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Tashreeb: irakisches Brot mit Fleisch in kräftiger Soße

Dan Špaňhel Irak Aktualisiert Keine Kommentare

Tashreeb (تشريب) ist eines der bekanntesten Gerichte der irakischen Küche. Die Grundlage bildet immer irakisches Brot, das man in Stücke reißt und auf den Teller legt. Darauf liegt langsam geschmortes Fleisch - meist Lamm oder Huhn - und alles wird mit einer kräftigen, aromatischen Soße übergossen, in der das Fleisch gegart wurde. Mal ist die Soße rot von Tomaten, mal gelb von Kurkuma, aber es ist immer genug davon da, damit sich das Brot vollsaugt, weich wird und mit dem Gericht verschmilzt. Das ist keine Suppe, in der Brot schwimmt, und auch kein trockenes Fleisch mit Beilage.

Tashreeb: irakisches Brot mit Fleisch in kräftiger Soße.
Tashreeb: irakisches Brot mit Fleisch in kräftiger Soße.

Tashreeb ist nicht nur der Name eines bestimmten Rezepts, sondern beschreibt im weiteren Sinne die Zubereitungstechnik selbst. Das Wort geht auf eine arabische Wurzel zurück, die "sich vollsaugen" oder "trinken" bedeutet. Und genau das passiert auf dem Teller - das Brot saugt die Soße auf. Seine Wurzeln reichen bis zu einem Gericht namens Tharid zurück, das angeblich eine Lieblingsspeise des Propheten Mohammed war.

Entstanden ist das Gericht aus dem schlichten Zwang, altes Brot nicht wegwerfen zu müssen. In Zeiten, in denen sich Brot kaum länger als einen Tag frisch hielt, musste man einen Weg finden, die harten Reste noch zu verwerten. Die heiße Brühe hauchte ihm neues Leben ein, machte es wieder weich und würzte es zugleich.

Traditionell isst man Tashreeb mit der rechten Hand, ein Löffel ist aber genauso üblich. Unbedingt dazu gehört ein Teller mit Radieschen und Gurken für die Frische, Frühlingszwiebeln für die Schärfe und jede Menge Kräuter. Oft kommen auch rohe, geviertelte Zwiebeln dazu.

Ich habe Tashreeb mit perfekt zubereitetem Lammfleisch in einem kleinen Restaurant in der Kleinstadt Akre gegessen. Eine Portion mit Suppe, Brot, Gemüse, mehreren Salaten, einer Flasche Wasser und einem Glas Tee kostete 12.000 IQD (7,20 EUR).

Guten Appetit!

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

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