Was isst man im Irak? Typische irakische Gerichte und Spezialitäten | Seite 2 von 3
Znoud el sit: irakisches Nationaldessert
Znoud el sit ist ein traditionelles levantinisches Dessert. Es ist ein frittiertes Röllchen aus hauchdünnem Filoteig, gefüllt mit einer reichhaltigen Milchcreme namens Ashta. Besonders beliebt ist die Süßigkeit im Irak, wo sie als Nationaldessert gilt.
Iskan: das Street-Food-Herz des nächtlichen Erbil
Iskan ist die legendäre Street-Food-Straße im Herzen des kurdischen Erbil. Dieser wilde Korridor erwacht vor allem nach Sonnenuntergang zum Leben; die Einheimischen flüchten hier vor der Tageshitze und genießen die lebhafte Atmosphäre bis zum Morgengrauen. Besucher finden hier Dutzende Stände mit gegrilltem Fleisch, Kebab und traditionellem starkem Tee. Die nächtliche Iskan ist das wahre gastronomische Herz der Stadt.
Yassin Kebab: der beste kurdische Kebab in Erbil
Yassin Kebab ist ein legendäres Kebab-Restaurant im kurdischen Erbil, wahrscheinlich das beste der Stadt. Du findest es in den authentischen Gassen des Basars unterhalb der alten Zitadelle. Die Köche hier grillen den Kebab frisch über Holzkohle, direkt vor deinen Augen.
Mam Khalil: das legendäre Teehaus im Herzen von Erbil
Die Chaykhana Mam Khalil ist ein legendäres Teehaus, versteckt im Labyrinth des alten Qaysari-Basars im irakischen Erbil. Wände und Decke sind über und über mit tausenden gerahmten Fotos von Gästen bedeckt. Du findest darauf Politiker, Dichter und ganz normale Stammgäste. Gegründet hat das Teehaus 1952 Mam Khalil, heute führt sein Sohn die Familientradition weiter.
Pacha: irakische Brühe mit Fleischstücken und Innereien, stundenlang gezogen
Pacha ist ein traditionelles irakisches Gericht: eine kräftige, langsam gezogene Brühe mit Fleischstücken, gefüllten Därmen und Mägen. Dahinter steht die Philosophie, das ganze Tier zu verwerten. Grundlage sind sorgfältig geputztes Lamm- oder Rindfleisch und Innereien, die mit gewürztem Reis gefüllt werden. Alles kocht viele Stunden, bis es vollkommen weich ist. Als Hochburg dieser Spezialität gilt Mossul.
Tashreeb: irakisches Brot mit Fleisch in kräftiger Soße
Tashreeb ist ein traditionelles irakisches Gericht: zerrupftes Brot mit langsam geschmortem Lamm- oder Hühnerfleisch, übergossen mit kräftiger Brühe. Entstanden ist das Rezept aus der Not, hart gewordenes Brot noch zu verwerten. Ohne einen Teller mit frischem Gemüse und Kräutern kommt Tashreeb nicht aus.
Irakischer Tee
Irakischer Tee ist ein zentrales Element des gesellschaftlichen Lebens im Irak und ein tägliches Ritual, das die Menschen von früh bis spät begleitet. Durchgesetzt hat er sich allerdings erst im 19. Jahrhundert, dank des britischen Handels mit Indien und Sri Lanka. Sein besonderes Aroma verdankt er dem zugesetzten Kardamom, den Geschmack prägt eine extreme Menge Zucker.
Daheen: irakische Süßigkeit aus der Stadt Nadschaf
Daheen ist eine traditionelle, ausgesprochen kalorienreiche Süßigkeit aus der südirakischen Stadt Nadschaf. Der Name geht auf das arabische Wort für Fett zurück. Die Nachspeise hat eine eigenwillige Konsistenz, die Textur erinnert an dichtes Fondant oder halbfesten Karamell. Zubereitet wird sie aus Weizenmehl, Zucker, Milch und einer ordentlichen Menge Butterschmalz. Eine wichtige Rolle spielen Dattelsirup und geraspelte Kokosnuss.
Kaster: irakischer Pudding
Kaster ist ein ungemein beliebtes irakisches Milchdessert. Dahinter steckt eine aromatische Variante des klassischen Pulverpuddings: Britisches Custard Powder wird mit Milch und Zucker angerührt, und die Iraker haben die Mischung mit Kardamom und Rosenwasser veredelt. Serviert wird er immer gut gekühlt, oft mit einer Schicht Gelee oder knusprigen Nüssen obendrauf.
Rumman hamudh: saurer Granatapfel mit Salz
Rumman hamudh sind saftige Granatapfelkerne, die mit Salz bestreut werden. Für unvorbereitete Europäer wirft dieses Zusammenspiel aus salzig-sauer und süß alles über den Haufen, was sie darüber zu wissen glaubten, wie man einen Granatapfel isst.