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Bistro Ti Kabann: Strandbude mit gebratenen Nudeln in Flic en Flac

Dan Špaňhel Mauritius Aktualisiert Keine Kommentare

Dort, wo man vor allem wegen des Meeres hinfährt, wird meist nach ein und demselben Muster gekocht: schnell, ohne Risiko und für niemanden im Besonderen. In Badeorten bin ich beim Essen deshalb vorsichtig - und der Strand von Flic en Flac, gesäumt von Dutzenden Buden und Bistros für Badegäste mit dem Handtuch über der Schulter, hat mich in dieser Vorsicht lange nur bestätigt. Ein paar Verkaufsfenster fallen allerdings aus der Reihe, und man erkennt sie leicht: mittags stellen sich Einheimische davor an.

Ti Kabann ist eine Strandbude an der Straße, die von Flic en Flac zum Hotelviertel Wolmar führt - ein paar Bretter und Blech mit einem Verkaufsfenster, aus dem der chinesische Zweig der mauritischen Küche gereicht wird: gekochte und gebratene Nudeln.

Bistro Ti Kabann: gebratene Nudeln mit Fleisch und Gemüse.
Bistro Ti Kabann: gebratene Nudeln mit Fleisch und Gemüse.

Ein Name, der nicht übertreibt

Das kreolische ti ist die Kurzform des französischen petit, klein; kabann geht höchstwahrscheinlich auf das französische cabane zurück, also auf die Hütte. Der Name der Bude bedeutet also schlicht Kleine Hütte - und der Bau aus Brettern und Wellblech wird ihm bis zum letzten Nagel gerecht. Das Lokal treibt es mit der Ehrlichkeit noch weiter: Auf Facebook bezeichnet es sich selbst als boui boui, so heißt im Französischen eine billige Speisewirtschaft ohne Tischtücher und ohne Zeremoniell. Während die Straße hinter der Bude weiter zu den Toren der Resorts in Wolmar führt, wirbt das Schild hier mit einer Hütte und meint es ernst. So viel Aufrichtigkeit findet man an einer Touristenküste nur schwer.

Bistro Ti Kabann: die Bude mit dem Verkaufsfenster am Strand.
Bistro Ti Kabann: die Bude mit dem Verkaufsfenster am Strand.

Was am Fenster zusammengestellt wird

Die Karte ist kurz: Nudeln gekocht oder gebraten - Mine frit, dazu die gedämpften Klößchen Boulettes oder ein ganzes Ei. Eine große Küche hat die Bude nicht, das Fleisch wird deshalb vorbereitet, und die Portion wird am Fenster nur zusammengestellt: frisch gekochte Nudeln, angebratenes Gemüse und Fleisch obendrauf. Gebratene Nudeln mit Gemüse und Lamm kosteten 140 MUR (2,80 EUR), die Variante mit Hähnchen zwanzig Rupien weniger, also 120 MUR (2,40 EUR).

Wie man zu der Hütte findet, die die Karten nicht kennen

Auf Google Maps brauchst du Ti Kabann nicht zu suchen - die Bude fehlt dort entweder ganz, oder die Stecknadel steckt daneben. Von der Welt abgeschnitten ist sie dabei nicht: ein Profil auf Facebook gibt es, nur führt dich die Navigation nicht bis ans Fenster. Verlässlicher ist es, zu Fuß die Straße am Strand von Flic en Flac Richtung Wolmar entlangzugehen und nach dem zur Straße hin geöffneten Verkaufsfenster Ausschau zu halten - und nach der Menschentraube davor. Die beste Zeit ist mittags: Stell dich dort an, wo sich die Einheimischen ihre Nudeln holen - diesen Rat wiederholt jeder Guide zum mauritischen Street Food, ich eingeschlossen. Die Schlange ist hier das älteste Bewertungssystem - und das einzige, das sich nicht kaufen lässt.

Bestellt wird auf Französisch, bezahlt nur bar - eine andere Sprache spricht die Bedienung nicht, verständigen konnte ich mich mit ihr trotzdem. Wer die Nudeln vergleichen will, findet sie auch im Zentrum des Badeorts im Bistro Nam Wah Snack; ein Stück weiter am Strand verkauft die Bude Farata Aka Vinoda die Fladen Farata. Weitere Adressen fasst der Abschnitt Wo man in Flic en Flac essen geht zusammen.

Ein Pappteller mit Blick aufs Meer

Die gebratenen Nudeln mit Gemüse und Lamm habe ich direkt an der Bude gegessen, vom Pappteller, mit einer Plastikgabel und dem Meer im Rücken. Das Gemüse hatte auch nach dem Anbraten noch Biss, und das Lamm war kräftiger gewürzt, als ich es bei einer zusammengestellten Portion erwartet hätte; für die Verhältnisse eines Strandfensters ein ausgezeichnetes Essen. Die Portion kostete 140 MUR (2,80 EUR). Rund um das Fenster aßen vor allem Einheimische, gesprochen wurde Französisch und Kreolisch, und ich verstand fast nichts. Die Zufriedenheit ließ sich hier aber auch ohne Wörterbuch an den Augen ablesen.

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

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