Yayla çorbası: türkische Joghurtsuppe
Yayla çorbası ist eine traditionelle türkische Suppe auf der Basis von cremigem Joghurt, Reis und getrockneter Minze. Oft kommen noch Nudeln und Kichererbsen dazu. Sie gehört zu den beliebtesten türkischen Suppen.

Die Suppe hat ihren Ursprung im Leben der Hirtenvölker: Türkische Stämme verbrachten die Sommer in höheren Lagen. Frisches Gemüse war dort Mangelware, Milchprodukte und Getreide gab es dagegen reichlich. Mit Joghurt ließ sich Milch verarbeiten, und zusammen mit lagerfähigem Reis oder Weizen bildete er die Grundlage der Ernährung.
Yayla çorbası wird heiß serviert, am besten in tiefen Schüsseln. Dazu steht oft ein Korb mit frischem Weißbrot auf dem Tisch; die Gäste brechen sich Stücke ab und tunken sie in die Suppe. Dank des Joghurts ist sie sättigend, aber nicht schwer. Geschmacklich dominiert eine angenehme milchige Säure, gefolgt von einer kräftigen Note aus Minze und Butter. Ein Essen, das dem Magen guttut. In türkischen Lokalen ist sie eine sichere Wahl - viele essen sie als schnelles Mittagessen mit einem Stück Brot, weil sie lange satt macht.

Am engsten verwandt ist die armenische Suppe Spas, die ebenfalls auf Joghurt beruht. In der griechischen Küche gibt es die berühmte Avgolemono: Sie beruht zwar auf Hühnerbrühe, wird aber genauso mit Ei und Zitrone gebunden und schmeckt dadurch cremig und säuerlich.
Ich habe Yayla çorbası im Städtchen Göreme im türkischen Kappadokien probiert, in einem Lokal, das eine Frauenkooperative betrieb. In der unerwarteten Aprilkälte hat sie wunderbar gewärmt!
Guten Appetit!