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Churros: traditionelles spanisches Frittiergebäck

Dan Špaňhel Spanien Aktualisiert Keine Kommentare

Churros. So heißt das traditionelle spanische Frittiergebäck, das aus einem Teig aus Mehl, Wasser und Salz entsteht. Der Teig wird mit einer speziellen Presse in heißes Öl gedrückt und dort goldbraun ausgebacken. Heraus kommen lange, geriffelte Stangen mit knuspriger Kruste und weichem, luftigem Inneren. Nach dem Frittieren lässt man die Churros abtropfen, damit das überschüssige Öl ablaufen kann.

Traditionell werden Churros mit einer Tasse heißer Schokolade serviert, in die man sie eintunkt. Manche genießen sie aber lieber pur oder mit Dulce de leche, einer süßen Soße, die an Karamell erinnert. Andere mögen sie in Zucker und Zimt gewälzt.

Chocolateria San Ginés: Churros mit einer Tasse Schokolade.
Chocolateria San Ginés: Churros mit einer Tasse Schokolade.

Die Geschichte der Churros

Über die Entstehung der Churros gibt es mehrere Theorien. Einer davon zufolge wurden Churros zuerst von spanischen Hirten in den Bergen zubereitet. Sie suchten nach einer einfachen Möglichkeit, mit wenigen Zutaten etwas Süßes zuzubereiten. Einer anderen Theorie zufolge brachten die Portugiesen die Churros nach Spanien. Inspiriert haben soll sie dabei das chinesische Frittiergebäck "Youtiao". Schnell wurden die Churros zu einem festen Bestandteil der spanischen Gastronomie und Kultur.

Im 19. Jahrhundert entstanden in Madrid spezialisierte Chocolaterías, die für ihre Churros und ihre heiße Schokolade berühmt wurden. Lokale wie die Chocolateria San Ginés wurden zu beliebten Treffpunkten für Einheimische und Touristen. Heute gehören die Churros zusammen mit Tapas, Paella und Sangría zu den weltweit bekanntesten spanischen Gerichten.

Chocolateria San Ginés: frisch frittierte Porras (die dickere Variante der Churros), Churros und an der Rückwand ein Behälter für das beliebte spanische Getränk Horchata.
Chocolateria San Ginés: frisch frittierte Porras (die dickere Variante der Churros), Churros und an der Rückwand ein Behälter für das beliebte spanische Getränk Horchata.

Wo man Churros probieren kann

Lokale, die sich auf die Herstellung und den Verkauf von Churros spezialisiert haben, heißen meist "churrería" ("tschurrería"). Das Wort "churrería" leitet sich von "churro" ab, und die Endung "-ería" bezeichnet im Spanischen einen Ort, an dem etwas hergestellt oder verkauft wird. In den Churrerías bekommst du oft auch heiße Schokolade zum Eintunken der Churros oder weitere Spezialitäten wie "Porras" (dickere Churros) oder "Buñuelos" (frittierte Teigstücke).

Ich durfte echte Churros in der legendären Chocolateria San Ginés in Madrid probieren (siehe Wo man in Madrid essen geht). Das Schokoladencafé wurde bereits 1894 gegründet und hat rund um die Uhr geöffnet. Eine Portion frisch frittierter Churros mit einer Tasse dicker Schokolade kostete hier 4,50 EUR. Auf meinen Reisen durch Spanien habe ich viele Churros gegessen, aber diese waren die besten. In der baskischen Stadt San Sebastián bekommst du hervorragende Churros zum Beispiel in der Churrería Santa Lucia (die es seit 1956 gibt).

Wann man Churros isst

In Spanien gehören Churros traditionell zum Frühstück, vor allem an Wochenenden und Feiertagen. Viele gönnen sich nach einer durchgemachten Nacht Churros mit heißer Schokolade als Snack spät in der Nacht oder als frühes Frühstück. Auch auf Festivals und Märkten oder bei anderen festlichen Anlässen werden Churros oft angeboten.

Churros sind kein traditionelles spanisches Dessert. Wenn du sie in einem Restaurant unter den Desserts auf der Karte findest, machst du besser schnell einen Bogen um das Lokal.

Wissenswertes über Churros

  • Der Name "churros" geht wahrscheinlich auf die Schafrasse Churra zurück, deren Hörner an die Form des Gebäcks erinnern.
  • In Spanien finden jedes Jahr mehrere Festivals rund um die Churros statt, zum Beispiel die Feria del Churro in Madrid.
  • Auch in Lateinamerika sind Churros beliebt geworden, dort füllt man sie oft mit Dulce de leche (karamellisierter Milch), Schokolade oder verschiedenen Cremes.
  • 2019 wurde in der texanischen Stadt San Antonio ein Rekord-Churro von 58,8 Metern Länge gebacken.
  • Das Wort "churro" wird manchmal auch im übertragenen Sinn für etwas "Oberflächliches, Hohles" verwendet. "Ese argumento es un churro" bedeutet zum Beispiel "Das Argument taugt nichts".

Churros-Alternativen in aller Welt

Churros haben in verschiedenen Küchen der Welt ähnliche Gegenstücke:

  • Youtiao (China) - frittierter Teig in ähnlicher Form, allerdings herzhaft. In China habe ich ihn gern als Beilage zum Frühstück gegessen.
  • Quẩy (Vietnam) - Quẩy kommen oft als Beilage zur Pho-Suppe auf den Tisch, in die man sie eintunkt. Ihre knusprige Textur bildet einen Kontrast zu den weichen Reisnudeln und gibt der Suppe eine zusätzliche Geschmacksdimension. Quẩy bekommst du ganz einfach auf dem Prager Sapa-Markt.

Guten Appetit!

Dan Špaňhel

Dan Špaňhel

Ich bin Dan. Ich schreibe nur über das, was ich selbst gekostet habe - vom Straßenstand bis zum Michelin-Stern. Für gutes Essen habe ich die halbe Welt bereist und alles Mögliche probiert - auch das Unmögliche.

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