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Restaurant The Artisan: Schokoladen-Brunch im Hotel Marriott

Dan Špaňhel Tschechien Aktualisiert Keine Kommentare

Hotelrestaurants haben oft mit unnötigen Vorurteilen zu kämpfen. Einheimische halten sie für sterile Orte, in denen vor allem Touristen frühstücken, bevor sie zu den interessantesten Prager Sehenswürdigkeiten aufbrechen. Schade eigentlich, denn gerade hinter den Kulissen großer Hotels arbeiten oft Teams mit Zugang zu den besten Zutaten und Techniken.

Das Restaurant The Artisan im Prager Hotel Marriott will dieses Klischee mit seinen Sonntagsbrunches widerlegen. Und der hohen Auslastung nach zu urteilen gelingt ihm das.

Restaurant The Artisan: Jeden Sonntag gibt es einen Brunch zu einem bestimmten Thema. Ich war beim Schokoladen-Brunch.
Restaurant The Artisan: Jeden Sonntag gibt es einen Brunch zu einem bestimmten Thema. Ich war beim Schokoladen-Brunch.

Das Konzept des Sonntagsbrunchs setzt auf Abwechslung. Jeder Brunch hat ein anderes Thema, und genau das gibt den Einheimischen einen Grund wiederzukommen. Ich war am zweiten Januarsonntag im The Artisan, als sich alles um Schokolade drehte.

Restaurant The Artisan: Schokoladen-Brunch.
Restaurant The Artisan: Schokoladen-Brunch.

Im Veranstaltungskalender wechseln sich aber auch so unterschiedliche Themen ab wie ein echtes tschechisches Schlachtfest (❤️), Karamell, Burger oder saisonaler Bärlauch. Das The Artisan veranstaltet den Brunch auch zu besonderen Anlässen - wenn du dich also fragst, wohin du in Prag am Valentinstag gehen sollst oder wohin nächstes Jahr an Heiligabend, hast du schon einen Tipp.

Restaurant The Artisan: das warme Buffet. Im Angebot waren unter anderem Chili con Carne mit Schokolade oder Chicken Mole mit Schokolade. Dazu kamen gegrillter Fisch, Schweinefilet, Entenbrust, gegrilltes Gemüse oder Pasta mit Parmesan. Dominiert haben aber die Rindersteaks vom Josper-Grill.
Restaurant The Artisan: das warme Buffet. Im Angebot waren unter anderem Chili con Carne mit Schokolade oder Chicken Mole mit Schokolade. Dazu kamen gegrillter Fisch, Schweinefilet, Entenbrust, gegrilltes Gemüse oder Pasta mit Parmesan. Dominiert haben aber die Rindersteaks vom Josper-Grill.

Der Schokoladen-Brunch im The Artisan besteht aber nicht nur aus endlosen Reihen von Süßspeisen (auch wenn, ganz ehrlich, die Schokoladendesserts hier die erste Geige spielten 😇). Schokolade hat auch am warmen Buffet ihren Platz - sie gibt dem Chili con Carne vom Rind Tiefe und bildet die Basis der Sauce beim traditionellen Chicken Mole. Auch beim Fleisch vom Josper-Grill fehlt die Schokoladensauce nicht.

Restaurant The Artisan: Schweinepastete und hausgemachtes Brot.
Restaurant The Artisan: Schweinepastete und hausgemachtes Brot.

Hungern musst du aber keine Sekunde, bevor du dich auf den Weg zum Buffet machst. Gleich nach dem Hinsetzen warten auf dem Tisch eine feine Schweinepastete und hausgemachtes Brot. Das Brot war eher rustikal, mit einer kräftigen dunklen Kruste - die hat mich aber überhaupt nicht gestört, im Gegenteil.

Restaurant The Artisan: Rindertatar mit getrockneten Eigelben.
Restaurant The Artisan: Rindertatar mit getrockneten Eigelben.

Während des Brunchs läuft außerdem der sogenannte "Pass-around": Küchenchef David Rejhon geht von Tisch zu Tisch und serviert persönlich kleine Häppchen. Der Käseschaum mit eingelegtem Gemüse ist leider an mir vorbeigegangen - vielleicht, weil ich mit akademischer Verspätung kam (zu meiner Verteidigung: Prag lag wirklich unter einer dicken Schneedecke).

Restaurant The Artisan: gebratenes Roastbeef.
Restaurant The Artisan: gebratenes Roastbeef.

Der Brunch im Restaurant The Artisan läuft als All-you-can-eat-Buffet. Am kalten Buffet und in der Salatecke gab es zum Beispiel Caesar Salad mit Croutons, Kichererbsen- und Linsensalat, Tomatensalat oder Salat mit Feta.

Restaurant The Artisan: Linsensalat. In den kleinen Schalen Salat aus Roter Bete mit Frischkäse.
Restaurant The Artisan: Linsensalat. In den kleinen Schalen Salat aus Roter Bete mit Frischkäse.

Für viele dürfte die "Raw Bar" mit frischen Austern oder die Station mit Tigergarnelen und Garnelencocktail die größte Verlockung sein.

Restaurant The Artisan: Tigergarnelen und Garnelencocktail.
Restaurant The Artisan: Tigergarnelen und Garnelencocktail.

Bei den Tatar-Varianten wartet ein interessantes Trio: das klassische Rindertatar mit getrocknetem Eigelb, eines vom Lachs und - für mich eine echte Überraschung - ein Karottentatar. Dazu gibt es geröstetes Brot und frische Sprossen.

Restaurant The Artisan: Karottentatar.
Restaurant The Artisan: Karottentatar.

Das gegrillte Fleisch kommt aus der offenen Küche, in der der Josper-Grill den Ton angibt. Von dort wanderten Flank Steak und Rib-Eye vom Rind auf den Teller, dazu eine perfekt zubereitete Picanha. Für mich war das Rindfleisch der größte Magnet beim Brunch, und enttäuscht wurde ich ganz sicher nicht.

Restaurant The Artisan: das Tranchieren der Rindersteaks.
Restaurant The Artisan: das Tranchieren der Rindersteaks.

Wenn du Käse magst, wirst du dich über das Käsebrett vom Hof Krasolesí freuen - das The Artisan setzt seit Langem auf die Unterstützung lokaler Erzeuger und beim Käse hat es sich für die absolute Spitze entschieden. Die Produkte aus Krasolesí sind wegen ihrer Qualität nämlich auch bei tschechischen Michelin-Restaurants gefragt, etwa im Field ⭐.

Restaurant The Artisan: das Käsebrett vom Hof Krasolesí.
Restaurant The Artisan: das Käsebrett vom Hof Krasolesí.
Restaurant The Artisan: das Käsebrett vom Hof Krasolesí. Im Vordergrund ein in Asche gereifter Käse, der unter seiner dunklen, runzligen Rinde ein herrlich cremiges Inneres verbarg. Mit ein paar Tropfen Honig darauf versteht man sofort, warum die Franzosen den Käse als "Dessert nach dem Essen" servieren.
Restaurant The Artisan: das Käsebrett vom Hof Krasolesí. Im Vordergrund ein in Asche gereifter Käse, der unter seiner dunklen, runzligen Rinde ein herrlich cremiges Inneres verbarg. Mit ein paar Tropfen Honig darauf versteht man sofort, warum die Franzosen den Käse als "Dessert nach dem Essen" servieren.

Da es ein Schokoladen-Brunch war, stand logischerweise die Dessertstation im Mittelpunkt. Das Angebot reichte von feinen Pralinen über Schokoladenmousse bis zu saftigen Brownies und Torten. Mir hat gefallen, dass die Desserts nicht überzuckert und die Portionen nicht übertrieben groß waren - so konnte ich mich durch mehrere Süßigkeiten durchprobieren. Dazu kam ein hervorragendes Eis, zur Wahl standen die Klassiker Vanille und Schokolade, dazu Himbeere oder erfrischende Zitrone. An der "Eisbar" konnte es dann jeder nach Lust und Laune mit frischem Obst garnieren.

Restaurant The Artisan: das Eisangebot.
Restaurant The Artisan: das Eisangebot.
Restaurant The Artisan: die Sektion mit frischem Obst und verschiedenen Toppings fürs Eis.
Restaurant The Artisan: die Sektion mit frischem Obst und verschiedenen Toppings fürs Eis.

Eine große Attraktion für die kleinsten Gäste war die "Live Cooking"-Station, an der eine Konditorin Schokoladenlutscher herstellte und sie in flüssigem Stickstoff schockfrostete. Effektvoller weißer Nebel und sofort gefrorene, knackige Schokolade ... Ja, meist blieb es nicht bei einem Lutscher 😁

Restaurant The Artisan: "Live Cooking" und die Herstellung der Schokoladenlutscher.
Restaurant The Artisan: "Live Cooking" und die Herstellung der Schokoladenlutscher.

Apropos Kinder: Das The Artisan denkt auch beim Hauptgang an sie, du musst also nicht befürchten, dass dein Nachwuchs bei Entenbrust oder Tatar die Nase rümpft. In der Kinderecke wartete die heilige Dreifaltigkeit, an der wohl kein Kind vorbeikommt: Pizza, paniertes Hähnchenschnitzel und Pommes. Für die Kleinsten steht auch ein Hochstuhl bereit.

Der Sonntagsbrunch im The Artisan kostet 1.545 CZK (61,80 EUR) pro Person (inklusive alkoholfreier Getränke, Kaffee und Tee ohne Limit). Wenn du dir den Sonntag auch mit Wein und Bier versüßen willst, kostet der Brunch 200 CZK (8 EUR) mehr. Kinder bis sechs Jahre essen gratis. Mit etwas Glück musst du sogar beim nächsten Mal nichts bezahlen - in der Tombola zum Abschluss wird ein Verzehrgutschein im Wert von 2.000 CZK (80 EUR) verlost.

Guten Appetit!

The Artisan

Website

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

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