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Bistro Farata Aka Vinoda: Farata direkt am Strand von Flic en Flac

Dan Špaňhel Mauritius Aktualisiert Keine Kommentare

Über fünfhundert Leute haben sich bei Google auf 4,6 von 5 geeinigt - auf eine Note, die nur wenige Restaurants mit Sommelier und gestärkter Tischdecke vorweisen können. Hier schafft sie ein Ausgabefenster, an dem man aus der Hand und im Stehen isst.

Das Bistro Farata Aka Vinoda ist ein Stand mit Blechdach direkt am öffentlichen Strand von Flic en Flac, der sich auf die gefüllten Fladenbrote Farata spezialisiert hat, das am weitesten verbreitete Street Food der mauritischen Küche. Das Schild über dem Fenster tritt dabei noch selbstbewusster auf als die Bewertungen: Unter dem Namen des Lokals steht der Untertitel Simply The Best - wer in den Neunzigern mit dem Radio aufgewachsen ist, hört beim Warten unwillkürlich Tina Turner.

Bistro Farata Aka Vinoda: Stand mit Farata am Strand von Flic en Flac.
Bistro Farata Aka Vinoda: Stand mit Farata am Strand von Flic en Flac.

Wer Vinoda ist und was aka bedeutet

Der Name des Standes ist ein kleines Rätsel. Aka ist die englische Abkürzung für also known as, "auch bekannt als" - der ganze Name ist also eigentlich ein Spitzname: Farata, genannt Vinoda. Vinoda ist ein Vorname, der in der hinduistischen Gemeinschaft der Insel verbreitet ist und auf Sanskrit Freude oder Vergnügen bedeutet; wem von den Leuten hinter der Theke er gehört, habe ich nicht herausgefunden. Am interessantesten am ganzen Namen ist aber das erste Wort: Der Stand nennt sich Farata, während TripAdvisor dasselbe Lokal als Roti Aka Vinoda führt. Nicht einmal die Verzeichnisse sind sich also einig, wie das Fladenbrot heißt - eine bessere Anschauung dafür, dass roti und farata in der mauritischen Umgangssprache fast dasselbe bedeuten, wirst du nicht finden. Puristen bestehen zwar darauf, dass eine echte Farata mehr Schichten haben muss, aber an diesem Fenster am Strand führt diesen Streit niemand.

Pfanne, Ghee und Gastrobehälter

Den öffentlichen Strand von Flic en Flac säumt eine Reihe von Ständen und fahrbaren Küchen: Nudeln brät ein Stück weiter Ti Kabann, Farata wickelt auch Kot Ti Baz ein. Vor Farata Aka Vinoda bildet sich zur Mittagszeit eine lange Schlange - und die rückt im Tempo eines Eisstands Mitte Juli vor. Das Tempo verdankt der Stand einer einfachen Arbeitsteilung: Das Fladenbrot wird frisch auf einer großen Pfanne gebacken und mit Ghee bestrichen, während die fertigen Füllungen gleich daneben in Gastrobehältern warten. Die Bestellung einzupacken dauert dann ein paar Sekunden. Bei Lokalen mit so knapper Ausstattung ist das auf Mauritius ein gängiges System; nur an wenigen Orten läuft es so reibungslos.

Die Karte ist kurz und kennt keinen Touristenaufschlag. Eine Farata mit vegetarischer Füllung kostet 20 MUR (0,40 EUR) - also genauso viel, wie Lokale weit weg von Stränden und Hotels dafür verlangen. Die mit Hähnchen kostet das Doppelte, und wer will, bekommt ins Fladenbrot auch eine Füllung aus Fisch, Garnelen oder sogar Oktopus. Das Einzige, was du einplanen solltest, ist Bargeld - Karten werden hier nicht akzeptiert.

Lamm-Farata: das Fladenbrot zur Rolle gedreht, mit eingebackener Füllung.
Lamm-Farata: das Fladenbrot zur Rolle gedreht, mit eingebackener Füllung.

Lamm-Farata am Strand

Ich habe mich in der Schlange für die Lamm-Farata angestellt, den teuersten Posten der Karte. Ich bekam sie zu einer Rolle gedreht und in Papier gewickelt, mit braunen Röstflecken auf dem Teig, und aß sie im Stehen ein paar Schritte vom Fenster entfernt. Das Fladenbrot war geschmeidig und vom Ghee leicht fettig, die durchgebackenen Stellen waren knusprig, und die Lammfüllung hatte die Dichte und die Würze eines Currys; wem das nicht reicht, dem geben sie Chilipaste dazu. Das Tempo der Zubereitung ging nicht auf Kosten des Geschmacks - die Füllungen bekommen hier einfach die richtige Würze. Das teuerste Gericht am bestbewerteten Fenster des Strandes: 50 MUR (1 EUR).

Farata Aka Vinoda

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

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