Zum Inhalt springen

Länder
Wohin als Nächstes? Über mich Kontakt Newsletter

Sangak: das iranische Nationalbrot

Dan Špaňhel Iran Aktualisiert Keine Kommentare

Sangak (سنگک), auch als Nan-e sangak (نان سنگک) bekannt, ist ein traditionelles iranisches Vollkornbrot und gehört zu den beliebtesten und am weitesten verbreiteten Brotsorten im Iran.

Sein Name kommt vom persischen Wort "sang" (سنگ), das "Stein" bedeutet. Er verweist auf die besondere Art der Zubereitung auf glühend heißen Kieseln.

Ein iranischer Bäcker mit frisch gebackenem Sangak.
Ein iranischer Bäcker mit frisch gebackenem Sangak.

Sangak ist ein dünnes, ovales bis längliches Fladenbrot von etwa 70 - 80 cm Länge und 30 - 40 cm Breite, meist mit unregelmäßigen Rändern. Typisch für seine Oberfläche sind die kleinen Abdrücke der Kiesel. Sie entstehen beim Backen in einem speziellen Ofen, dessen Boden mit einer Schicht kleiner, glatter Flusskiesel ausgelegt ist.

Das iranische Sangak backt in einem speziellen Ofen.
Das iranische Sangak backt in einem speziellen Ofen.

Der Teig ist einfach: Vollkornweizenmehl, Wasser, Salz und ein wenig Sauerteig. Wegen der Gärung muss er schon einen Tag vorher angesetzt werden.

Für Sangak braucht es einen speziellen Ofen mit schräger Backfläche, der mit Holz, Gas oder Kohle beheizt wird. Die Feuerstelle liegt unter den Kieseln. Sind die Kiesel heiß genug, breitet der Bäcker den weichen, klebrigen Teig mit den Händen auf einem besonderen Holzschieber aus und legt ihn direkt auf die heißen Steine. Nach wenigen Minuten holt er das Brot mit einer langen Metallzange, einem Haken oder einem anderen Werkzeug heraus und schüttelt dabei die Kiesel ab, die daran hängen geblieben sind.

Der Holzschieber, mit dem das Sangak in den Ofen kommt.
Der Holzschieber, mit dem das Sangak in den Ofen kommt.
Das Sangak wird auf dem Holzschieber geformt.
Das Sangak wird auf dem Holzschieber geformt.
Das Sangak kommt in den Ofen.
Das Sangak kommt in den Ofen.
Ein vorsichtiges Wenden des Holzschiebers, und das Sangak liegt im Ofen.
Ein vorsichtiges Wenden des Holzschiebers, und das Sangak liegt im Ofen.

In traditionellen iranischen Bäckereien (Nan-e sangaki) arbeiten meist mehrere Bäcker gleichzeitig:

  • einer setzt den Teig an und formt ihn
  • der zweite bedient den Ofen und hat das Backen im Blick
  • der dritte hilft beim Herausnehmen und Abkühlen der Brote

Genau drei Bäcker arbeiteten auch in der Bäckerei, in der diese Fotos entstanden sind (einer ist auf den Bildern nicht zu sehen).

Sangak kommt frisch auf den Tisch, oft noch warm direkt aus der Bäckerei. Es schmeckt neutral und passt deshalb hervorragend zu traditionellen iranischen Gerichten wie Kabab, Käse, frischem Gemüse, Kräutern oder verschiedenen Aufstrichen. Sangak wird auch gern zum Frühstück gegessen, meist mit Butter, Honig, Marmelade oder Käse. In vielen iranischen Familien ist Sangak aus dem Alltag nicht wegzudenken.

Frisch gebackenes iranisches Sangak kühlt am Haken ab. Beachte, wie gleich die Brote geformt sind.
Frisch gebackenes iranisches Sangak kühlt am Haken ab. Beachte, wie gleich die Brote geformt sind.

Sangak ist ein Brot, das du im Iran unbedingt probieren solltest.

Guten Appetit!

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

Über mich Kontakt

Das könnte dir gefallen:

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.