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Salat aus Gâteaux piments: mauritische frittierte Spalterbsenbällchen zum zweiten Mal auf dem Tisch

Dan Špaňhel Mauritius Aktualisiert Keine Kommentare

Dass Mauritius den Fußball liebt, habe ich während der Weltmeisterschaft in Katar erlebt, die ich auf der Insel verfolgt habe. Zum Fußball gehört Bier, und zum Bier kommen auf Mauritius keine Chips auf den Tisch, sondern Gajaks, kleine Knabbereien zum Bier, meist frittiert. Ein klassischer Gajak ist der Gâteaux piment, ein Bällchen aus gelben Spalterbsen mit Chili und Koriander, das es an jeder Ecke einzeln zu kaufen gibt. Was von den Bällchen übrig bleibt, ist am nächsten Morgen hart. Genau da setzt dieses Gericht an.

Salat aus Gâteaux piments (französisch: salade de gâteaux piments) ist ein kalter Salat der mauritischen Küche aus zerbröselten frittierten Spalterbsenbällchen, Zwiebeln, Tomaten und frischem Koriander, beträufelt mit Zitrone und Öl. Ein frittiertes Gericht, das sich am nächsten Tag als Gemüse verkleidet.

Salat aus Gâteaux piments: zerbröselte frittierte Bällchen mit Tomaten und Koriander.
Salat aus Gâteaux piments: zerbröselte frittierte Bällchen mit Tomaten und Koriander.

Ein Salat, benannt nach einem Kuchen, der keiner ist

Der Name ist eine schlichte französische Beschreibung: salade de gâteaux piments, wörtlich Salat aus "Chili-Küchlein". Wer aus Paris kommt, erwartet eine Konditorei und bekommt eine Fritteuse. Gâteau ist auf Mauritius jedes Stück Teig oder Knolle, das durch heißes Öl gegangen ist - Gâteau arouille aus Taro, Gâteau patate aus Süßkartoffeln, Gâteaux piment aus Spalterbsen; auf Kreolisch schreibt man gato pima, einen eigenen kreolischen Namen hat der Salat selbst nie bekommen, man nennt ihn französisch. Im Bällchen stecken dieselben gelben Spalterbsen, aus denen auf der Insel die Fladen Dholl puri gebacken werden, nur werden sie hier frittiert statt ausgerollt.

Der Salat ist eine mauritische Angelegenheit, das Bällchen darunter ist Gemeingut. Auf der Nachbarinsel Réunion wird aus zerstoßenen Erbsen der Bonbon piment frittiert - dieselbe Idee und noch ein süßes Wort für ein herzhaftes Gericht -, nur werden die Bällchen dort höchstens als knuspriges Topping über einen Salat gebröselt, ein eigenes Rezept mit eigenem Namen macht daraus niemand.

Was aus dem harten Bällchen einen Salat macht

Die Hauptrolle spielt ein Bällchen, das nicht mehr frisch ist. Ein frischer Gâteaux piment ist knusprig, ihn zu zerbröseln wäre schade; der von gestern ist fest geworden, und genau deshalb funktioniert er - er saugt Zitrone und Tomatensaft auf, wird außen weich und behält innen seinen Erbsenkern mit Kreuzkümmel und Koriander. Er tut dasselbe wie ein Crouton in der Suppe, nur bekommt er statt Brühe Zitrone und Tomate. Dazu kommen rote Zwiebeln, Tomaten, viel frischer Koriander samt Stängeln, Salz und Pfeffer; in manchen Rezepten werden die Zwiebeln vorher in Weißwein eingelegt und frische Chilischoten dazugegeben.

Auf der Straße wird der Salat nicht verkauft, gemacht wird er zu Hause, einen Tag nachdem man mehr Gâteaux piments gekauft hat, als man essen konnte. Serviert wird er kalt als Vorspeise, und wenn auch vom Salat etwas übrig bleibt, hat das Bällchen noch ein drittes Leben: Die Mischung wird in ein aufgeschnittenes Baguette gestopft, fertig ist das Sandwich. Eine Tüte Bällchen reicht auf der Insel so für drei Tage hintereinander. Wer sich den Salat selbst machen will, kauft am Stand ein paar Stück mehr, als er isst - hinein kommen nur die, die über Nacht hart geworden sind.

Ein Teller zur Weltmeisterschaft

Ich habe den Salat auf Mauritius im Restaurant meines Hotels probiert, in den Wochen der Weltmeisterschaft, als zu den Spielen ein gekühltes Bier gehörte. Die zerbröselten Bällchen hatten Zitrone aufgesogen und waren weich geworden, Kreuzkümmel und Chili waren aber nicht verschwunden, sodass jeder Bissen mit Tomate begann und mit einem milden Brennen endete; der Koriander gab dem Ganzen eine Frische, die das frittierte Bällchen allein nie hatte. Die frischen Gâteaux piments fand ich trocken, das steht auch im Artikel über sie. Die zweite Halbzeit bekam ihnen besser als die erste.

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

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