganz selbstverständlich noch Livemusik mit Duduk oder eine abendliche Feuershow draufpacken. Ich habe in Eriwan mehrere Tage lang gegessen und satt hatte ich die Stadt am Ende trotzdem nicht - im Gegenteil, die Liste der Gerichte, die ich beim nächsten Mal probieren will, wurde mit jedem Tag länger.

Verkostung des Brandy Ararat in der Eriwaner Brennerei.
Verkostung des Brandy Ararat in der Eriwaner Brennerei.

Was man in Eriwan probiert

  • Brandy Ararat. Der berühmteste armenische Weinbrand kommt direkt aus Eriwan - die Yerevan Brandy Company steht hier seit 1887 und ihr Gebäude ist ein unübersehbares Wahrzeichen am östlichen Stadteingang. Die Museumsführung mit Verkostung gehört zu den Höhepunkten eines Besuchs in Eriwan.
  • Brandy Noy. Der Eriwaner Konkurrenzbrandy reift in den Kellern auf dem Gelände der einstigen Festung Erivan, nur ein paar Hundert Meter von Ararat entfernt, jenseits des Flusses Hrasdan. Dabei sind beide Brennereien aus ein und demselben Betrieb vom Ende des 19. Jahrhunderts hervorgegangen.
  • Bier Kilikia. Gebraut wird es von der 1952 gegründeten Eriwaner Brauerei, der größten im Land. An armenisches Bier kommst du in Restaurants meist nur in der Flasche - probieren lohnt sich trotzdem.
  • Nraneh. Eine seltene Lammsuppe mit Granatapfelsaft, der du außerhalb der Eriwaner Restaurants praktisch nirgends begegnest - auf der Karte steht sie im Lavash und im Sherep. Eines der interessantesten Gerichte, die ich in Armenien gegessen habe.
  • Ponchiki. Gefüllte Krapfen, für die die Eriwaner in die Ponchik-Bäckerei der Firma Grand Candy gehen. Das Lokal mit Krapfen und Kakao gehört in der Stadt zu den festen Institutionen.
  • … und bei Bedarf weitere 35 armenische Gerichte aus der Liste: Was isst man in Armenien.
Die Keller, in denen der Brandy Noy reift.
Die Keller, in denen der Brandy Noy reift.

Wo man in Eriwan essen geht

  • Restaurant Lavash. Mein Lieblingslokal in Eriwan - armenische Klassiker modern serviert, im Untergeschoss backen sie ihr Brot selbst. Ich habe hier Khorovats von Schweinerippchen, Harissa, Dolma vom Rinderfilet, Ghapama und die Suppe Nraneh probiert, und alles war perfekt. Zum Frühstück bekam ich als Aufmerksamkeit ein Gläschen frisch gemolkene Milch. Außer zum Frühstück ist eine Reservierung nötig, ein Tag im Voraus genügt.
  • Tavern Yerevan Riverside. Die größte Filiale der Kette Tavern Yerevan am Fluss und mein zweitliebster Ort in der Stadt. Perfektes Tjvjik, Salat aus Aveluk und am Abend ein Kulturprogramm, das in einer Feuershow gipfelt - der besten, die ich je gesehen habe. Die Gebühr für das Programm wird pro Tisch berechnet und richtet sich danach, wie gut man die Bühne sieht - sie lohnt sich auf jeden Fall.
  • Tavern Yerevan Khorenatsi. Die Filiale mit klassischen armenischen Volksliedern, unter den Instrumenten fehlt der Duduk nicht. Ich hatte hier die Suppe Putuk, Khashlama vom Kalb und Baklava Gavar. In die dritte Filiale Amiryan im Zentrum bin ich ohne Reservierung nicht hineingekommen - sie ist meistens voll.
  • Anteb Restaurant. Manti, wie du sie in Eriwan kaum besser bekommst - goldbraun gebacken, in kräftiger Brühe mit Matsun-Joghurt. Großartig sind auch das Lahmajun mit perfekt knusprigem Teig und das Gouvaj vom Lamm.
  • Artashi Mot. Ein einfaches Lokal ohne Schnickschnack, in dem die Joghurtsuppe Spas in riesigen Portionen auf den Tisch kommt.
  • Markthalle GUM. Die größte überdachte Markthalle Eriwans mit Trockenfrüchten, Sujukh aus Nüssen, Zöpfen aus Aveluk und dem Käse Horats Panir, der ein halbes Jahr lang unter der Erde vergraben reift. Komm am Morgen, wenn die Auswahl am größten ist, und nimm Bargeld mit - mit Karte zahlst du hier nicht.
  • Brandy-Museum Ararat. Ein modernes Museum mit Führung und Verkostung - die Varianten unterscheiden sich danach, wie alt der Brandy ist, den du probieren willst. Buchen kannst du online oder vor Ort.
  • Noy Factory. Die Führung durch die Keller des Brandy Noy läuft angenehm altmodisch ab, mit einer Verkostung von Likörweinen aus den Sammlerjahrgängen 1913 und 1924. Zusammen mit dem Ararat-Museum schaffst du beides an einem Tag - genau so habe ich es gemacht.

(In allen genannten Restaurants kannst du mit Karte zahlen, und auf die Rechnung werden automatisch 10 % Trinkgeld aufgeschlagen. Die Ausnahme ist die Markthalle GUM, wo nur Bargeld akzeptiert wird.)

Trockenfrüchte in der Markthalle GUM.
Trockenfrüchte in der Markthalle GUM.

Eriwan ist eine Stadt, in der man tagelang nur essen und trinken kann und trotzdem immer noch Neues entdeckt. Ich bin mir sicher, dass du die Eriwaner Restaurants genauso liebgewinnst wie ich.

Lass dir das Essen in Eriwan schmecken!

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

Über mich Kontakt

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.