Qurs simsim: traditionelles Sesamgebäck aus dem Nahen Osten
Qurs simsim (قُرْص سِمْسِم, Plural aqras simsim, أقراص سِمْسِم) ist ein süßes Gebäck, das in den Ländern der Levante, im Irak und in der Golfregion weit verbreitet ist. Der Name lässt sich wörtlich als "Sesamscheibe" oder "Sesamfladen" übersetzen.
Durch die Gewürze schmeckt der Keks kräftig, er ist mürbe und obenauf dicht mit Sesam bedeckt.

Wo genau es entstanden ist, lässt sich nicht sicher sagen, denn die Rezepte wanderten über Jahrhunderte entlang der Handelswege zwischen Mesopotamien und der Levante. Das Gebäck ist keine rein irakische Spezialität, auch wenn es im Irak besonders fest verwurzelt ist. Qurs simsim gehört zur großen Familie des arabischen Teegebäcks.

Zu den Hauptzutaten gehören Weizenmehl, Zucker, Fett (traditionell Butterschmalz, also Ghee, oder Pflanzenöl) und Eier. Besonders macht dieses Gebäck eine eigene Gewürzmischung, die direkt in den Teig kommt. Am häufigsten wird gemahlener Kardamom verwendet, der ein zitrusartig-holziges Aroma mitbringt. Weitere Schlüsselzutaten sind gemahlener Anis und Fenchel. Die Oberfläche bestreuen die Bäcker vor dem Backen großzügig mit Sesam. Beim Backen röstet er mit und gibt dem Keks einen nussigen Geschmack.

Nach dem Kneten ruht der Teig, damit sich das Gluten entspannt und die Gewürze durchziehen können. Danach formt man daraus kleine Kugeln und drückt sie mit der Handfläche zu Scheiben. Die Dicke unterscheidet sich je nach Region und Bäckerei. Die Version, die ich probiert habe, war dünn und knusprig.

Am besten passt dazu starker schwarzer Tee, natürlich sehr süß.
Ich habe Qurs simsim in einer kleinen Bäckerei im kurdischen Erbil probiert, wo die Bäcker es frühmorgens noch heiß aus dem Ofen holten. Der Geschmack war schlicht großartig - die Kombination aus knusprigem Sesam und dem Aroma von Kardamom, Anis und Fenchel erinnerte mich überraschend, wenn auch nur sehr entfernt, an unseren tschechischen Lebkuchen. Als ich bezahlen wollte, bekam ich wie schon so oft die berühmte kurdische Gastfreundschaft zu spüren: Die Bäcker nahmen kein Geld an, denn ein Gast ist bei ihnen ein Geschenk Gottes.
Guten Appetit!