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Hell's Kitchen Česko: Radek Kašpárek als strenger Gordon Ramsay

Dan Špaňhel Tschechien Aktualisiert Keine Kommentare

In Tschechien läuft seit Kurzem die tschechische Version der beliebten TV-Show Hell's Kitchen.

Als Fan von Gordon Ramsay konnte auch ich sie mir nicht entgehen lassen. Nach der ersten Folge, die bereits im Fernsehen lief, haben die Zuschauer in den Kommentarspalten ihr "Urteil" schon gefällt. Wie ist es also um diese lokalisierte Fassung bestellt und warum redet Radek Kašpárek so derb?

Hell's Kitchen Česko (Peklo v kuchyni).
Hell's Kitchen Česko (Peklo v kuchyni).

Was ist Hell's Kitchen

Hell's Kitchen ist ein weltweit beliebter Kochwettbewerb, in dem professionelle Köche gegeneinander antreten. Die amerikanische Fassung lief in Tschechien vor Jahren auf TV Barrandov unter dem Titel "Pekelná kuchyně" ("Höllenküche"), diesen Namen meidet TV Nova offenbar und verwendet die Übersetzung "Peklo v kuchyni" ("Hölle in der Küche").

Die Teilnehmer werden in zwei Teams aufgeteilt, die in jeder Folge unter der Aufsicht eines Starkochs gegeneinander kochen. In der Originalfassung ist das der britische Starkoch Gordon Ramsay, für die tschechische Version hat TV Nova den Sternekoch Radek Kašpárek gewählt, als Sous-Chefs stehen ihm Eliška Hromková und David Viktorín zur Seite.

Die einzelnen Folgen sind ähnlich aufgebaut. Die Teilnehmer sollen in begrenzter Zeit Gerichte nach Vorgabe zubereiten. Der Chefkoch beobachtet die Teams beim Kochen genau, kontrolliert sie und scheut sich nicht, ihnen selbst den kleinsten Fehler anzukreiden. Das Team, das verliert, muss anschließend eines oder mehrere seiner Mitglieder für den Rauswurf nominieren. Wer den Wettbewerb am Ende verlässt, entscheidet der Chefkoch.

Die Show hat hohe Einschaltquoten - dank der spannenden Momente, des Adrenalins, der Konflikte und der Emotionen, die zu so einem Format gehören. Die Zuschauer sehen Köche unter enormem Druck. Spannend ist zu beobachten, wie das Team arbeitet, wer die Führung übernimmt und wie die Einzelnen mit dem Stress umgehen.

Welche Regeln gelten bei Hell's Kitchen

  • Die Teilnehmer werden in zwei Teams aufgeteilt (oft nach Geschlecht in ein Männer- und ein Frauenteam, aber nicht immer). Jedes Team hat seine eigene Küche.
  • In jeder Folge treten beide Teams gegeneinander an. Die übliche Aufgabe ist, in begrenzter Zeit ein bestimmtes Menü für die Gäste des Restaurants Hell's Kitchen zu kochen. Das Menü besteht aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert, ausgesucht hat es der Chefkoch.
  • Die Teams kochen unter der Aufsicht des Chefkochs und seiner beiden Sous-Chefs. Der Chefkoch schaut ihnen beim Kochen zu, gibt Ratschläge, kritisiert Fehler aber auch sehr hart (und ja, im Original ist Gordon Ramsay SEHR derb).
  • Die Gäste im Restaurant bewerten anschließend das Essen beider Teams. Das Team mit der besseren Bewertung gewinnt die Aufgabe und eine Belohnung. Auf das Verliererteam wartet eine Strafe (oft eine unangenehme oder demütigende Arbeit). In der ersten Folge konnten wir zusehen, wie sich das siegreiche Frauenteam im Restaurant 420 vergnügt, das ausgerechnet Radek Kašpárek gehört. Die unterlegenen Männer mussten dafür Gartenmöbel zusammenbauen und die ganze Küche putzen.
  • Das Verliererteam muss zwei (manchmal auch mehr) seiner Mitglieder für den Rauswurf nominieren. Nominiert werden meist die, die sich bei der Aufgabe die meisten Patzer geleistet oder am schlechtesten gekocht haben.
  • Der Chefkoch bittet die nominierten Teilnehmer zum Gespräch, in dem er sie fragt, warum sie im Wettbewerb bleiben sollten. Danach entscheidet er, wer gehen muss. Mal fliegt einer raus, mal beide Nominierten, in Ausnahmefällen niemand.
  • Wer ausscheidet, legt die Schürze ab und geht. Gordon Ramsay lässt am Ende der Folge seinen bekannten Spruch fallen: "Give me your jacket and leave Hell's Kitchen".
  • Der Wettbewerb läuft, bis nur noch zwei Finalisten übrig sind. Die treten dann in einer letzten großen Aufgabe gegeneinander an, bei der jeder von ihnen die Hälfte der zuvor ausgeschiedenen Teilnehmer als sein Team anführt.
  • Der Sieger des Finales (und damit des gesamten Wettbewerbs) bekommt einen attraktiven Preis - den Posten des Küchenchefs in einem renommierten Restaurant (in der tschechischen Version geht es um die Stelle als Kreativ-Küchenchef im Restaurant von Radek Kašpárek und um 2,5 Millionen CZK/100.000 EUR).

Warum Hell's Kitchen so beliebt ist

Hell's Kitchen feierte 2005 auf dem amerikanischen Sender Fox Premiere. In Amerika wurden bereits 22 Staffeln ausgestrahlt! Die Show ist weltweit beliebt und hat zahlreiche internationale Ableger hervorgebracht.

Wie oben erwähnt, moderiert die Originalfassung der berühmte britische Starkoch Gordon Ramsay. Ramsay ist für sein temperamentvolles und kompromissloses Auftreten bekannt. Seine derbe Art und seine Direktheit, wenn er die Teilnehmer kritisiert, sind zum Markenzeichen der Sendung geworden. Ramsay schreit oft, schimpft und greift zu derben Worten, wenn ihm etwas nicht passt. Dahinter steckt die Absicht, Spannung zu erzeugen, die Zuschauer zu schockieren und zu betonen, wie schwer die Fehler wiegen, die sich die Teilnehmer leisten. Wenn Radek Kašpárek also derb redet, hält er sich "nur" an das Originalformat.

Die Originalfassung spielt hervorragend mit Emotionen, mit den Konflikten zwischen den Teilnehmern und mit dem Stress in der Küche. Das ergibt ein spannendes Schauspiel. Die Zuschauer bekommen zu sehen, wie es in einer Profiküche zugeht und wie Gerichte der Spitzengastronomie entstehen. Gleichzeitig halten die Rivalität zwischen den Teams und das Ausscheiden der Teilnehmer die Spannung hoch.

Oft kommt es zu Streit und Konflikten zwischen den Teilnehmern, manchmal sogar zu Handgreiflichkeiten. Ramsay ist außerdem dafür bekannt, dass er, wenn er richtig wütend ist, Teller mit Essen in den Müll wirft oder sie durch die Küche schleudert. Auch das war in der ersten Folge zu sehen; Radek Kašpárek warf einen Teller Kartoffelsuppe kompromisslos und ohne zu probieren in den Müll.

Hell's Kitchen vs. MasterChef

In Tschechien haben wir schon mehrere Staffeln der tschechischen Version von MasterChef Česko gesehen. Auch die moderiert Radek Kašpárek (zusammen mit Jan Punčochář und Přemek Forejt). Zwischen den beiden Formaten liegen allerdings Welten:

  • MasterChef ist ein Wettbewerb für Hobbyköche, Hell's Kitchen dagegen für Profis.
  • Bei MasterChef herrscht insgesamt eine freundlichere, unterstützende Atmosphäre, Hell's Kitchen ist für seine Intensität und den Druck bekannt.
  • Bei MasterChef treten die Juroren oft als Mentoren auf, bei Hell's Kitchen ist Gordon Ramsay für seine Strenge bekannt.
  • MasterChef hat abwechslungsreichere Aufgaben (Mystery Box, Outdoor-Challenges), Hell's Kitchen konzentriert sich auf den Restaurantbetrieb.

Hinter den Kulissen von Hell's Kitchen

Weil Hell's Kitchen in Amerika schon so lange läuft, sind jede Menge Interna (natürlich unbestätigt) durchgesickert.

Auswahl der Teilnehmer

  • Das Casting läuft in mehreren Runden ab, zuerst füllt man eine Bewerbung aus und schickt ein Video.
  • Wichtig ist nicht nur die Erfahrung am Herd, sondern auch die Persönlichkeit, das Kommunikationstalent und die eigene Geschichte.
  • Die Produzenten suchen offenbar eine Mischung aus Erfahrungen, Persönlichkeiten und "Typen".
  • Ob manche vor allem wegen ihres "Dramapotenzials" ausgewählt werden, ist nicht bestätigt. In der tschechischen Version war es zumindest beim ersten Ausgeschiedenen aber so 😁
  • Voraussetzung für die Teilnahme ist Berufserfahrung in der Gastronomie, ihre Dauer und die jeweilige Position unterscheiden sich aber von Teilnehmer zu Teilnehmer.

Die Dreharbeiten

  • Der Dreh einer Staffel dauert üblicherweise 5-6 Wochen, gedreht wird fast täglich und über viele Stunden.
  • Die Teilnehmer verbringen bis zu 12-14 Stunden am Tag in der Küche, der Dreh des Abendservice zieht sich bis in die Nacht.
  • Die fertigen Folgen sind aus einer riesigen Menge Material zusammengeschnitten, viele Szenen kommen nie zum Einsatz.
  • Unklar bleibt, wie stark die Teilnehmer bei ihren Aussagen vor der Kamera angeleitet werden.

Authentizität vs. Inszenierung

  • Die Sendung ist ein echter Wettbewerb mit echtem Stress und echtem Druck, das grundsätzliche Geschehen ist nicht vorgeschrieben.
  • Die Produzenten können aber Situationen und Anlässe schaffen, die Konflikte und Drama befördern.
  • In manchen Momenten wirken Timing und Schnitt "gestellt".

Wo die Show entsteht

  • Hell's Kitchen wird meist in einem TV-Studio gedreht, das zu einem Restaurant umgebaut ist.
  • Zum Komplex gehören oft auch Unterkünfte für die Teilnehmer, Privatsphäre haben sie dort aber keine.
  • Wird gerade nicht gedreht, haben die Teilnehmer frei, das Studiogelände verlassen dürfen sie jedoch nicht.

Meine Meinung nach der ersten Folge von Hell's Kitchen Česko

Dass TV Nova und Radek Kašpárek eine großartige Show hinbekommen, beweist MasterChef Česko. Die tschechische Fassung gefällt mir derzeit sogar besser als die neuen Folgen der Originalserie (wirklich!). Kašpárek, Punčochář und Forejt haben sich gefunden (schau dir die unglaubliche Ähnlichkeit mit den Juroren der ersten Staffeln des amerikanischen MasterChef an, Joe Bastianich und Graham Elliot). Das Casting von Hell's Kitchen Česko ist interessant, ich bin jetzt schon gespannt auf die Leistungen der Köche, die etwa mit den Restaurants V Zátiší oder Entrée verbunden sind.

Der Erfolg von MasterChef Česko könnte sich also ohne Weiteres auch bei Hell's Kitchen Česko wiederholen. Die Frage ist, wie gut sich Radek Kašpárek in die derbe Rolle von Gordon Ramsay hineinfindet und ob die Leute sie ihm abnehmen (ich nehme sie ihm bisher nicht ab). Die zweite Frage ist, ob Schimpfwörter zur besten Sendezeit heute nicht einfach ein Auslaufmodell sind. Zdeněk Pohlreich hat mir das in "Ano, šéfe" ("Ja, Chef") abgenommen und ich habe es genossen, aber diese Zeit ist meiner Meinung nach vorbei.

Ich drücke den tschechischen Teilnehmern die Daumen und wünsche guten Appetit beim Zuschauen!

Quelle des Titelbilds: TV Nova

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

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