Was isst man in Istanbul und wo isst man gut?
Istanbul ist nicht nur die Stadt, in der Europa auf Asien trifft. Seine Lage an der Kreuzung alter Handelswege und die jahrhundertelange Rolle als Hauptstadt eines Reiches haben Raum für eine eigene Küche geschaffen, die sich deutlich von der anatolischen unterscheidet.
Typische Zutaten in Istanbul
Die typische Istanbuler Küche baut vor allem auf frischem Fisch, Meeresfrüchten, saisonalem Gemüse, Olivenöl und einer eigenen Gewürzmischung auf, in der sich die kosmopolitische Geschichte der Stadt spiegelt.
Hier herrscht ein feuchtes Küstenklima, und das prägt sowohl das, was vor Ort wächst, als auch die Aromen der Küche. Die Menschen hier nutzen deshalb, was der Bosporus und das Marmarameer hergeben, und ergänzen es mit Zutaten aus dem ganzen Land. Anders als im Landesinneren isst man in Istanbul feiner und städtischer. Durch den historischen Einfluss der Palastküche der osmanischen Sultane und der Minderheitengemeinschaften sind die typischen Aromen vielschichtig, verbinden oft Salziges mit Süßem und Saurem und fallen feiner aus als in anderen Teilen der Türkei.
Ihr eigenes Gesicht hat sich die Stadt in kleinen Lokalen und an den Straßenständen bewahrt, wo nur zählt, wie frisch und wie saisonal das Essen ist.
Das Essen ist heute einer der besten Gründe, nach Istanbul zu fahren.

Was man in Istanbul probieren sollte
- Balık ekmek. Ein Sandwich mit frisch gegrilltem Fisch, Zwiebeln und Salat, typisch für den Hafen Eminönü. Es steht für die Fischertradition Istanbuls und wird oft direkt von den Booten an der Galatabrücke verkauft.
- Simit. Eine knusprige runde Brezel mit Sesam, die an Straßenständen in ganz Istanbul verkauft wird. Simit gehört untrennbar zum Istanbuler Straßenleben und zum Frühstück der Stadtbewohner.
- Midye dolma. Mit gewürztem Reis gefüllte Muscheln, die Straßenverkäufer vor allem in belebten Touristenvierteln wie Istiklal, Karaköy oder Kadıköy anbieten. Typisches Istanbuler Street Food.
- Kumpir. Eine große Ofenkartoffel mit Butter und den unterschiedlichsten Füllungen, typisch vor allem für das Viertel Ortaköy.
- Islak Burger. Kleine Burger, die in scharfer Tomatensoße baden, typisch vor allem für die Gegend rund um den Taksim-Platz. Sie gehören fest zum Nachtleben im Istanbuler Zentrum.
- Kokoreç. Gewürzte, gegrillte Lammdärme, im Brot serviert. Ein typisches lokales Straßengericht, berühmt geworden durch die Istanbuler Esskultur und das Nachtleben.
- Tavuklu Pilav. Ein Straßengericht aus Reis, Hühnerfleisch und Kichererbsen, das an Ständen in ganz Istanbul verkauft wird. Beliebtes Street Food, das einfach zu dieser Stadt gehört.
- Tavuk göğsü. Ein besonderes Milchdessert mit fein zerzupftem Hühnerfleisch, ursprünglich beliebt im osmanischen Topkapi-Palast in Istanbul. Bis heute eine Spezialität der traditionellen Istanbuler Konditoreien.
- Turşu suyu. Der saure Sud von eingelegtem Gemüse, typisch vor allem für die Gegend um Eminönü, wo er in traditionellen Läden für eingelegtes Gemüse verkauft wird.
- … und dazu noch Dutzende weitere türkische Gerichte aus der Liste: Was isst man in der Türkei.

Wo man in Istanbul essen geht
- Gaziantep Közde Künefe Kebap Salonu. Mein Lieblingsrestaurant in Istanbul. Großartige Kebabs, Suppen und Ayran.
- Şehzade Cağ Kebap. Ein perfekter Lammkebab. Für mich ein Pflichtstopp.
- Pak Pide Pizza Salonu. Ein großartiges Bistro, das auf Pide spezialisiert ist.
- Çiya Sofrası. Eine berühmte Adresse für türkische Landküche.
- Café in der Bibliothek Nevmekân Sahil. Der perfekte Ort, um dem Trubel Istanbuls zu entkommen.
- Güneş Kokoreç. Ein authentisches Bistro für Kokoreç und Midye dolma.
- Karaköy Güllüoğlu. Eine historische Konditorei.
- Hayri Usta Ocakbaşı, Istanbul. Ein kleines Restaurant, spezialisiert auf Gerichte vom Grill.
- Vefa Bozası. Ein berühmter Laden im Istanbuler Viertel Vefa, seit 1876 in Betrieb. Spezialität ist die Boza - ein traditionelles dickflüssiges, fermentiertes Getränk aus Hirse, serviert mit Zimt und gerösteten Kichererbsen.
- Tantunihan. Ein Bistro im Zentrum Istanbuls, das Tantuni verkauft.
- Sabırtaşı Restoran. Eine berühmte Adresse für İçli köfte.
Lass es dir in Istanbul schmecken!
Simit: traditionelles türkisches Gebäck
Der Simit ist ein traditionelles türkisches Gebäck in Ringform, das mit Sesam bestreut ist. Seine Geschichte reicht bis ins Osmanische Reich zurück. Der Straßenverkauf ist zu einem festen Bestandteil der türkischen Kultur geworden. Traditionell kommt der Simit zu türkischem Tee oder Ayran auf den Tisch, dazu oft Käse, Oliven oder Tomaten. Der Simit gehört zu den unverkennbarsten Symbolen der türkischen Küche.
Lokum: die türkische Gelee-Süßigkeit
Das Lokum ist eine türkische Gelee-Süßigkeit. Es sind kleine, elastische Würfel, gewälzt in feinem Zucker oder in Stärke. Die moderne Rezeptur entstand Ende des 18. Jahrhunderts in Istanbul, als die Zuckerbäcker anfingen, raffinierten Zucker und Maisstärke zu verwenden. Dadurch bekam die Süßigkeit ihre typische samtige Konsistenz. Die Luxusvarianten stecken voller gerösteter Pistazien und Nüsse.
Acıbadem: typisches türkisches Mandelgebäck
Acıbadem ist ein typisches türkisches Mandelgebäck. Es stammt aus dem Osmanischen Reich, vermutlich aus der Gegend um Istanbul, und die ersten belegten Erwähnungen reichen ins 18. Jahrhundert zurück. Traditionell kommt Acıbadem zum türkischen Tee oder Kaffee auf den Tisch, probieren kannst du es in vielen türkischen Konditoreien und Bäckereien.
Karaköy Güllüoğlu: meine liebste Konditorei in Istanbul
Karaköy Güllüoğlu ist eine historische Istanbuler Konditorei, die bereits 1843 gegründet wurde. Das beliebte Haus hat sich auf traditionelle türkische Süßwaren spezialisiert und bietet eine unglaublich breite Auswahl an verschiedenen Sorten Baklava. Die Süßigkeiten nimmst du dir direkt aus der Vitrine oder vom Tablett. Neben den Desserts kannst du hier auch einen ausgezeichneten türkischen Tee genießen. Die Preise liegen niedriger als in den Lokalen im historischen Zentrum.
Midye Dolma: türkische gefüllte Miesmuscheln
Midye Dolma sind Miesmuscheln, gefüllt mit aromatisch gewürztem Reis. Dieses beliebte türkische Street Food gehört zum Nachtleben in Istanbul und in anderen Küstenstädten einfach dazu.
Islak Burger: der nasse Hamburger aus der Türkei
Islak Burger ist eine besondere türkische Hamburger-Variante mit feuchtem Brötchen und einer saftigen Scheibe Rinderhack. Das Gericht stammt aus Istanbul, genauer aus der Gegend um den Taksim-Platz. Die Burger werden vorbereitet und in Dampfboxen aufbewahrt, die für gleichbleibende Wärme und Saftigkeit sorgen. Islak Burger ist schnell, günstig und überraschend gut.
Gaziantep Közde Künefe Kebap Salonu: mein Lieblingsrestaurant in Istanbul
Gaziantep Közde Künefe Kebap Salonu ist ein authentisches Restaurant in Istanbul, das das Beste der türkischen Küche auftischt. Das Lokal wird dem gastronomischen Erbe der Stadt Gaziantep gerecht. Das Essen ist hier perfekt gewürzt und dabei sehr günstig. Auf der Karte stehen gegrillte Flügel, verschiedene Kebabs am Spieß und traditionelle Suppen. Eine Reservierung ist nicht nötig, mit Karte kann man nicht zahlen.
Café in der Bibliothek Nevmekân Sahil, Istanbul
Nevmekân Sahil ist ein Kulturzentrum im Istanbuler Stadtteil Üsküdar. Dieses versteckte Kleinod auf der asiatischen Seite der Stadt birgt unter seinem Glasdach mehr als 100.000 Bücher, historische Karten und seltene Handschriften aus osmanischer Zeit. Wer mag, studiert hier in Ruhe, alle anderen entspannen einfach bei einem Glas türkischem Tee. Die lichtdurchfluteten Räume sind die perfekte Flucht vor dem lauten Istanbul. Der Eintritt ist frei.
Kokoreç: traditionelles türkisches Street Food aus Lammdärmen
Kokoreç ist ein traditionelles türkisches Gericht aus Lamm- oder Hammeldärmen, die um einen Metallspieß gewickelt und langsam über Holzkohle gegrillt werden. Danach wird das Fleisch klein gehackt, gewürzt und meist in einem frischen Baguette serviert. Es gibt auch eine scharfe Variante, das "Atom Kokoreç". Kokoreç ist ein Paradebeispiel für traditionelles türkisches Street Food, besonders beliebt in Istanbul.
Der Große Basar: der größte Markt Istanbuls
Der Große Basar (Kapalıçarşı) ist einer der ältesten und größten überdachten Märkte der Welt. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1455 zurück, heute ist er eine faszinierende Stadt in der Stadt. In den versteckten Gassen arbeiten noch immer traditionelle Kantinen namens Esnaf lokantası. Dort wird ehrlich für einheimische Händler und Handwerker gekocht. Dazu kommen die Teemänner, die Hunderte Gläser starken Tee austragen. Der Große Basar ist ein Ort, an dem sich Geschichte mit dem alltäglichen Trubel des Handels mischt.