Was isst man in Polen? Typische polnische Gerichte und Spezialitäten | Seite 2 von 3
Was aus Polen mitbringen?
Zu den beliebtesten kulinarischen Mitbringseln aus Polen gehören traditionelle Wurstwaren wie Kiełbasy und Kabanosy, die durch Qualität und Geschmack überzeugen. Süße Verlockungen sind die beliebten Karamellbonbons Krówki und das Dessert Ptasie mleczko. Mein großer Favorit ist die Suska sechlońska, eine rauchgetrocknete Pflaume mit geschützter geografischer Angabe. Auch dem erfrischenden Fruchtdessert namens Kisiel kann ich nie widerstehen.
Pierniki toruńskie: Thorner Lebkuchen
Pierniki toruńskie sind kleine Lebkuchen aus einem mit Pfeffer gewürzten Honigteig, die in Thorn nachweislich seit dem 14. Jahrhundert gebacken werden. Der Teig dafür reift Wochen bis zu einem Jahr, und die bekannteste Form, die Katarzynka aus sechs verbundenen Medaillons, hat keinen bekannten Erfinder - nur eine Handvoll Legenden. Thorn hat aus dem Lebkuchen eine ganze Marke gemacht - von zwei Museen bis zum Eintrag ins nationale Register des immateriellen Kulturerbes.
Bajgiel: der Krakauer Vorläufer des New Yorker Bagels
Der Bajgiel ist ein Hefering aus Weizenteig, der vor dem Backen kurz in Wasser gekocht wird - genau dieses Bad gibt ihm die glänzende Kruste und die dichte Krume. Die älteste Erwähnung stammt aus dem jüdischen Krakau. Mit Auswanderern gelangte er nach New York, wo aus ihm der Bagel wurde, und nach Polen kehrte er erst in amerikanischer Gestalt zurück. Heute backen ihn in Polen Bagelbäckereien und Frühstücksbistros in den größeren Städten.
Babka ziemniaczana: herzhafter Kartoffelkuchen aus Polen
Die Babka ziemniaczana ist ein traditioneller polnischer Kartoffelkuchen aus dem Ofen. Zubereitet wird sie aus geriebenen Kartoffeln, Eiern, Mehl, Salz, Pfeffer und oft auch Speck oder geräuchertem Fleisch. Das schmackhafte, sättigende Gericht entstand aus der Not, mit billigen und leicht verfügbaren Zutaten auszukommen. Beliebt wurde es nicht nur in Polen, sondern auch in den Nachbarländern. Serviert wird sie als Beilage zu Fleischgerichten oder pur, etwa mit einer Sahnesoße mit Pilzen.
Rogalowe Muzeum Poznania: wie man ein Martinshörnchen backt
Das Martinshörnchen ist eine der berühmtesten regionalen Spezialitäten Posens. Das Rogalowe Muzeum Poznania ist eine großartige Show, die dir auf unterhaltsame Weise zeigt, wie es entsteht und woher es kommt. Zwei historisch gekleidete Küchenjungen führen dich durch den ganzen Prozess, vom Teig bis zum Backen und Probieren. Die Show läuft auf Englisch. Wenn du Süßes magst, kann ich den Besuch nur empfehlen.
Nationalmuseum für Landwirtschaft in Szreniawa
Das Nationalmuseum für Landwirtschaft in Szreniawa ist eines der größten und bedeutendsten Museen seiner Art in Polen. Der weitläufige Komplex gibt einen spannenden Einblick in das Leben auf dem polnischen Land. Die Sammlung historischer Landmaschinen vom Pflug bis zum Traktor beeindruckt und zeigt dir, wie sich die polnische Landwirtschaft im Lauf der Jahre entwickelt hat. Zum Abschluss kannst du dich in der Hausbrauerei mit Blick auf Sprühflugzeuge und Hubschrauber stärken.
Poznańskie Muzeum Pyry: das Posener Kartoffelmuseum
Das Poznańskie Muzeum Pyry widmet sich ganz der Kartoffel, einer der wichtigsten und am weitesten verbreiteten Nutzpflanzen der Welt. Das Museum bietet einen spannenden Blick auf die Geschichte der Kartoffel, ihre Herkunft in Südamerika, ihren Weg nach Europa und ihre allmähliche Verbreitung über die ganze Welt. Die Führung ist auf Polnisch.
Polnisches Bier
Polnisches Bier ist tief in der Kultur des Landes verwurzelt. Die beliebtesten Stile sind Lagerbiere, Weizenbiere und dunkle Biere. Den Markt beherrschen drei große Gruppen: Kompania Piwowarska, Grupa Żywiec und Carlsberg Polska. Daneben gibt es in Polen etliche kleinere Craft-Brauereien, die einzigartige Biere von hoher Qualität brauen. Zu den Bierstilen mit polnischem Ursprung gehören der Baltic Porter und das Grodziskie. Polnische Craft-Biere solltest du auf jeden Fall probieren - sie können auch erfahrene Bierkenner überraschen.
Porter bałtycki: kräftiges dunkles Bier von der Ostsee
Ein kräftiges dunkles Bier, das rund um die ganze Ostsee gebraut und heute vor allem in Polen gefeiert wird. Der untergärige Nachfahre des Londoner Porters schmeckt nach Trockenobst, Kakao und Karamell, reift durch lange kalte Lagerung und hat meist 8 bis 9,5 Prozent Alkohol. Die Polen haben ihm sogar einen eigenen Feiertag gewidmet, der auf den dritten Samstag im Januar fällt.
Grodziskie: rauchiges Weizenbier aus Großpolen
Grodziskie ist ein leichtes Weizenbier aus Grodzisk Wielkopolski in Polen, das seinen markanten Geschmack von über Eichenholz geräuchertem Malz bekommt. Wegen seiner kräftigen Perlage nannte man es polnischen Champagner, und das Grodzisk der Zwischenkriegszeit exportierte es in Dutzende Länder. In den Neunzigerjahren wurde die Produktion eingestellt, doch polnische Hobbybrauer haben den Stil wiederbelebt, und seit 2015 wird das Bier auch in seiner Heimatstadt wieder gebraut.