Was isst man in Iași?
Iași (früher deutsch Jassy) ist die Metropole des rumänischen Teils der Region Moldau und die einstige Hauptstadt des Fürstentums Moldau. Die moldauische Küche gilt als die feinste des Landes - sie setzt auf Geflügel, Käse und gefüllte Backwaren - und in Iași lernst du sie am besten kennen.
Iași und das erste rumänische Kochbuch
In der Geschichte der rumänischen Gastronomie nimmt Iași einen besonderen Platz ein: hier erschien 1841 das erste Kochbuch in rumänischer Sprache, die Rezeptsammlung "200 erprobte Rezepte" von den Schriftstellern Costache Negruzzi und Mihail Kogălniceanu, der später rumänischer Ministerpräsident wurde. Es war ein Kochbuch für adelige Haushalte - die meisten Rezepte waren moldauische Bearbeitungen von Pariser und Wiener Vorlagen. Unweit der Stadt liegt außerdem das berühmte Weinbaugebiet Cotnari - die ersten Erwähnungen der dortigen Weinberge stammen schon aus dem 13. Jahrhundert, und berühmt gemacht hat die Weine der moldauische Fürst Stefan der Große.

Was man in Iași probiert
- Tochitură moldovenească. Schweinefleisch, mit Speck geschmort und mit Mămăligă, geriebenem Käse und Spiegelei serviert. Sie trägt den Namen der Region Moldau, deren Metropole Iași ist, und fehlt auf keiner Speisekarte der hiesigen Restaurants.
- Zeamă. Hühnersuppe mit hausgemachten Nudeln und frischer Petersilie, gesäuert mit Borș, einem vergorenen Kleiensud. Die typischste Suppe der moldauischen Haushalte, auf die die Region nichts kommen lässt.
- Pârjoale moldovenești. Saftige Frikadellen aus Hackfleisch, in Semmelbröseln paniert, gebacken oder gebraten. Das Wort "moldauisch" steckt schon im Namen - die Region ist ihre Heimat.
- Poale-n brâu. Hefeteigtaschen, gefüllt mit süßem Quark; der Name heißt übersetzt "Rock im Gürtel", nach der Art, wie der Teig über die Füllung geschlagen wird. Eine moldauische Spezialität, die in Iași jede Bäckerei anbietet.
- Plăcintă. Gefüllter Kuchen mit Käse, Kartoffeln oder Äpfeln. Gebacken wird er in ganz Rumänien, die moldauische Variante aus Hefeteig gilt aber als die ursprüngliche - in Iași bekommst du sie auf den Märkten und in den Bäckereien.
- Alivanca. Ein überbackener Kuchen aus Maismehl, süßem Quark und Sahne. Ein moldauisches Dessert, das du außerhalb der Region kaum findest.
- Wein aus dem Gebiet Cotnari. Das Weingut Cotnari aus der gleichnamigen Gemeinde im Kreis Iași gehört zu den fünf größten des Landes, berühmt gemacht hat es der süße Weißwein aus der Rebsorte grasă de Cotnari. Den schäumenden Tămâioasă românească des Weinguts habe ich mir mit nach Hause genommen.
- … und dazu noch einige Dutzend weitere rumänische Gerichte in der Übersicht: Was man in Rumänien probiert.

Wo man in Iași essen geht
- Beraria Veche. Ein Restaurant mit großer Auswahl an traditionellen rumänischen Gerichten, üppigen Portionen und einer schönen Gartenterrasse. Genau hier habe ich zum ersten Mal gegrillte Mici probiert, und ich kam immer wieder zurück. Mit dem Personal kannst du dich auf Englisch verständigen.
- Restaurant Rustic. Ein Hotelrestaurant am Stadtrand, das traditionelle moldauische Gerichte modern zubereitet und elegant serviert. Ich empfehle die geräucherten Rippchen mit Bauernkartoffeln und als Dessert Papanași. Die Fahrt mit dem Auto oder Taxi lohnt sich auf jeden Fall.
- Ciorbărie. Ein Lokal im Zentrum, das sich ausschließlich auf rumänische Suppen, die Ciorbe, spezialisiert hat. Der ideale Ort, um moldauische Suppen zum ersten Mal zu probieren.
- Markt Alexandru cel Bun. Eine Markthalle für Einheimische mit Gemüse, Kräutern, Käse und eingelegtem Gemüse. Ganze eingelegte Kohlköpfe für Sarmale habe ich hier zum ersten Mal in meinem Leben gesehen. Nimm Bargeld mit, an den Ständen kannst du nicht mit Karte zahlen.
- Petru. Eine Bäckereikette mit Filialen in der ganzen Stadt, in der ich mir am häufigsten Brezeln Covrigi gegönnt habe - die salzigen mit Mohn und die gefüllten mit Pflaumenmus oder Sauerkirschkonfitüre.
- Covrigi Calzi Miki. Eine berühmte Bäckerei von der Größe eines Zeitungskiosks - durch die Glasscheiben schaust du zu, wie die Covrigi direkt aus dem Ofen kommen. Kauf sie noch warm, dann schmecken sie am besten.
Außer auf dem Markt habe ich in allen Lokalen problemlos mit Karte gezahlt.

Iași ist keine Touristenstadt, und gerade deshalb lernt man hier die rumänische Gastronomie so gut kennen - die Preise richten sich nach den Einheimischen, und das Essen ebenso.
Lass es dir in Iași schmecken!