Sütlaç: türkischer Milchreis
Sütlaç ist ein traditionelles türkisches Dessert. Es ist ein cremiger Milchreis, oft mit einer typisch dunkel gebackenen Haut obenauf.
Unter den türkischen Desserts nimmt Sütlaç eine Sonderstellung ein. Es gibt zwei Grundvarianten - den Klassiker aus dem Topf und das Fırın sütlaç, das in Tonschalen im Ofen überbacken wird, bis die Oberfläche dunkelbraune bis schwarze Blasen bekommt. Meist landet genau diese überbackene Variante vor dir auf dem Tisch.

Der Name "sütlaç" geht auf den älteren Ausdruck "sütlü aş" zurück, was wörtlich "Milchspeise" oder "Milchgericht" bedeutet. In der Türkei gilt Sütlaç als leichter Schlusspunkt des Essens, der den Magen nach würzigen Fleischgerichten beruhigen soll.
Ähnliche Milchreisgerichte gibt es auf der ganzen Welt - ein Beleg dafür, wie universell die Kombination aus Reis und Milch ist. In Spanien und Lateinamerika ist es der Arroz con leche, der oft kräftiger mit Zimt und Zitronenschale gewürzt ist. In Indien kocht man Kheer: dünnflüssiger, mit Kardamom, Safran und jeder Menge Nüssen. In Griechenland gibt es das Rizogalo, das dem türkischen Sütlaç sehr nahekommt, oft aber nicht überbacken, sondern großzügig mit Zimt bestreut serviert wird. Der britische Rice Pudding ist dichter und wandert häufig komplett in den Ofen, nicht nur zum Bräunen der Oberfläche.
Das Fırın sütlaç auf dem Bild habe ich im traditionellen Suppenrestaurant Tarihi Konya kellecisi probiert (siehe Wo man in Konya essen geht). Serviert wurde es in einer klassischen Tonschale, mit auffallend dunkler, fast schwarzer Kruste in der Mitte. Die Textur war vollkommen glatt, der Reis weich, aber nicht verkocht, die Süße ausgewogen. Eine Portion kostete 110 TRY (2,60 EUR).
Guten Appetit!