Kulaç: traditionelles albanisches ungesäuertes Brot
Kulaç ist ein traditionelles albanisches ungesäuertes Brot. Es gehört zu den ältesten und typischsten Backwaren der albanischen Küche. Ein ähnliches ungesäuertes Brot findest du zum Beispiel auch im Kosovo, in Nordmazedonien und in manchen Teilen Griechenlands.
Kulaç wird traditionell ohne Sauerteig, Hefe oder andere Triebmittel zubereitet. Genau das unterscheidet Kulaç von gewöhnlichem Brot. Gebacken wird es meist über offenem Feuer, auf einem heißen Stein oder in einem traditionellen Ofen namens çerep. Du kannst es aber auch im Backofen backen.

Die Grundzutat für Kulaç ist Weizenmehl, du kannst aber auch auf Varianten mit Maismehl stoßen; die sind vor allem in den Bergregionen verbreitet, wo Mais früher leichter zu bekommen war als Weizen.
Weil der Teig nicht aufgeht, hat Kulaç eine sehr dichte Krume. Die schnelle Zubereitung hatte auch praktische Gründe - früher war sie bei unerwartetem Besuch oder zu festlichen Anlässen von Vorteil, wenn keine Zeit blieb, auf das Aufgehen des Teigs zu warten.

Kulaç habe ich durch puren Zufall in der Taverne Te Xhaferi probiert (siehe Wohin zum Essen in Albanien). Es war sehr dicht, leicht süß, und man hat ihm angesehen, dass es über dem Feuer gebacken wurde (genau wie fli, das ich dort ebenfalls probiert habe). Hervorragend passte es zu Tzatziki, lokalem Käse, Oliven und gegrilltem Lamm- und Schweinefleisch.
Wenn du irgendwo auf Kulaç stößt, probier diese Spezialität der albanischen Küche unbedingt aus.
Guten Appetit!