Kulinarische Mitbringsel
Essen ist für mich das beste Souvenir: anders als ein Kühlschrankmagnet lässt es sich zu Hause genießen und bringt mich für einen Moment zurück auf die Reise. Deshalb bringe ich von jeder Reise kulinarische Mitbringsel mit. Normalerweise reise ich mit leichtem Gepäck, nur mit einem kleinen Rucksack, beim Essen mache ich aber Ausnahmen - aus dem Iran kam ich mit einem Koffer zurück und habe das erlaubte Gewicht "nur" um ein Kilo überschritten 😁

Meine drei liebsten kulinarischen Mitbringsel
Die Rangliste verschiebt sich mit jeder Reise ein wenig, diese drei liegen bei mir aber seit Langem vorn:
- Iranische Pistazien. Das berühmteste Mitbringsel aus dem Iran und meine Nummer eins. Beim Kauf lohnt es sich, auf die Sorte Akhbari zu achten - sie ist die teuerste von allen, aber der Unterschied ist deutlich zu schmecken. Was sonst noch einen Platz im Koffer verdient, verrate ich im Artikel Was aus dem Iran mitbringen?
- Tee. Ich bevorzuge schwarzen oder grünen. Ich hole mir iranischen Tee aus Gilan und türkischen Tee aus der Gegend um Rize, zuletzt hat mich aber ein ganz einfacher schwarzer Tee aus Pakistan vollends begeistert: Tapal Danedar, ein granulierter Tee aus einem Familienunternehmen in Karatschi, das schon seit 1947 besteht.
- Lokale italienische Pasta. In Italien gibt es unzählige Nudelsorten, deshalb nehme ich immer die Form mit, die für die jeweilige Region typisch ist - aus Sizilien Busiate aus der Gegend um Trapani und Caserecce, aus Bari Orecchiette, die dort sogar eine eigene Gasse haben, in der die Frauen sie direkt vor den Haustüren von Hand formen. Am liebsten kaufe ich die Vollkornvarianten.

Süße Beute
Aus jedem besuchten Land mindestens eine Schokolade mitzunehmen, ist für mich (fast) Pflicht - auch aus Ländern, die nicht gerade für Schokolade berühmt sind. Die größte Überraschung der letzten Zeit war die iranische Dubai-Schokolade: Pralinen mit Pistazien und Kadayif, die es mit den europäischen aufnehmen. Ein Klassiker bleibt die Schweizer Schokolade - ohne ein paar Tafeln fahre ich schlicht nicht nach Hause.
Die Halva ist meine liebste türkische Süßigkeit, sie krümelt auf der Zunge und zergeht zugleich. Die tunesische Halva in der Aluschale, wie man sie in Tschechien von Leberpastete kennt, "musste" ich mitnehmen - inzwischen weiß ich, dass man um diese Form besser einen Bogen macht 😁 Aus Polen hole ich die Karamellbonbons Krówki, die nur aus Milch, Zucker und Butter bestehen, aus dem Iran Sohan mit Honig oder Gaz mit Pistazien, aus der Türkei Lokum und aus Großbritannien Fudge.

Käse und Wurstwaren
Käse und luftgetrockneter Schinken machen regelmäßig den größten Teil dessen aus, was bei mir zu Hause landet. Aus der Schweiz ist es der würzige Tête de Moine, den ein spezieller Schaber zu dünnen Rosetten hobelt, aus Spanien der geräucherte baskische Idiazabal (mein Stück holte bei den World Cheese Awards Bronze) und der luftgetrocknete Jamón, aus Bulgarien der Weißkäse Sirene. Es geht aber auch andersherum: Olmützer Quargel nehme ich oft mit nach Frankreich, in ein Land mit berühmter Käsetradition - und dank ihres kräftigen Geschmacks kommen sie dort gut an.

Kaffee und etwas Hochprozentiges
Als Kaffeeliebhaber muss ich praktisch aus jedem Land welchen mitbringen - auch aus denen, in denen kein Kaffee wächst. Wichtig ist mir, dass er wenigstens aus einer örtlichen Rösterei stammt. Und seit ich mir aus Italien eine Mokkakanne geholt habe, schwöre ich auf frisch gemahlenen Kaffee.
Bei Alkohol setze ich auf Probierpakete: den mauritischen Rum habe ich als Set aus fünf Fläschchen der Destillerie Saint Aubin mitgenommen und den armenischen Brandy Ararat als drei Jahrgänge nebeneinander - so zeigt sich schön, was die Zeit im Fass mit ihm macht. Aus Tschechien nehme ich umgekehrt mährischen Sliwowitz (Slivovice) mit ins Ausland; auch bei uns in der Familie wird eigener gebrannt.

Wie und wo ich einkaufe
- Ein ganz normaler Supermarkt tut es hervorragend. In der Schweiz COOP, auf Mauritius die Kette Winners, in der Türkei der ganz gewöhnliche Laden um die Ecke. Noch besser ist es, direkt bei den Herstellern zu kaufen, wo das geht - Pistazienmus und ein getriebenes Kupfertablett habe ich im iranischen Yazd bei Leuten gekauft, die beides selbst herstellen.
- Gewürze kaufe ich abgepackt, nicht lose auf dem Markt. Bei solchen Waren mag ich das Gefühl von Sauberkeit, das mir eine hygienische Verpackung aus dem Supermarkt gibt. Das gilt auch für Safran - der iranische ist der begehrteste der Welt.
- Ins Handgepäck gehören kleine und bruchsichere Packungen. Probierfläschchen mit Alkohol erfüllen auch die Flüssigkeitsregeln fürs Handgepäck, vakuumverpackter Käse oder Oliven durch die Sicherheitskontrolle. Zerbrechliches wie die spanischen Mantecados packst du dagegen besser in die Mitte des Koffers - sonst kommen zu Hause nur Krümel an.
- Ich achte auf die Zollbestimmungen. Vor allem bei Flügen außerhalb Europas vergewissere dich vorab, dass du die jeweiligen Produkte legal einführen darfst.
- Ich denke an die Haltbarkeit. Frisches kaufe ich erst am letzten Tag und esse es zu Hause als Erstes; Trockenobst, Halva oder Bsissa halten sich dagegen wochenlang.
Und was ist dein bestes kulinarisches Mitbringsel? Gute Reise und einen Koffer voller Köstlichkeiten!
Was aus Nordmazedonien mitbringen?
Aus Nordmazedonien bringe ich vor allem Käse mit: Schaf-Kaškaval aus Trnica unterhalb des Korab, den harten, salzigen Bieno sirenje, den gemischten Mešano sirenje und Ziegenkäse aus der Umgebung von Bitola. Dazu scharfen Ajvar, der aber nur ins aufgegebene Gepäck gehört, und Schokolade von der Skopjer Evropa, deren minzige Minti die größte Überraschung des ganzen Einkaufs waren.
Was aus Tschechien mitbringen?
Tschechien, mein Heimatland. Das Land des Bieres, der Becherovka, der Olmützer Quargel, der Kuroblaten und weiterer außergewöhnlicher kulinarischer Souvenirs wie Horschitzer Röhrchen oder Štramberker Ohren. Auch der mährische Sliwowitz und der Wein dürfen nicht fehlen. Und einzigartig ist, wie Mohn in der tschechischen Küche verwendet wird.
Was aus dem Iran mitbringen?
Der Iran ist ein Land voller gastronomischer Schätze, die sich perfekt als Souvenir eignen. Zu den berühmtesten gehören Pistazien, vor allem die Sorte Akhbari, bekannt für ihre Größe und ihr intensives Aroma. Auch über die traditionellen Süßigkeiten aus Yazd - Qottab und Loz - freut sich meiner Meinung nach jeder, der Süßes mag. Nicht zu vergessen der Safran, die exotischen Berberitzen, der Tee aus Gilan und der Kandiszucker Nabat. Und der Iran hat noch viel, viel mehr zu bieten.
Was aus Tunesien mitbringen?
Zu meinen liebsten kulinarischen Mitbringseln aus Tunesien gehört der dortige Couscous. Er ist die Grundlage der tunesischen Küche und seine Qualität ist erstklassig. Tunesisches Olivenöl zählt zu den besten der Welt. Und dann ist da noch Bsissa, diese nahrhafte Mischung aus Getreide, Hülsenfrüchten und Gewürzen - der kann ich einfach nicht widerstehen, für mich ist sie so etwas wie die tunesische "Nutella".
Was aus Polen mitbringen?
Zu den beliebtesten kulinarischen Mitbringseln aus Polen gehören traditionelle Wurstwaren wie Kiełbasy und Kabanosy, die durch Qualität und Geschmack überzeugen. Süße Verlockungen sind die beliebten Karamellbonbons Krówki und das Dessert Ptasie mleczko. Mein großer Favorit ist die Suska sechlońska, eine rauchgetrocknete Pflaume mit geschützter geografischer Angabe. Auch dem erfrischenden Fruchtdessert namens Kisiel kann ich nie widerstehen.
Was aus Spanien mitbringen?
Aus Spanien bringe ich jedes Mal einen ganzen Rucksack voller Delikatessen mit: luftgetrockneten Jamón, Chorizo, den baskischen Käse Idiazabal, marinierte Boquerones sowie die mürben Kekse Mantecado und Polvorónes. Dazu Kakao, aus dem ich zu Hause die dicke heiße Schokolade koche, wie sie in Spanien zu Churros serviert wird.
Was aus Armenien mitbringen?
Armenien gehört zu den kulinarisch reichsten Ländern, die ich bereist habe, und kulinarische Mitbringsel findet man dort in Hülle und Fülle. Mitgebracht habe ich eine Geschenkpackung Brandy Ararat, getrocknete Aprikosen und Pfirsiche, den süßen Sujukh aus Walnüssen und Lavash mit Holzkohle. Für die lange Heimreise haben sich der Zupfkäse Chechil und Salamisticks bewährt.
Was aus der Schweiz mitbringen?
Aus der Schweiz bringe ich vor allem Käse mit: den würzigen Appenzeller, echten Emmentaler aus dem Emmental, Gruyère als Basis fürs Fondue und ein Probierpaket zum Kennenlernen. Dazu packe ich Birnweggen ein, luftgetrocknete Wurstwaren aus dem italienischsprachigen Kanton Tessin und ein paar Tafeln Schokolade - die Milchschokolade wurde schließlich genau hier erfunden. Fast alles bekommst du im ganz normalen Supermarkt.
Was aus Mauritius mitbringen?
In der Küche von Mauritius treffen Indien, China, Afrika und Frankreich aufeinander, und genauso bunt fallen die kulinarischen Mitbringsel aus. Ich habe ein Rum-Verkostungsset von Saint Aubin mitgebracht, Gewürze zum Aromatisieren von Rum, Kaffee der Rösterei Dodo Café und Vanilletee von Bois Chéri. Salzige Bananenchips und scharfe Ingwerbonbons versüßten den langen Rückflug.
Was aus Israel mitbringen?
In der israelischen Küche treffen die Geschmäcker von Juden aus aller Welt aufeinander, und so hatte ich viele der dortigen Spezialitäten schon früher in ihren Herkunftsländern probiert. Mit nach Hause genommen habe ich am Ende trotzdem drei: Bisli in Nudelform, die Erdnussflips Bamba, die in Israel ein Viertel des Snackmarkts ausmachen, und die Nudeln Ptitim, die "Ben Gurions Reis" genannt werden.