Nam Wah Snack: chinesisch-mauritisches Bistro in Flic en Flac
Gebratene und gekochte Nudeln, gebratener Reis, die umgedrehte Schüssel, Röllchen, gefüllte Paprikaschoten, Taro-Bällchen, gedämpfter Tofu - das alles habe ich an einem einzigen Ort gegessen, und dieser Ort verdient einen eigenen Text.
Nam Wah Snack ist ein kleines chinesisch-mauritisches Bistro an der Küstenstraße in Flic en Flac: eine Theke, ein Wok und ein paar Tische unter Ventilatoren, an denen der chinesische Zweig der mauritischen Küche gekocht wird. Es war der erste Ort, an dem ich nach meiner Ankunft auf der Insel essen ging, und auch der Ort, zu dem ich am häufigsten zurückkehrte.

Was das Schild verrät: Nam Wah und Snack
Das Schild über der Tür trägt zwei Wörter, und beide bedeuten etwas anderes, als ein Tscheche darin liest. Snack ist auf Mauritius kein Imbiss zwischendurch, sondern eine Art Lokal: eine Küche mit Theke, in der man jederzeit zwischen Vormittag und spätem Nachmittag isst und in deren Körben an der Kasse Gajaks liegen, frittierte Kleinigkeiten zum Essen aus der Hand. Nam Wah ist die kantonesische Umschrift der Schriftzeichen 南華, Südchina - ein Name, der so verbreitet ist, dass ihn seit 1920 auch ein Teehaus in New Yorks Chinatown trägt, das mit dem Bistro in Flic en Flac außer der Herkunft der Köche nichts verbindet. Mauritische Quellen erklären die Bedeutung des Namens nicht, ein kantonesisches Wörterbuch schon. Und genau von dort, aus Südchina: Aus Kanton und den Hakka-Dörfern dahinter kam der Großteil der chinesischen Familien auf die Insel.

Was bei Nam Wah erst nach der Bestellung gebraten wird
Die gebratenen Nudeln Mine frit, die gekochten Mine bouillie, der gebratene Reis Riz frit und das Bol renversé, die Schüssel, die erst am Tisch auf den Teller gestürzt wird, bilden den Kern der Karte, und keine dieser Portionen kostete mehr als 170 MUR (3,60 EUR). Aus der Vitrine an der Theke werden stückweise die zweimal frittierten Röllchen Hakien, die scharfen Piment farci und die Taro-Bällchen Gato arouille für 25-40 MUR (0,50-0,80 EUR) genommen; der gefüllte Tofu Teokon farci kommt in einer Schale mit Brühe für 38 MUR (0,80 EUR). Der Unterschied zu den Ständen direkt am Strand liegt in der Reihenfolge der Arbeitsschritte: Dort liegt das Fleisch schon vorher gebraten bereit, und die Portion wird nur aus fertigen Teilen zusammengestellt, hier kommt alles erst nach der Bestellung in den Wok und bleibt auf dem Teller saftig und zart. Im Bistro Ti Kabann habe ich dieselben Nudeln in der Version aus fertigen Teilen gegessen, und der Unterschied war deutlich zu spüren. Das Ei lässt sich auch als Spiegelei mit flüssigem Eigelb bestellen, und als eines Nachmittags der Reis ausging, bekam ich ein Bol renversé auf Nudelbasis. Es schmeckte genauso gut.

Wann du kommst und womit du zahlst
Nam Wah kocht rund um die Mittagszeit und am Nachmittag; einen Tag in der Woche hat es geschlossen, und weil sich die Quellen nicht einig sind, an welchem, würde ich mich eher auf das Rollo als auf das Internet verlassen. Nach dem Strand ist es ein guter Zwischenstopp für ein spätes Mittagessen, nur nicht zu spät: Die frittierten Häppchen aus der Vitrine sind gegen zwei Uhr meist vergriffen. Bezahlt wird bar, Karten werden hier nicht akzeptiert - kleine Bistros auf der Insel halten an der Rupie in bar fest, auch wenn mobile Zahlungen anderswo zunehmen. Drinnen ist es sauber, es gibt genügend Sitzplätze, und die Ventilatoren tun, was sie können; das Essen gibt es auch zum Mitnehmen. Das Personal verständigt sich auf Englisch, was hier eher Standard als Verdienst ist: Englisch ist Amtssprache, auf der Straße spricht man Französisch und zu Hause Kreolisch.

Heiße Brühe bei dreißig Grad
Die Brühe mit zehn Wonton-Klößchen habe ich an einem Tag bestellt, an dem es in Flic en Flac fast dreißig Grad hatte, und ich nahm es als einen Fehler hin, den ich mir einmal erlaubt habe. Die Hühnerbrühe war kräftig und bis auf den Grund klar, die Füllung der Klößchen sorgfältiger gewürzt, als ich bei zehn Stück zu diesem Preis erwartet hätte. Der Teller kostete 140 MUR (2,80 EUR). Danach habe ich sie noch mehrmals bestellt, jedes Mal in einer anderen Variante und jedes Mal unter dem Ventilator. Eine heiße Suppe bei dreißig Grad lässt sich nämlich nicht rechtfertigen. Man kann sie nur noch einmal bestellen.
Nam Wah Snack