Zerde: türkischer Reispudding mit Safran
Zerde ist ein türkischer Reispudding mit Safran. Es ist ein traditioneller Nachtisch, dessen Ursprünge bis ins Osmanische Reich zurückreichen. Der Name stammt vom persischen Wort "zard" ("gelb").
Zerde wird in der türkischen Küche seit Jahrhunderten zubereitet und zählt vor allem in Anatolien zu den beliebtesten Süßspeisen. Oft kommt es bei Festen, Hochzeiten und religiösen Feiertagen auf den Tisch.

Die Hauptzutat des Zerde ist Reis, der zusammen mit Zucker und Safran in Wasser gekocht wird. Seine charakteristische goldgelbe Farbe bekommt der Nachtisch vom Safran. Vor dem Servieren wird Zerde meist mit Zimt, Pinienkernen, Pistazien, Trockenfrüchten (Rosinen oder Korinthen) und manchmal auch mit Granatapfelkernen garniert. Die Konsistenz ist dünnflüssiger als etwa beim Sütlaç, einem weiteren bekannten türkischen Reisdessert.
Der Unterschied zwischen dem türkischen Zerde und dem iranischen Sholeh zard
Ich war in der Türkei erst, nachdem ich mich durch die iranische Küche gegessen hatte - und so fiel mir die Ähnlichkeit zwischen dem iranischen Sholeh zard und dem türkischen Zerde sofort auf.
Der iranische Sholeh zard ähnelt dem türkischen Zerde sehr. Beide tragen das persische Wort "zard" im Namen, das für die gelbe Farbe des Safrans steht. Sholeh zard hat allerdings eine dickere, cremigere Konsistenz als das türkische Zerde und enthält neben Reis, Zucker und Safran meist noch Rosenwasser und manchmal Kardamom.
Welcher der beiden Nachtische zuerst da war, ist nicht geklärt. Beide haben historische Wurzeln im mittelalterlichen Persien und im Osmanischen Reich. Wahrscheinlich sind die beiden Varianten parallel entstanden und haben sich gegenseitig beeinflusst - die kulturellen Verbindungen zwischen Persien und dem Osmanischen Reich waren eng.
Probiert habe ich Zerde im bekannten Restaurant Mithat Tirit (siehe Wo man in Konya essen geht), das sich ausschließlich auf das Gericht Tirit spezialisiert hat und als einzigen Nachtisch eben Zerde anbietet. Mehr steht nicht auf der Karte - und das ist mir, wie du vielleicht schon weißt, ausgesprochen sympathisch.
Der Nachtisch war leicht, erfrischend und dabei angenehm süß. Verglichen mit dem iranischen Sholeh zard, den ich noch gut in Erinnerung hatte, war er deutlich dünnflüssiger. Eine Portion kostete mich 130 TRY (3 EUR).
Guten Appetit!