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Taftoon: das häufigste Brot im Iran

Dan Špaňhel Iran Aktualisiert Keine Kommentare

Taftoon (تافتون) ist ein traditionelles iranisches Brot und gehört zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Backwaren im Iran. Das Taftoon ist ein dünnes, leicht elastisches Brot, das zu den Grundnahrungsmitteln zählt. In der iranischen Gastronomie ist es sehr beliebt.

Taftoon: frisches Brot, gerade aus dem Ofen geholt.
Taftoon: frisches Brot, gerade aus dem Ofen geholt.

Der Name "taftoon" geht auf das persische Wort "taftan" (تفتان) zurück, das "erhitzen" oder "backen" bedeutet. Über Jahrhunderte wurde das Brot traditionell in iranischen Haushalten und in örtlichen Bäckereien gebacken.

Das Taftoon zeichnet sich durch seine Einfachheit und die unkomplizierte Zubereitung aus. Die Grundzutaten sind Weizenmehl, Wasser, Hefe und Salz. Daraus wird ein Teig angesetzt, den man anschließend gehen lässt. Danach teilt man ihn in kleinere Portionen und rollt sie von Hand zu flachen, runden Fladen aus, meist nur wenige Millimeter dick.

Taftoon: Die Teiglinge werden heute schon oft maschinell geknetet und abgewogen. Zum Fladen ausgerollt wird aber immer noch von Hand.
Taftoon: Die Teiglinge werden heute schon oft maschinell geknetet und abgewogen. Zum Fladen ausgerollt wird aber immer noch von Hand.

Traditionell wird das Taftoon in einem Ofen nach Art des Tandur gebacken. Die Teigfladen werden von Hand an die Wände des glühend heißen Ofens geklatscht, wo sie in kurzer Zeit goldbraun werden. Die hohe Temperatur und das schnelle Backen geben dem Taftoon seinen charakteristischen Geschmack, seinen Duft und die luftige Krume.

In modernen Bäckereien kommt das Taftoon oft in den Rotationsofen. So lassen sich in kürzerer Zeit größere Mengen Brot herstellen, ohne dass Qualität und authentischer Geschmack darunter leiden. Rotationsöfen haben bewegliche Flächen, auf denen der Teig beim Drehen gleichmäßig durchbackt.

Taftoon: Der Rotationsofen erleichtert das Brotbacken deutlich. Ein großer Teil der schweren Handarbeit bleibt trotzdem.
Taftoon: Der Rotationsofen erleichtert das Brotbacken deutlich. Ein großer Teil der schweren Handarbeit bleibt trotzdem.

Vom Taftoon gibt es viele Varianten, die sich je nach Region, Zutaten und Zubereitung unterscheiden. Zu den häufigsten gehören:

  • Einfaches Taftoon - die schlichte Version ohne weitere Zutaten, das Brot für jeden Tag.
  • Taftoon mit Gewürzen - oft mit Kreuzkümmel, Koriander, Sumach oder Kurkuma.
  • Taftoon mit Saaten - üblich sind Sesam, Mohn, Sonnenblumenkerne oder Schwarzkümmel, der im Iran besonders beliebt ist.
  • Taftoon aus verschiedenen Mehlsorten - neben dem klassischen Weißmehl kommen auch Vollkornmehl oder Mehlmischungen zum Einsatz, etwa Gerstenmehl, das dem Brot einen eigenen Geschmack gibt.
Taftoon: zwei Stücke Brot, reichlich mit Saaten bestreut. Eines ist die Vollkornvariante.
Taftoon: zwei Stücke Brot, reichlich mit Saaten bestreut. Eines ist die Vollkornvariante.

Im Iran gilt das Taftoon als Grundnahrungsmittel. Gegessen wird es traditionell frisch, am besten gleich nach dem Backen. Auch deshalb siehst du auf iranischen Straßen oft Einheimische, die ihr Taftoon nach Hause tragen - oder fahren.

Taftoon: Frisch gebackenes Brot wird oft einfach in ein Tuch gewickelt und auf dem Motorrad an sein Ziel gebracht.
Taftoon: Frisch gebackenes Brot wird oft einfach in ein Tuch gewickelt und auf dem Motorrad an sein Ziel gebracht.

Taftoon kommt oft als Beilage zu den heimischen Kababs, zu Eintöpfen, Suppen und zu allerlei Dips wie Hummus oder Mast-o khiar (Joghurtdip mit Gurke) auf den Tisch.

Als ich dort war, kostete ein Fladen Taftoon in der einfachen Variante 2.250 IRR (also nur wenige Cent!), die Vollkornvariante, reichlich mit Saaten und Kräutern verfeinert, kann aber auch mehrere Hunderttausend IRR kosten.

Die Erlebnisse aus Bäckereien - nicht nur im Iran, sondern auf der ganzen Welt - gehören zu meinen liebsten. Die Arbeit der Bäcker in Asien oder Afrika ist unglaublich hart, und trotzdem erzählen sie gern und sind ausgesprochen freundlich. Schon oft wollte ich ihnen Brot abkaufen, aber sie haben mich nie zahlen lassen (ja, ich kenne Taarof!).

Also, liebe Bäcker, danke wenigstens auf diesem Weg!

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

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