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Was isst man in Eriwan? | Seite 2 von 2

Armenien

Spas: die armenische Joghurtsuppe

Spas ist eine armenische Joghurtsuppe aus Matsun, angedickt mit geschältem Weizen oder Reis und unter ständigem Rühren gekocht, damit der Joghurt nicht gerinnt. Im Winter kommt sie heiß auf den Tisch, im Sommer kalt. Sie hat zwei Namen, eine Kosakenlegende, die kein Wörterbuch bestätigt, und Verwandte in Aserbaidschan, im Iran und in der Türkei. In Eriwan serviert man sie in Portionen, die anderswo als Hauptgericht durchgehen würden.

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Putuk: armenische Hammelsuppe mit Kichererbsen aus dem Tontopf

Die Putuk ist eine dicke armenische Suppe aus Hammelfleisch mit Kichererbsen und Kartoffeln, benannt nach dem kleinen Tontopf, in dem sie stundenlang kocht und traditionell auch serviert wird. Dasselbe Gericht kennt Aserbaidschan als Piti, und beide Länder streiten darüber genauso wie über die Tolma. Ein sättigendes Wintergericht, das man löffelt und dessen Rest man mit Brot auftunkt - in Eriwan bekommst du ihn allerdings oft auch auf einem ganz gewöhnlichen Teller.

Armenien

Arishta: armenische Nudeln, die vor dem Kochen geröstet werden

Die Arishta sind hausgemachte armenische Nudeln aus Mehl, Wasser und Salz, die nach dem Trocknen noch trocken goldbraun geröstet und erst dann gekocht werden. Namen und Machart teilt sich Armenien mit dem Iran, der Türkei und Aserbaidschan, die armenische Version kommt ohne Milch im Teig aus. Früher dienten sie als Wintervorrat, heute gibt es sie auch abgepackt im Supermarkt; auf den Tisch kommen sie meist mit Butter und Matsun.

Armenien

Harissa: armenischer Brei aus Weizen und Fleisch

Mit der tunesischen Chilipaste hat die armenische Harissa nichts gemeinsam außer dem Namen. In Armenien ist sie ein dicker Brei aus geschrotetem Weizen und Fleisch, stundenlang unter ständigem Rühren gekocht und mit zerlassener Butter übergossen. Die Armenier halten sie für ihr Nationalgericht. Ich erzähle, woher der Name kommt, was die Belagerung des Musa Dagh damit zu tun hat und was sie in Eriwan kostet.

Armenien

Gemüse-Khorovats: Aubergine, Paprika und Tomate vom armenischen Grill

Beim Gemüse-Khorovats werden Aubergine, Paprika und Tomate im Ganzen am Spieß über Holzkohle gegrillt, mit derselben Technik wie das armenische Fleisch. Nach dem Grillen wird die verbrannte Haut abgezogen, und das Gemüse kommt entweder warm im Ganzen auf den Tisch oder klein geschnitten als Salat mit Zwiebel, Koriander und Essig. Ähnlich gegrillt wird im ganzen Kaukasus, in der Türkei und im Iran - armenisch sind der Name und das Ritual rund um den Mangal.

Armenien

Ararat: der armenische Brandy, den zu Hause alle Konjak nennen

Ararat ist der armenische Brandy aus Trauben der Araratebene, den zu Hause niemand anders als Konjak nennt - und die Europäische Union hat Armenien drei Millionen Euro dafür bezahlt, dass es bis 2043 damit aufhört. Was an Churchill und Stalin dran ist, warum in Eriwan zwei Brennereien mit einem einzigen Stammbaum stehen und wie die Verkostung von drei Altersstufen im Museum der Marke ausgegangen ist.

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Noy: der armenische Brandy, der früher Ararat hieß

Noy ist der zweite große Brandy aus Eriwan, der in den Kellern auf dem Gelände der einstigen Festung Eriwan reift. Seinen Namen nach dem biblischen Noah bekam er erst 2002, davor hieß das Produkt Ararat. Gegründet hat die Fabrik 1877 der Kaufmann Nerses Tairjan, berühmt gemacht hat sie der russische Kaufmann Schustow, der mit ihrem Cognac anonym den Grand Prix in Paris gewann.

Armenien

Restaurant Lavash: armenische Küche in Eriwan mit eigener Farm

Das Restaurant Lavash im Zentrum von Eriwan serviert armenische Klassiker modern und bezieht die meisten Zutaten von den eigenen Farmen der Gruppe Yeremyan Projects. Im Untergeschoss backt es Lavash-Brot im Lehmofen Tonir, zum Frühstück gibt es ein Glas frische Milch, und auf der Karte steht von den Khorovats-Rippchen bis zur Suppe Nraneh fast die ganze armenische Küche. Ich bin in Eriwan nirgends so oft eingekehrt.

Armenien

Tavern Yerevan: armenische Küche mit Musik und Kulturprogramm

Tavern Yerevan ist eine Eriwaner Restaurantkette, die zur armenischen Küche ein Abendprogramm serviert: Volkslieder mit Duduk, am Hrasdan sogar eine mehrstündige Show mit Feuer. Drei Filialen, eine Gebühr für den Blick auf die Bühne und ein Cocktail unter einer Rauchglocke.

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Markthalle GUM: der überdachte Markt in Eriwan mit sowjetischem Namen

Die Markthalle GUM in Eriwan trägt den Namen des sowjetischen Kaufhauses, das an ihrer Stelle stand, und führt ein Sortiment, in dem die ganze armenische Küche steckt: getrocknete Aprikosen, Sujukh aus Walnüssen, Zöpfe aus wildem Sauerampfer und Käse, der im Tongefäß eingegraben reift. Ich bin bei 37 Grad durch die Halle gelaufen, habe jede Kostprobe abgelehnt und bin ohne Einkauf wieder raus - dafür mit einer Liste für das nächste Mal.