Albanischer Wein
Albanischer Wein ist nicht nur Teil der einheimischen Gastronomie, er hat auch einen festen Platz in der tausendjährigen Geschichte des Landes. Der Weinbau hat in Albanien tiefe Wurzeln, die sich bis in die Zeit der Illyrer zurückverfolgen lassen, also in die Epoche vor der römischen Herrschaft. Archäologische Funde belegen die Weinproduktion auf dem Gebiet des heutigen Albaniens schon in der Antike, womit das Land zu den ältesten Weinbaugebieten Europas zählt.

Die Beliebtheit des Weins in Albanien hat mehrere Gründe. Das Land hat günstige klimatische Bedingungen, in denen sich mediterranes Klima mit kontinentalen Einflüssen mischt. Das ermöglicht den Anbau einer breiten Palette von Rebsorten. Albanien kann mit einzigartigen autochthonen Rebsorten aufwarten, die außerhalb der Landesgrenzen kaum verbreitet sind.
Als nationale Rebsorten gelten der rote Shesh i Zi, der weiße Shesh i Bardhë und dazu der Kallmet, der oft mit renommierten europäischen Sorten verglichen wird. Kallmet zählt zu den besten roten Rebsorten der Region und wird häufig als "König der albanischen Weine" bezeichnet.

Die Geschichte des albanischen Weinbaus kennt Blütezeiten ebenso wie Rückschläge. Auf die Antike folgte die Zeit der byzantinischen und osmanischen Herrschaft, in der der Weinbau vor allem aus religiösen Gründen mit allerlei Einschränkungen zu kämpfen hatte. Im Kommunismus war die Weinproduktion in Albanien stark zentralisiert und vor allem auf Menge statt auf Qualität ausgerichtet. Nach dem Sturz des kommunistischen Regimes 1991 begannen die einheimischen Winzer, traditionelle Verfahren wiederzubeleben und die Produktion zu modernisieren.
Der Fokus auf kleine Familienweingüter, Innovationen und die Rückkehr zu traditionellen Rebsorten haben die Qualität albanischer Weine deutlich verbessert.

Neben den großen europäischen Weinländern wie Frankreich, Spanien oder Italien spielt Albanien weiterhin in einer kleineren Liga. Nach und nach erarbeiten sich albanische Weine aber den Ruf origineller und authentischer Produkte.
Viel Potenzial steckt auch im Weintourismus, der Besucher in die Weinregionen rund um Berat, Shkodra oder Lezhë lockt. In einem kleinen Weingut habe übrigens auch ich meine erste Nacht in Albanien verbracht.
Seinen Platz auf der europäischen Weinkarte sucht der albanische Wein also noch. Zusammen mit traditionellem albanischem Essen ergibt er aber schon heute ein rundum schönes gastronomisches Erlebnis.
Zum Wohl - und trink mit Bedacht!