Was isst man in Konya und wo isst man gut?
Konya ist eine historisch bedeutende türkische Stadt in Zentralanatolien. Früher war sie die Hauptstadt des Seldschukenreichs und ein spirituelles Zentrum, in dem der bedeutende persische Dichter und Mystiker Dschalal ad-Din Rumi wirkte. Dank der reichen Geschichte und der Lage auf dem anatolischen Hochplateau hat sich in Konya eine eigenständige gastronomische Tradition entwickelt. Geprägt wird die Küche der Stadt von den geografischen Bedingungen, von historischen Einflüssen und von den kulturellen Gewohnheiten der Einheimischen.

Typische Zutaten in Konya
Die Küche von Konya baut vor allem auf Rind- und Lammfleisch, Getreide, Hülsenfrüchte, Milchprodukte und saisonales Gemüse. Die Region hat ein kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern. Deshalb greifen die Menschen hier vor allem zu Lebensmitteln, die sich leicht anbauen, lagern oder durch Trocknen haltbar machen lassen. Gegessen wird in Konya traditionell deftig und bodenständig. Durch den historischen Einfluss der Seldschuken und später der Osmanen sind die typischen Aromen eher mild, zurückhaltend und weniger scharf als etwa in Südostanatolien. Die Region hat sich ihre Ursprünglichkeit und ihre traditionelle Herangehensweise ans Kochen bewahrt: einfache Zutaten in bester Qualität.
In der örtlichen Gastronomie dominiert Fleisch, das über offenem Feuer oder in traditionellen Steinöfen gegart wird. Beliebt sind langsam gegarte Gerichte - das Fleisch bekommt so einen besonderen Geschmack und wird butterzart. Viel verwendet werden Tomaten, Paprika, Auberginen, Zwiebeln und Okra (türkisch bamya). Okra wird oft in der Sonne getrocknet und ist eine traditionelle Zutat für die hiesigen Suppen. Getrocknet wird hier generell viel, denn so halten sich die Lebensmittel das ganze Jahr über und lassen sich auch außerhalb der Saison verwenden.
Die Gastronomie von Konya ist eng mit den kulturellen und spirituellen Traditionen verbunden, die in der Stadt sehr stark sind. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Gastfreundschaft. Die Menschen in Konya empfangen ihre Gäste traditionell mit einer reich gedeckten Tafel - ein Zeichen von Respekt und Freundschaft.
Die gastronomischen Bräuche hängen außerdem eng mit religiösen und familiären Festen zusammen, etwa mit Hochzeiten, hohen Feiertagen oder Anlässen rund um Mevlana und den Sufi-Orden der Mevlevi. Vor allem während der jährlichen Feierlichkeiten "Şeb-i Arus", die an den Todestag Mevlanas erinnern, werden traditionelle Gerichte zubereitet, die für spirituelle Werte, Demut und Solidarität stehen.
Heute gehört das Essen zu den wichtigsten touristischen Anziehungspunkten von Konya. Traditionelle Restaurants und kleine Imbisse bieten authentische kulinarische Erlebnisse, die Besucher aus der ganzen Türkei und aus dem Ausland anziehen. Die Stadt unterstützt den Erhalt überlieferter Rezepte und Kochtechniken, die als Teil des kulturellen Erbes der Region gelten. Jedes Jahr finden Gastronomiefestivals und Feste statt, die für die regionalen Spezialitäten und ihre traditionelle Zubereitung werben.

Was man in Konya probieren sollte
- Etli ekmek. Ein sehr dünnes, längliches Brot, belegt mit einer Mischung aus Hackfleisch (meist Lamm oder Rind), Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Gewürzen. Etli ekmek ist die bekannteste kulinarische Spezialität der Stadt.
- Fırın kebabı (Konya kebabı). Saftiges Lamm- oder Hammelfleisch, das viele Stunden lang langsam im traditionellen Steinofen gart. Serviert wird es mit frischem Brot.
- Bamya çorbası. Eine Suppe aus kleinen getrockneten Okraschoten (bamya), Lammfleisch, Tomaten und Zitronensaft. Ihr säuerlicher Geschmack ist typisch für diese Gegend; oft kommt sie bei wichtigen Familienfeiern auf den Tisch.
- Mevlana pidesi. Eine besondere türkische Pide, benannt nach dem berühmten Sufi-Dichter und Mystiker Mevlana (Rumi), der in Konya begraben liegt.
- Saç arası. Ein beliebter Nachtisch aus Konya, aus Schichten von dünnem Teig, Butter und Pistazien oder Walnüssen. Gebacken wird er auf einer speziellen runden Metallplatte (saç) und in Zuckersirup getränkt serviert.
- Yağ somunu. Türkisches Brot mit Käse und anderen Füllungen. Das bekannteste Street Food aus Konya.
- Konya höşmerim. Eine traditionelle Süßspeise aus dicker Sahne. Sie wird warm serviert und ist eine beliebte regionale Spezialität.
- Tirit. Ein Gericht aus Brot- oder Fladenbrotstücken, die mit kräftiger Fleischbrühe übergossen und mit Scheiben von gekochtem Fleisch und Joghurt belegt werden, manchmal noch abgeschmeckt mit Butter, Petersilie oder Gewürzen.
- Konya küflü. Ein krümeliger Schimmelkäse, der in den Höhlen der Umgebung auf natürliche Weise reift.
- Çebiç (çebiç kebabı). Ein traditionelles bäuerliches Gericht, das vor allem in den Dörfern rund um Konya auf den Tisch kommt. Ein ganzes Lamm oder Hammel gart langsam über offenem Feuer oder im Steinofen und kommt mit Brot, Zwiebeln und frischem Gemüse auf den Tisch.
- … und dazu noch Dutzende weitere türkische Gerichte aus der Liste: Was isst man in der Türkei.

Wo man in Konya essen geht
- Ali Baba Fırın Kebap. Perfekt langsam gegartes Lammfleisch (fırın kebabı). Für Fleischliebhaber ein Pflichtbesuch. Das Lokal wurde 1974 gegründet.
- Yağ Somunu Pideci Hasan Şendağlı. Eine Bäckerei, die sich auf Pide, Etli ekmek und Yağ somunu spezialisiert hat. Probiere hier auch die ausgezeichnete Mevlana pidesi.
- Karamanoğlu Tatlıpark. Eine tolle Konditorei mit dem ultimativen Saç arası.
- Lazoğlu Kahvaltı Salonu. Ein perfektes traditionelles türkisches Frühstück.
- Asmaalti Koftecisi. Ein Restaurant, das sich auf Şiş köfte und den Bohnensalat Piyaz spezialisiert hat.
- Mithat Tirit. Ein bekanntes Restaurant, das sich auf Tirit spezialisiert hat. Auf der Karte steht auch der türkische Nachtisch Zerde.
- Tarihi Konya kellecisi. Ein großartiges Suppenrestaurant. Es gibt hier auch Kuzu (Lammfleisch). Sehr guter Sütlaç.
- Konya Sufi Restaurant Geleneksel Konya Mutfağı. Ein gehobeneres Restaurant mit traditionellen Gerichten aus Konya. Du bekommst hier einen sehr guten Tirit, dazu trinkst du am besten einen hervorragenden Şerbet. Auch Konya höşmerim steht auf der Karte. Geöffnet ist bis 23 Uhr.
Lass es dir in Konya schmecken!
Fırın kebabı: langsam gegartes Lammfleisch
Fırın kebabı ist ein traditionelles türkisches Gericht aus Lammfleisch, das langsam in einem speziellen Steinofen gegart wird. Diese Delikatesse stammt aus der Provinz Konya in Zentralanatolien. Das Fleisch gart fünf bis sechs Stunden bei niedriger Temperatur und wird dadurch unglaublich zart und saftig. Dazu gibt es traditionell Brot aus der Region und rohe Zwiebeln, Tomaten und Paprika.
Saç arası: gebratene Nussschnecke aus der Türkei
Saç arası ist ein traditionelles türkisches Dessert aus der Stadt Konya, das aus hauchdünnem Teig, Sahnecreme und Nüssen besteht. Nach dem Backen wird die süße Spirale mit Zuckersirup übergossen. Serviert wird sie immer frisch und heiß.
Mevlana pidesi: regionales Pide aus Konya
Mevlana pidesi ist eine traditionelle türkische Spezialität aus der Stadt Konya. Das Gericht gehört zu den Pide, also zu den Fladenbroten, die an Pizza erinnern. Benannt ist es nach dem berühmten persischen Dichter und Philosophen Dschalal ad-Din Rumi, bekannt als Mevlana, dessen Grab sich in Konya befindet.
Yağ somunu: türkisches Brot mit Käsefüllung
Das Yağ somunu ist ein türkisches Brot, gefüllt mit Käse und je nach Wunsch weiteren Zutaten. Typisch ist es für die regionale Küche der Stadt Konya. Der Name bedeutet "fettiges Brot" und verweist auf die Zubereitung: In das aufgeschnittene Fladenbrot Somun kommt eine großzügige Portion Fett. Am häufigsten füllt man es vor Ort mit dem Schimmelkäse Konya küflü.
Konya höşmerim: Dessert aus Kaymak und geröstetem Mehl
Konya höşmerim ist ein gehaltvolles, cremiges Dessert aus Zentralanatolien. Anders als die körnige Käseversion, die man im Rest der Türkei kennt, hat diese Variante eine glatte Konsistenz und einen dunkleren, karamellfarbenen Ton. Seinen besonderen Geschmack verdankt es dem Mehl, das in zerlassenem Kaymak und Butter gründlich geröstet wird. Am besten schmeckt es noch warm, traditionell mit gehackten Pistazien oder Walnüssen bestreut.
Bamya çorbası: türkische Suppe aus getrockneter Okra
Die Bamya çorbası ist eine türkische Suppe aus getrockneter Okra, Fleisch und einer Tomatenbasis. Sie gehört zu den beliebten regionalen Gerichten Zentralanatoliens. Die wichtigste Zutat ist getrocknete Okra, die der Suppe ihren intensiven Geschmack verleiht. Zubereitet wird sie meist mit Lammfleisch. Die sämige Konsistenz und der kräftige Geschmack machen sie zu etwas Besonderem.
Tirit: türkisches Schichtgericht mit Brot und Fleisch
Tirit ist ein traditionelles anatolisches Gericht aus Schichten von altbackenem Brot, kräftiger Brühe, Joghurt und langsam geschmortem Fleisch. Sein Ursprung liegt im Bestreben, nichts zu verschwenden und hart gewordenes Brot zu verwerten. Als Heimat dieser Spezialität gilt das türkische Konya.
Konya küflü: türkischer Schimmelkäse
Konya küflü peyniri ist ein halbfester Schimmelkäse, der traditionell aus Schafsmilch entsteht. Er hat eine sattgelbe Farbe und ist dicht von smaragdgrünem Schimmel durchzogen. Seine Struktur ist eher trocken und erinnert an krümeligen Marmor. Die Schimmelsporen werden nicht künstlich eingespritzt, sondern setzen sich in Höhlen und Kellern ganz von selbst aus der Luft an. Das Ergebnis ist ein sehr intensiver, würzig-scharfer Geschmack. Diese Spezialität stammt aus der zentralanatolischen Region der Türkei.
Etli ekmek: das lange türkische Brot mit Fleisch
Etli ekmek ist ein traditionelles türkisches Gericht aus der Stadt Konya, das an eine extrem lange, dünne Pizza erinnert. Der Name heißt wörtlich Brot mit Fleisch. Die Grundlage ist ein knuspriger Teig, der oft auf über einen Meter gezogen wird. Obendrauf liegt eine saftige Masse aus Hackfleisch und fein geschnittenem Gemüse.