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Was isst man im Iran? Typische iranische Gerichte und Spezialitäten

Dan Špaňhel Aktualisiert Keine Kommentare

Die iranische Küche gehört zu den ältesten und raffiniertesten Küchen der Welt. Gerichte aus dem Iran (Persien) zeichnen sich durch ausgewogene Aromen, Finesse und sorgfältige Zubereitung aus. Die iranische Küche spiegelt die reiche Geschichte, die geografische Vielfalt des Landes und die Einflüsse der Nachbarkulturen und -völker wider.

Typisches iranisches Essen: Kabab koobideh (über dem Feuer gegrilltes Hackfleisch) mit Reis, Kräutern und Gemüse.
Typisches iranisches Essen: Kabab koobideh (über dem Feuer gegrilltes Hackfleisch) mit Reis, Kräutern und Gemüse.

Typische Zutaten der iranischen Küche sind Reis, Fleisch (vor allem Lamm, Hammel und Huhn), Kräuter, Granatäpfel, Safran, Kurkuma, Pistazien, Mandeln und Trockenfrüchte. Eine große Rolle spielen aromatische Zutaten wie Rosenwasser, Limetten und Kardamom. Iranische Gerichte sind für ihre fein abgestimmte Balance aus süßen, sauren und würzigen Aromen bekannt.

Die Iraner legen großen Wert auf das Aussehen ihrer Gerichte. Das Essen wird oft mit bunten Kräutern, Granatapfelkernen oder Pistazien garniert.

Die iranische Küche ist ein fester Bestandteil der Landeskultur und spiegelt die traditionelle iranische Gastfreundschaft wider. Gäste erwartet meist ein reich gedeckter Tisch mit vielen Gerichten, Tee und Süßigkeiten.

Typisches iranisches Essen

Zum typischen iranischen Essen gehören Gerichte wie Chelow kebab (Fleisch vom Spieß, das mit locker gekochtem Safranreis serviert wird). Beliebt sind die verschiedenen Kebab-Sorten: Koobideh (Hackfleisch am Spieß), Barg (dünne Scheiben mariniertes Fleisch) oder Joojeh (gegrilltes mariniertes Huhn). Ein weiteres typisches iranisches Gericht ist Fesenjan, ein sämiger Schmortopf aus gemahlenen Walnüssen, Granatapfelsaft und Fleisch, das kräftig süßsauer schmeckt.

Zu den typischen iranischen Gerichten zählen auch verschiedene Reisgerichte, zum Beispiel Tahchin (geschichteter Reis mit Safran, Joghurt und Hühnerfleisch). Beliebt ist außerdem die sämige Suppe Ash reshteh aus Hülsenfrüchten, Nudeln, Kräutern und Gemüse.

Iranisches Nationalgericht

Das iranische Nationalgericht ist Ghormeh sabzi. Ghormeh sabzi gehört zu den traditionsreichsten iranischen Gerichten und ist im ganzen Land beliebt. Die Grundlage sind frisch gehackte Kräuter (Petersilie, Koriander, Minze, Lauch), dazu kommen Bohnen, getrocknete Limetten (Limoo amani) und klein geschnittenes Fleisch. Ghormeh sabzi schmort mehrere Stunden langsam, damit sich die Aromen perfekt verbinden und der charakteristische säuerliche Geschmack entsteht. Traditionell wird es mit Reis serviert. Ghormeh sabzi gilt als das Gericht, das die iranische Küche symbolisiert.

Ash-e shooli: eine säuerliche iranische Suppe, regionale Spezialität der Stadt Yazd.
Ash-e shooli: eine säuerliche iranische Suppe, regionale Spezialität der Stadt Yazd.

Was du im Iran probieren solltest

  • Chelow kabab. Gegrilltes Lamm-, Hühner- oder Rindfleisch am Spieß, serviert mit gebuttertem Reis und gegrillten Tomaten. Eines der Symbole der iranischen Küche.
  • Ghormeh sabzi. Geschmortes Fleisch mit Kräutern (Petersilie, Koriander, Minze, Lauch), Bohnen und getrockneten Limetten. Es gilt als iranisches Nationalgericht und ist typisch für ländliche Gegenden und Familienfeiern.
  • Fesenjan. Geschmortes Fleisch (Huhn, Ente oder anderes) in einer Sauce aus gemahlenen Walnüssen und Granatapfelsaft. Optisch erinnert es entfernt an mitteleuropäisches Gulasch.
  • Ash reshteh. Sämige Suppe mit Nudeln, Bohnen, Kräutern und fermentierter Molke (Kashk).
  • Zereshk polo ba morgh. Geschmortes Huhn mit Reis und sauren Berberitzen, ein typisches Gericht für festliche Anlässe.
  • Tahchin. Überbackener Reis mit Joghurt, Safran und Hühnerfleisch, bekannt für seine knusprige, goldene Bodenschicht (Tahdig), eine Spezialität Teherans und des zentralen Iran.
  • Khoresht gheimeh. Ein Gericht aus Fleisch, gelben Spalterbsen, Tomaten und getrockneten Limetten, das oft bei religiösen Festen serviert wird.
  • Sangak. Das iranische Nationalbrot. Es wird in einem speziellen Ofen auf kleinen Kieseln gebacken.
  • Dizi/Abgoosht. Dicker Lammeintopf mit Kichererbsen und Kartoffeln, gekocht in traditionellen Tongefäßen (Dizi). Er wird mit einem speziellen Stößel zerdrückt.
  • Mirza ghasemi. Ein Gericht aus gebackenen Auberginen, Knoblauch, Tomaten und Eiern, typisch für den Norden des Iran, besonders für die Provinz Gilan.
  • Kashk-e bademjan. Auberginen mit fermentierter Molke (Kashk), getrockneter Minze und Knoblauch, eine im ganzen Land beliebte vegetarische Vorspeise.
  • Baghali polo ba Mahiche. Reis mit Dill, Bohnen und Lammhaxe, ein Festgericht in iranischen Familien.
  • Kuku sabzi. Omelett mit frischen Kräutern, beliebt bei persischen Feiern.
  • Mast-o khiar. Joghurtdip mit Gurke, Minze und Rosinen, oft als erfrischende Beilage an heißen Sommertagen.
  • Salad Shirazi. Einfacher Salat aus Gurken, Tomaten und Zwiebeln mit Zitronendressing, benannt nach der Stadt Schiras.
  • Ash-e doogh. Suppe aus dem Joghurtgetränk "Doogh", Kräutern und Hülsenfrüchten, populär im Nordwesten des Iran, besonders in Ardabil.
  • Doogh. Erfrischendes Joghurtgetränk mit Minze, im ganzen Iran sehr beliebt als Begleitung zum Essen.
  • Sharbat-e sekanjabin. Erfrischender Sirup aus Zucker, Minze und Essig, der traditionell im Sommer zur Abkühlung serviert wird.
  • Bastani sonnati. Traditionelles persisches Eis mit Safran, Rosenwasser und Pistazien, im ganzen Land beliebt.
  • Faloodeh Shirazi. Dessert aus gefrorenen Stärkenudeln mit Rosenwasser und Limette; diese Variante kommt aus Schiras.
  • Gaz. Nougat aus Pistazien, Mandeln und Rosenwasser, typisch für die Stadt Isfahan.
  • Sohan. Knusprige Süßigkeit aus Safran, Zucker und Pistazien, traditionell mit der Stadt Ghom verbunden.
  • Lavashak. Getrocknetes Fruchtleder in verschiedenen Geschmacksrichtungen, eine beliebte selbst gemachte Süßigkeit in iranischen Familien.
  • Sholeh zard. Dessert aus Reis, Safran und Rosenwasser, das traditionell an religiösen Feiertagen zubereitet wird.
  • Halva zard. Dessert aus Mehl, Butter, Zucker und Safran, das an einen dicken Brei erinnern kann. Es wird auch warm gegessen.
  • Zoolbia & Bamieh. Süßes, frittiertes Gebäck in Sirup, im Ramadan sehr populär.
  • Nan khamei. Iranisches Sahnegebäck, das an Windbeutel erinnert, beliebt in den Cafés von Teheran.
  • Barbari. Traditionelles iranisches Brot aus dem Steinofen, für viele Iraner täglicher Teil des Frühstücks.
  • Gheymeh nesar. Festliches Gericht aus Reis, Fleisch, Pistazien, Mandeln und Orangenschale, eine Spezialität der Stadt Qazvin.
  • Ash-e mast. Joghurtsuppe mit Reis, Kräutern und Hülsenfrüchten, typisch für Isfahan.
  • Kale pache. Gekochter Hammelkopf und Hammelfüße, ein beliebtes traditionelles Frühstücksgericht.
  • Loobia polo. Reis, der mit grünen Bohnen, Tomaten und Fleisch geschmort wird, ein alltägliches Gericht der Hausmannskost.
  • Reshteh polo. Reis mit gerösteten Nudeln, Fleisch und Rosinen.
  • Albaloo polo. Reis mit Sauerkirschen und Hühnerfleisch, beliebt wegen seines süßsauren Geschmacks, traditionell aus dem Norden des Iran.
  • Ash-e jo. Suppe aus Gerste und Kräutern, typisch für die kalten Regionen im Westen des Iran.
  • Khoresh karafs. Ein Gericht aus Stangensellerie, Fleisch und Kräutern, ein Klassiker der Hausmannskost.
  • Khoresh-e beh. Geschmortes Fleisch mit Quitte, ein typisches Herbstgericht.
  • Masghati. Dessert aus Rosenwasser, Stärke und Pistazien, eine Spezialität der Stadt Schiras.
  • Kak-e Yazdi. Süße kleine Kuchen, typisch für die Stadt Yazd, populär an iranischen Feiertagen.
  • Halim. Traditioneller dicker Brei aus Weizen und lange gekochtem Lammfleisch, mit Zimt gewürzt, beliebt als kräftiges Frühstück besonders in den kälteren Regionen des Iran, zum Beispiel in Täbris.
  • Taftoon. Einfaches, weiches, rundes Brot, das dem Lavash-Brot ähnelt. Im Iran wird es als Alltagsbrot gegessen.
  • Qottab. Kleine frittierte süße Küchlein, gefüllt mit einer Mischung aus Nüssen und Mandeln, eine traditionelle Spezialität der Stadt Yazd, die oft an persischen Festen und Feiertagen zubereitet und serviert wird.
  • Pashmak. Iranische Zuckerwatte mit feiner Struktur und verschiedenen Geschmacksrichtungen, typisch für Yazd, wo sie noch traditionell von Hand hergestellt wird.
  • Koloocheh. Beliebte Kekse oder Küchlein mit einer Füllung aus Datteln oder verschiedenen Nüssen, die es in vielen regionalen Varianten gibt; die bekanntesten kommen aus dem Norden des Iran, besonders aus den Städten Lahidschan und Fuman.
Typisches iranisches Essen: Kabab (über dem Feuer gegrilltes Fleisch), Mast-o musir (Joghurtdip), Sabzi khordan (eine Schale Kräuter) und Brot.
Typisches iranisches Essen: Kabab (über dem Feuer gegrilltes Fleisch), Mast-o musir (Joghurtdip), Sabzi khordan (eine Schale Kräuter) und Brot.

Typische iranische Getränke

Zu den beliebtesten und charakteristischsten iranischen Getränken gehört Tee, der ein fester Bestandteil des Alltags der Iraner ist. Tee wird im Iran schwarz getrunken, oft stark gesüßt. Er kommt in kleinen Gläsern auf den Tisch, die "Estekan" heißen, und wird meist mit Zuckerstücken oder mit Nabat gereicht, einer besonderen Zuckerart, die durch das Kristallisieren von Zuckerwasser entsteht.

Iranischer Tee mit Nabat-Zucker. Im Hintergrund Kekse, die typisch für die Stadt Yazd sind.
Iranischer Tee mit Nabat-Zucker. Im Hintergrund Kekse, die typisch für die Stadt Yazd sind.

Teetrinken ist im Iran ein geselliges Ritual und ein Zeichen von Gastfreundschaft. Gästen wird bei jedem Besuch Tee angeboten, und auf den Basaren und in Geschäften ist es üblich, dass Kunden ganz selbstverständlich einen Tee bekommen.

Ein weiteres sehr beliebtes Getränk ist Sharbat, ein traditionelles iranisches Kaltgetränk aus Frucht-, Blüten- oder Kräutersirup. Am häufigsten begegnest du Sharbat aus Rosen, Veilchen, Minze, Limette oder Granatapfel.

Ein interessantes iranisches Getränk ist Doogh, ein erfrischendes Getränk aus Joghurt. Doogh ähnelt dem türkischen Ayran, wird aber mit getrockneter Minze serviert.

Joghurt-Doogh und eine Süßigkeit namens Gosh-e fil. Eine für Isfahan typische Kombination.
Joghurt-Doogh und eine Süßigkeit namens Gosh-e fil. Eine für Isfahan typische Kombination.

Sehr populär sind im Iran auch frisch gepresste Fruchtsäfte, besonders Granatapfelsaft, der als Elixier der Gesundheit gilt. Granatäpfel haben in der iranischen Kultur eine besondere Bedeutung, sie stehen für Fruchtbarkeit und Fülle.

Kaffee aus 100 Prozent Arabica in einem gehobeneren iranischen Café in Isfahan. Preis: 300.000 IRR (0,35 EUR, Februar 2025).
Kaffee aus 100 Prozent Arabica in einem gehobeneren iranischen Café in Isfahan. Preis: 300.000 IRR (0,35 EUR, Februar 2025).

Im Iran wird aber auch Kaffee getrunken, auch wenn er nicht so verbreitet ist wie Tee. In größeren Städten findest du bestens ausgestattete Cafés mit Baristas, die einen ausgezeichneten Kaffee zubereiten können.

Espressozubereitung in einem Straßencafé in der iranischen Stadt Isfahan. Dass hier ein WDT-Werkzeug (Weiss Distribution Technique) zum Einsatz kommt, hätte ich bestimmt nicht erwartet. Auch dieser Espresso aus 100 Prozent Arabica kostete 300.000 IRR (0,35 EUR, Februar 2025).
Espressozubereitung in einem Straßencafé in der iranischen Stadt Isfahan. Dass hier ein WDT-Werkzeug (Weiss Distribution Technique) zum Einsatz kommt, hätte ich bestimmt nicht erwartet. Auch dieser Espresso aus 100 Prozent Arabica kostete 300.000 IRR (0,35 EUR, Februar 2025).

Das beste iranische Essen

Wenn ich drei persönliche Favoriten auswählen müsste, dann wäre das beste iranische Essen für mich:

  1. Joojeh kabab. Gegrilltes Fleisch gehört zu meinen Lieblingsgerichten, und den iranischen Kebab aus mariniertem Hühnerfleisch halte ich für den besten, den ich je gegessen habe (ja, er schlägt sogar den armenischen Khorovats).
  2. Sabzi khordan. Die iranische Schale mit frischen Kräutern, einem Stück Orange und süßer Zwiebel ergänzt fast jedes gegrillte Gericht perfekt. Sabzi khordan probierst du einmal - und bist verliebt.
  3. Kale pache. Ja, ich mag ungewöhnliche Gerichte, und genau das ist Kale pache. Es ist fettig, dafür aber richtig sättigend, und das Fleisch ist wunderbar zart. Perfekt ergänzt wird Kale pache von der Brühe und frisch gebackenem Sangak-Brot.

Wie du das iranische Essen voll auskostest

  • Probier den traditionellen persischen Reis. Die Iraner sind unglaublich stolz auf ihren Reis. Koste verschiedene Varianten wie Chelow (weißer Reis), Zereshk polo (Reis mit Berberitzen) oder Sabzi polo (Reis mit Kräutern). Vergiss nicht die knusprige Reisschicht vom Topfboden, die Tahdig heißt.
  • Lass dir einen Kabab schmecken. Iranische Kebabs sind berühmt. Sie werden über glühender Kohle gegrillt und mit Reis oder Fladenbrot und einer gegrillten Tomate serviert.
  • Genieße die unglaublichen iranischen Saucen und Schmorgerichte. Der Iran ist berühmt für langsam geschmortes Fleisch in reichhaltigen Saucen. Probier Ghormeh sabzi (Kräutereintopf), Fesenjan (Fleisch in einer Sauce aus Walnüssen und Granatapfel) oder Gheimeh (Fleisch mit gelben Spalterbsen und getrockneten Limetten).
  • Koste die ganze Bandbreite an Beilagen und Vorspeisen. Die iranische Küche bietet unzählige schmackhafte Beilagen und Vorspeisen. Bestell dir Mirza ghassemi (Aubergine mit Tomaten und Eiern), Kashk bademjan (Aubergine mit Joghurt) oder den bekannten Borani mit Spinat.
  • Lass Platz für die Nachspeise. Der Iran hat unzählige köstliche Desserts. Probier Sholeh zard (Reispudding mit Safran), Ranginak (Dattelkuchen) oder verschiedene Kekse wie Nan-e berenji (Reiskekse).
  • Trink zum Essen iranischen schwarzen Tee. Zu jedem Essen bekommst du eine Tasse starken schwarzen Tee. Der Tradition nach steht Tee für Freundschaft.
  • Wenn du kannst, lass die Einheimischen für dich kochen. Das authentischste iranische Essen bekommst du in iranischen Haushalten. Die Iraner sind unglaublich gastfreundlich und freuen sich riesig, wenn sie dir ihre Küche zeigen können. Vergiss bei Einladungen aber nicht das Höflichkeitsspiel "Taarof".
Beryani: Lammhackfleisch auf einem Fladenbrot. Regionale Spezialität der Stadt Isfahan.
Beryani: Lammhackfleisch auf einem Fladenbrot. Regionale Spezialität der Stadt Isfahan.

Iranische vs. persische Küche

Iranische und persische Küche gelten oft als Synonyme, in Wirklichkeit gibt es zwischen ihnen aber gewisse Unterschiede.

Die persische Küche bezieht sich auf die Traditionen und Gerichte aus der Zeit des antiken Persien, das lange vor der Entstehung des modernen Iran das Zentrum einer mächtigen Zivilisation war. Dieser Begriff wird häufig im historischen und kulturellen Zusammenhang verwendet und umfasst eine Küche mit Wurzeln im antiken Reich, die auch die umliegenden Regionen wie Zentralasien, den Kaukasus, Indien und den Nahen Osten geprägt hat. Im Westen ist "persische Küche" oft ein Synonym für die Küche des Iran, weil man sie traditionell mit der reichen Kultur, der Kunst und der Raffinesse von Gerichten wie Kabab koobideh, Ghormeh sabzi oder Fesenjan verbindet. Diese Bezeichnung betont oft das hohe Alter der Rezepte.

Auf der anderen Seite bezeichnet die iranische Küche die Küche des heutigen Iran, der der Nachfolgestaat des antiken Perserreichs ist. Es handelt sich um eine moderne Bezeichnung, die sich am geopolitischen Namen "Iran" orientiert. Die iranische Küche umfasst nicht nur die traditionelle "persische" Küche, sondern auch die regionalen Küchen der verschiedenen ethnischen Gruppen, die auf dem Gebiet des heutigen Iran leben, etwa der Aserbaidschaner, Kurden, Araber, Belutschen, Turkmenen oder Luren. Dieser Begriff deckt also eine größere geografische und ethnische Vielfalt ab. Regionale Spezialitäten wie Dizi, Ash reshteh oder Gerichte aus der Region Chusestan sind typische Beispiele für Gerichte, die zur iranischen Küche zählen.

In der Praxis sind beide Begriffe aber oft austauschbar und bezeichnen dasselbe, besonders im informellen Gebrauch.

Sholeh zard: Reispudding mit Safran. Eines der bekanntesten iranischen Desserts.
Sholeh zard: Reispudding mit Safran. Eines der bekanntesten iranischen Desserts.

Berühmte iranische Spitzenköche

  • Najmieh Batmanglij (1947). Sie ist eine der wichtigsten Botschafterinnen der iranischen Küche weltweit. Geboren wurde sie in Teheran, später zog sie in die USA, wo sie Kochbücher schrieb und die traditionelle iranische Küche bekannt machte. Ihr bekanntestes Buch ist "Food of Life: Ancient Persian and Modern Iranian Cooking and Ceremonies", das als eine der besten Publikationen über die persische Küche gilt. Najmieh geht es vor allem darum, traditionelle Rezepte mit kulturellen und historischen Elementen zu verbinden.
  • Hoss Zare. Ein bekannter iranisch-amerikanischer Küchenchef, der 1964 in Täbris geboren wurde und sich später in San Francisco niederließ. Seine Karriere begann in Kalifornien, wo er Küchenchef mehrerer angesehener Restaurants wurde. Am bekanntesten wurde er mit seinem Restaurant Fly Trap, in dem er persische Aromen mit moderner kalifornischer Küche verband. Hoss Zare war für seine Leidenschaft bekannt, traditionelle persische Zutaten (Safran, Rosenwasser oder getrocknete Limetten) mit modernen Techniken zu kombinieren.
  • Samin Nosrat (1979). Iranisch-amerikanische Köchin, Autorin und Fernsehpersönlichkeit. Bekannt wurde Samin mit ihrem Buch "Salt, Fat, Acid, Heat", das zum Bestseller wurde und das Netflix auch als erfolgreiche Serie umgesetzt hat (ja, die habe ich auch gesehen 😊).

Der Iran und Alkohol

Der Iran ist eine islamische Republik, in der für die meisten Einwohner der Alkoholkonsum verboten ist. Dieses Verbot leitet sich vom islamischen Recht, der Scharia, ab, die Alkohol als haram (verboten) einordnet. Es betrifft nicht nur den Konsum, sondern auch die Herstellung, den Vertrieb und den Verkauf alkoholischer Getränke. Für Touristen gelten die gleichen Regeln wie für die Einheimischen. Ein Verstoß gegen dieses Gesetz kann harte Strafen nach sich ziehen.

Alkoholfreies Bier ist im Iran erlaubt. Die Marke Hey Day gehört zu den beliebtesten.
Alkoholfreies Bier ist im Iran erlaubt. Die Marke Hey Day gehört zu den beliebtesten.

Es gibt allerdings Ausnahmen. Das Gesetz erlaubt religiösen Minderheiten wie Christen, Juden und Zoroastriern, Alkohol zu trinken. Sie dürfen ihn bei religiösen Zeremonien und im Privaten konsumieren, seine Weitergabe außerhalb dieser Gemeinschaften ist jedoch streng verboten.

In den letzten Jahren wächst im Iran der Markt für alkoholfreies Bier und Getränke aus Traubenwein. Diese Produkte ähneln in ihrer Verpackung oft ihren alkoholischen Gegenstücken zum Verwechseln, enthalten aber weniger als 0,5 % Alkohol, was das iranische Recht toleriert. Alkoholfreies Bier ist im Iran besonders beliebt und wird in verschiedenen Geschmacksrichtungen hergestellt.

Koste statt Alkohol lieber das lokale Joghurtgetränk Doogh.
Koste statt Alkohol lieber das lokale Joghurtgetränk Doogh.

Preise und Bezahlen in iranischen Restaurants

Die Preise in iranischen Restaurants sind für Mitteleuropäer sehr niedrig. Der Iran ist ein günstiges Reiseziel, wo du gutes Essen für einen Bruchteil des Preises bekommst, den du in Europa zahlen würdest. Beim Bezahlen im Restaurant solltest du aber ein paar wichtige Dinge im Hinterkopf behalten.

Iranischer Rial und Toman
Die offizielle Währung im Iran ist der iranische Rial (IRR), eine sehr schwache Währung (Ende Februar 2025 bekamst du für 1 USD etwa 900.000 IRR). In der Alltagssprache und beim Bezahlen wird deshalb häufig der sogenannte Toman verwendet, eine inoffizielle Einheit, die 10 iranischen Rial entspricht. Wenn der Kellner dir also sagt, deine Rechnung betrage 90.000 Toman, sind damit in Wirklichkeit 900.000 iranische Rial gemeint.

Bargeld ist unverzichtbar
Internationale Zahlungskarten wie Visa oder Mastercard funktionieren im Iran wegen seiner Isolation nicht. Bargeld ist damit absolut unverzichtbar. Du musst genügend EUR oder USD in den Iran mitbringen und das Geld direkt vor Ort in IRR wechseln. Bei der iranischen Bank BPI bekommst du ohne aufwendige Registrierung eine lokale Geschenkkarte, auf die du Geld aufladen und mit der du bezahlen kannst, wenn dir das lieber ist.

Im Iran kann man mit einer lokalen Karte buchstäblich überall bezahlen. Interessant ist, dass der Käufer dem Verkäufer oft nicht nur die Karte gibt, sondern ihm direkt auch die PIN sagt.
Im Iran kann man mit einer lokalen Karte buchstäblich überall bezahlen. Interessant ist, dass der Käufer dem Verkäufer oft nicht nur die Karte gibt, sondern ihm direkt auch die PIN sagt.

Trinkgeld in iranischen Restaurants und Taarof

Im Iran ist Trinkgeld keine Pflicht, aber wenn du mit dem Service zufrieden bist, ist es willkommen. Üblich sind in iranischen Restaurants etwa 5-10 % der Gesamtsumme.

Wichtig ist dabei: Im Iran gilt ein kulturelles Prinzip namens "Taarof". Dieser Brauch besteht darin, Angebote - zum Beispiel Trinkgeld - höflich abzulehnen, als Zeichen von Respekt und Demut. Der Kellner kann das Trinkgeld also mit den Worten ablehnen, es sei "nicht nötig", oder behaupten, er mache seine Arbeit "umsonst". Im Grunde ist es eine Art "Höflichkeitsspiel". Wenn du auf Taarof stößt, ist es üblich, mehrmals höflich darauf zu beharren, dass du das Trinkgeld geben willst. Nach einigen Wiederholungen gibt die andere Seite meist nach. Taarof ist tief in der iranischen Kultur verwurzelt und ein Zeichen von Freundlichkeit und gegenseitigem Respekt. Natürlich begegnest du Taarof auch außerhalb von Restaurants.

Im Iran kannst du unzählige verschiedene Kuchen probieren. Koloocheh Fuman gehört zu meinen liebsten.
Im Iran kannst du unzählige verschiedene Kuchen probieren. Koloocheh Fuman gehört zu meinen liebsten.

Der persische Kalender und das Haltbarkeitsdatum von Lebensmitteln

Im Iran gilt der persische Kalender, der gegenüber dem gregorianischen um 621 Jahre (bzw. 622 Jahre) verschoben ist. Sein Beginn knüpft an das Jahr 622 n. Chr. an, in dem die Hidschra stattfand (der Auszug des Propheten Mohammed aus Mekka nach Medina). Das persische Neujahr beginnt mit der Frühlings-Tagundnachtgleiche (2025 war das der 20. März).

Das Herstellungsdatum (تاریخ تولید) und das Verfallsdatum (تاریخ انقضا) stehen auf Lebensmitteln im Iran deshalb nach diesem Kalender, meist im Format JJJJ/MM/TT oder TT/MM/JJJJ. Das Datum "1404/01/03" im persischen Kalender entspricht zum Beispiel dem 23. März 2025 im gregorianischen Kalender.

Ganz vereinfacht rechnest du also vom persischen in den gregorianischen Kalender um, indem du zur persischen Jahreszahl 621 oder 622 addierst.

Dieses iranische Pistazienmus wurde nach dem persischen Kalender am 1403/10/17 hergestellt, was dem 8. Januar 2025 im gregorianischen Kalender entspricht. Haltbar ist es bis zum 1404/10/17, also bis zum 7. Januar 2026. Die Haltbarkeit beträgt genau ein Jahr ab dem Herstellungsdatum.
Dieses iranische Pistazienmus wurde nach dem persischen Kalender am 1403/10/17 hergestellt, was dem 8. Januar 2025 im gregorianischen Kalender entspricht. Haltbar ist es bis zum 1404/10/17, also bis zum 7. Januar 2026. Die Haltbarkeit beträgt genau ein Jahr ab dem Herstellungsdatum.

Wissenswertes über iranisches Essen

  • Der Iran ist der größte Pistazienproduzent der Welt. Er produziert etwa die Hälfte der Weltproduktion an Pistazien. Iranische Pistazien gelten als die besten überhaupt.
  • Der Iran ist der größte Safranproduzent der Welt. Iranischer Safran wird für seine hohe Qualität und seinen intensiven Duft und Geschmack geschätzt. Safran dient im Iran zum Würzen von Gerichten, aber auch dazu, Essen gelb zu färben.
  • Das traditionelle iranische Brot Sangak wird auf kleinen Kieseln gebacken. Sie werden im Ofen erhitzt, der Teig kommt direkt darauf, was dem Brot eine interessante Textur und einen besonderen Geschmack verleiht. Sangak ist die beliebteste Brotsorte im Iran.
  • Der Iran ist eines der wenigen Länder der Welt, in denen noch traditionelles Rosenwasser hergestellt wird. Rosenwasser dient in der iranischen Küche zum Aromatisieren von Desserts, Getränken und auch Fleischgerichten. Iranisches Rosenwasser wird für seine hohe Qualität und seinen intensiven Duft geschätzt.
  • Die ältesten Saucen der Welt. Die iranischen Saucen (Khoresh) - zum Beispiel das berühmte Fesenjan aus Granatapfel und Walnüssen - haben Wurzeln, die Tausende Jahre zurückreichen. Sie gelten als Vorläufer des modernen Konzepts, süße und salzige Aromen zu verbinden.
  • Der Iran hat eine lange Tradition des Fleischgrillens. Historiker sind sich einig, dass der Kebab, wie wir ihn heute kennen, wahrscheinlich persischen Ursprungs ist. Fleisch über dem Feuer zu grillen war schon zur Zeit des ersten Perserreichs (550-330 v. Chr.) verbreitet, was archäologische Funde bestätigen. Persische Kebabs wie zum Beispiel Koobideh (Hackfleisch am Spieß) sind bis heute sehr populär.
  • Der Iran ist die Geburtsstätte des Speiseeises. Die erste bekannte Form von Eis tauchte im antiken Persien um 400 v. Chr. auf. Man lagerte Eis in "yakhchāl" (traditionellen Eiskuppeln) und mischte es mit Fruchtsäften oder Safran. Diese Tradition wurde später von anderen Kulturen übernommen und verfeinert (hast du gerade Lust auf italienisches Gelato bekommen? 😁)
  • In der iranischen Küche kommt ein besonderes Gewürz namens "Golpar" zum Einsatz (getrocknete Früchte des Persischen Bärenklaus). Es hat einen ausgeprägten Zitrusduft und -geschmack und würzt Reisgerichte, Suppen, Saucen und Fleisch.
  • Das erste iranische Essen im Weltraum war Ghormeh sabzi (Kräutereintopf). Damit posierte die iranisch-amerikanische Astronautin Jasmin Moghbeli.
Iranischer Safran. Der Iran ist der größte Produzent der Welt.
Iranischer Safran. Der Iran ist der größte Produzent der Welt.

Genieße den Iran und das beste iranische Essen!

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

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Iran

Kabab: iranisches Fleisch vom offenen Feuer

Der iranische Kabab ist Fleisch am Spieß, über offenem Feuer oder glühender Kohle gegrillt. Er bildet die Grundlage der iranischen Küche. Zu den bekanntesten Arten gehören Kabab koobideh aus Hackfleisch, Joojeh kabab aus mariniertem Hähnchen oder Kabab barg aus feinen Fleischscheiben. Traditionell kommt der Kabab mit safrangewürztem Reis oder frischem Fladenbrot auf den Tisch, dazu gegrillte Tomaten, Kräuter und ein Joghurtdip.

Iran

Beryani: Lammhackfleisch auf Fladenbrot

Beryani ist ein regionales Gericht aus Isfahan: Lammhackfleisch, das mit aromatischen Gewürzen abgeschmeckt, in speziellen Pfännchen gegrillt und auf dem traditionellen iranischen Sangak-Brot serviert wird. Zum Gericht gehört auch gehackte Lammlunge. Dazu kommen frische Kräuter (Sabzi khordan) und das erfrischende Joghurtgetränk Doogh.

Iran

Sabzi khordan: traditionelle iranische Kräuterbeilage

Sabzi khordan ist eine traditionelle iranische Beilage aus frischen Kräutern und Gemüse. Wörtlich übersetzt heißt der Name "Kräuter zum Essen"; eine typische Schale kann Minze, Basilikum, Koriander, Petersilie, Estragon und Kresse enthalten, dazu Radieschen, süße Zwiebeln oder Zitrusfrüchte. Aus der iranischen Küche ist Sabzi khordan nicht wegzudenken.

Iran

Sholeh zard: iranischer Reispudding mit Safran

Sholeh zard ist ein traditionelles iranisches Dessert aus Reis, Safran, Zucker und Rosenwasser. Auffällig ist seine leuchtend gelbe Farbe. Sholeh zard hat tiefe Wurzeln in der persischen Geschichte und ist eng mit religiösen und festlichen Anlässen wie Ramadan, Hochzeiten oder dem iranischen Neujahrsfest verbunden. Es ist eines meiner liebsten iranischen Desserts.

Iran

Ash-e shooli: traditionelle iranische Suppe aus der Stadt Yazd

Die Ash-e shooli, eine traditionelle iranische Suppe aus der Stadt Yazd, gehört zu den kulinarischen Schätzen des zentralen Iran. Ihren großartigen Geschmack verdankt die dicke, sättigende Suppe der Kombination aus frischen Kräutern, Spinat, Roter Bete, Hülsenfrüchten, Zwiebeln und Knoblauch. Typisch ist das Abschmecken mit Essig, der ihr eine feine Säure gibt.

Iran

Adasi: das traditionelle iranische Frühstück aus Linsen

Die Adasi ist ein traditionelles iranisches Linsengericht, das vor allem als warmes, sättigendes Frühstück beliebt ist. Der einfache und nahrhafte Eintopf wird aus Linsen, Zwiebeln, Kurkuma, Salz, Pfeffer, Öl und Wasser gekocht, sein Geschmack lebt von Zimt und frischem Zitronensaft. Serviert wird die Adasi heiß mit iranischem Brot, besonders beliebt ist sie in den kälteren Monaten. Es gibt sie in vielen regionalen Varianten.

Iran

Taftoon: das häufigste Brot im Iran

Taftoon gehört zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Backwaren im Iran. Dieses dünne, leicht elastische Brot wird aus Weizenmehl, Wasser, Hefe und Salz hergestellt. Nach dem Gehen rollt man den Teig von Hand zu Fladen aus und backt sie traditionell an den Wänden eines glühend heißen Tandur. In modernen Bäckereien kommen heute oft Rotationsöfen zum Einsatz, die größere Mengen erlauben. Vom Taftoon gibt es viele Varianten.

Iran

Sangak: das iranische Nationalbrot

Sangak ist ein traditionelles iranisches Vollkornbrot. Sein Name kommt vom persischen Wort "sang" (Stein) und verweist auf die besondere Backweise auf glühend heißen Kieseln. Das dünne, längliche Brot ist 70 - 80 cm lang, hat unregelmäßige Ränder und typische Dellen auf der Oberfläche. Sangak kommt frisch auf den Tisch, oft noch warm, und gehört fest zur iranischen Küche.

Iran

Qottab: frittiertes iranisches Gebäck mit Nussfüllung

Qottab ist ein traditionelles iranisches Süßgebäck aus feinem Teig mit einer Füllung aus Nüssen und Gewürzen. Diese Süßigkeit stammt aus der Stadt Yazd, wo sie seit Generationen zubereitet wird und bei Festtagen, Feiern und ganz alltäglichen kleinen Freuden einfach nicht fehlen darf. Traditionell wird Qottab in Öl frittiert - und trotzdem überrascht es dich mit seiner Leichtigkeit und Zartheit.

Iran

Ghahve Yazdi: Kaffee aus Yazd

Der Ghahve Yazdi, bekannt als "Trauerkaffee", ist ein traditionelles Getränk aus der iranischen Stadt Yazd. Getrunken wird er traditionell am dritten Tag nach einem Todesfall. Im Juli 2019 wurde er in das immaterielle Kulturerbe des Iran aufgenommen. Die Zubereitung ist zeitaufwendig und dauert 3 bis 12 Stunden. Serviert wird er in kleinen Gläsern mit traditionellen Süßigkeiten der Region.