Grzane piwo: polnisches Glühbier
Hand aufs Herz. Glühbier?! Überraschenderweise gar nicht schlecht ...
Das Grzane piwo (Grzaniec) ist in Polen vor allem in den kälteren Monaten beliebt, genauso wie bei uns in Tschechien der Glühwein. Auch wenn heißes Bier auf den ersten Blick seltsam klingt, hat der Grzaniec seinen festen Platz in der polnischen Küche und ist bei Einheimischen wie bei Touristen beliebt.

Der Grzaniec wurzelt in der polnischen Brautradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Damals war es üblich, Bier zu erwärmen: Das verstärkte Geschmack und Aroma und machte daraus ein wärmendes Getränk für kalte Winterabende. Rezepte für den Grzaniec wurden von Generation zu Generation weitergegeben, und jede Region, ja sogar jede Familie, hatte ihre eigene Variante.
Wie beim Glühwein kommen auch ins Glühbier verschiedene Gewürze wie Zimt, Nelken, Ingwer, Muskatnuss oder Orangenschale. Auch hier gilt: Das Glühbier darf nicht kochen, sondern wird nur auf eine bestimmte Temperatur gebracht, denn beim Kochen würde der Alkohol verdampfen.
Ich hatte die Gelegenheit, ein gewärmtes polnisches Bier aus der Brauerei Jastrzębie zu probieren, eine Flasche kostete im Supermarkt 11 PLN (2,60 EUR). Nach dem Erwärmen war der Geschmack sehr kräftig, mit Noten von Zimt, Nelken und Vanille. Verwendet wird Schwarzbier.
Diese Kombination der Aromen macht den Grzaniec zum idealen Getränk für Winterabende. Beliebt ist er auf Weihnachtsmärkten, wo er neben anderen traditionellen polnischen Speisen und Getränken angeboten wird.
Und wie steht es bei dir mit dem Grzane piwo? Hast du es schon probiert?
Zum Wohl!