Zum Inhalt springen

Länder
Wohin als Nächstes? Über mich Kontakt Newsletter

Was isst man in Italien? Typische italienische Gerichte und Spezialitäten | Seite 5 von 6

Italien

Costedda: die sardische Focaccia, die ohne Wasser auskommt

In Villasimius im Südosten Sardiniens backt man eine Focaccia, in deren Teig kein Tropfen Wasser kommt - ersetzt wird es durch den Saft von einem Kilo zerdrückter Tomaten. Die zweite traditionelle Variante setzt auf gedünstete Zwiebeln. Sa costedda wird nach Gewicht verkauft, von großen Platten geschnitten, und außerhalb dieser Ecke der Insel bekommst du sie nicht. Das Duell zwischen Tomate und Zwiebel hatte für mich einen klaren Sieger.

Italien

Gueffus: sardische Mandelkugeln im bunten Bonbonpapier

Gueffus sind sardische Mandelkugeln: gemahlene Mandeln, Zucker und Zitronenschale werden nur im Topf aufgekocht, gerollt, in Zucker gewälzt, und jede Kugel wird wie ein Bonbon in buntes Papier mit ausgefransten Enden gewickelt. Auf ganz Sardinien macht man sie unter mehreren Namen, sie gehören zu Hochzeiten, Taufen und Weihnachten - und die Legende von den Zinnen auf dem Papier hat sich eine Schriftstellerin ausgedacht.

Italien

Mirto di Sardegna: sardischer Likör aus Myrtenbeeren

Mirto di Sardegna ist ein sardischer Likör aus den Beeren der Echten Myrte: Die Beeren werden im Winter in der Macchia gepflückt, dem dichten mediterranen Buschwald, der die halbe Insel bedeckt, ziehen ein paar Wochen in Alkohol und werden mit Sirup gesüßt; das Ergebnis hat rund 30 % und wird eiskalt nach dem Essen getrunken. Myrtenlikör kennt man auch auf Korsika und in ein paar Ecken des italienischen Festlands, den geschützten Namen trägt aber nur der sardische - und zu Hause wurde er lange gemacht, bevor ihn jemand in Flaschen abfüllte.

Italien

Sardischer Wein: Vermentino, Cannonau und andere Flaschen von der Insel

Sardinien hat einen einzigen Wein mit DOCG-Status, seine verbreitetste Rebsorte ist identisch mit dem französischen Grenache, und seine Vernaccia reift wie Sherry unter einer Hefeschicht. Ich erkläre, worin sich Vermentino di Gallura und Vermentino di Sardegna unterscheiden, warum sich Archäologie und Aragonien um die Herkunft des Cannonau streiten, und vergleiche sechs Flaschen aus dem Supermarkt bei Villasimius.

Italien

Delizia al limone: das Zitronendessert aus Sorrent und Amalfi

Die Delizia al limone ist ein Zitronendessert aus dem italienischen Kampanien: zwei Biskuithalbkugeln, mit Zitronencreme zusammengesetzt, mit Limoncello-Sirup getränkt und mit einer dicken Zitronenglasur übergossen. Erfunden hat sie 1978 der Sorrentiner Konditor Carmine Marzuillo, beinahe hätte sie Zitronenseufzer geheißen. Heute nimmt sie die ganze Küste von Sorrent über Amalfi bis Neapel für sich in Anspruch.

Italien

Genny street food: Frittatina und frittiertes Neapel in Sorrent

Genny street food ist ein kleines Bistro mit frittierten neapolitanischen Spezialitäten an der Sorrentiner Via degli Aranci - Frittatine, Arancini, Crocché und Montanare nach neapolitanischem Vorbild. Die Frittatina, eine flache frittierte Scheibe aus Nudeln und Béchamel, hat es über die Grenzen Kampaniens kaum hinausgeschafft und ist in Sorrent ein offen eingestandener Import. In den Bewertungen gehört das Lokal von Gennaro und Rosa zu den bestbewerteten der Stadt.

Italien

Antica Gelateria Sorrentina: die familiengeführte Eisdiele in Sorrent

In der via Fuoro in Sorrent lockt ein älterer Herr in eine kleine Eisdiele, dazu ein Schild mit der Jahreszahl 1860. Belegen kann die Jahreszahl niemand, die verbürgte Geschichte ist aber schöner: Die Familie Gargiulo handelte hier einst mit Milch, und von der Milch war es zum Eis nur ein kurzer Schritt. Heute macht die dritte Generation das Eis, und das Aushängeschild ist die Crema amalfitana, eine Milchcreme mit Zitrone.

Italien

Pizzeria da Michele: der Sorrentiner Namensvetter der berühmten neapolitanischen Pizzeria

Da Michele - dieser Name gehört in der Welt der Pizza dem berühmten Neapel und einer Kette von mehr als siebzig Filialen von London bis Tokio. Die Sorrentiner gehört nicht dazu: Sie ist eine kleine Pizzeria und Rosticceria von Michele Sorrentino, ein paar Schritte von der Piazza Tasso, wo sich die Einheimischen ihre Kartons abholen. Anders als der neapolitanischen Familie genügt ihm sein eigener Vorname - vor Gericht muss er deshalb nicht.

Italien

Bar Nonna Emilia: Aperitif im Fischerviertel von Sorrent

Die Bar Nonna Emilia steht direkt an der Uferpromenade der Marina Grande, dem Fischerviertel von Sorrent, in das man noch in den fünfziger Jahren nur über Treppen hinunterkam. Zum Limoncello Spritz und zum Bellini gehören hier der Blick aufs Meer und auf die Fischer bei ihren Netzen - und dazu das Rätsel zweier Emilias, die in einer Straße seit fast achtzig Jahren für Gastfreundschaft stehen.

Italien

Limoncello: Zitronenlikör aus Sorrent und Amalfi

Limoncello sieht auf dem Etikett wie ein jahrhundertealtes Erbe aus, belegt ist seine Geschichte aber erst ab 1988, als sich auf Capri jemand die erste Marke eintragen ließ. Was für ein Likör das ist, warum das Kürzel IGP der Zitrone gehört und nicht der Flasche, worin sich die Sorrentiner und die Amalfitaner Version voneinander unterscheiden und wie eine Flasche schmeckt, die man vom Platz unterhalb des Doms in Amalfi mitbringt.