Was isst man in Italien? Typische italienische Gerichte und Spezialitäten | Seite 3 von 6
Was aus Sizilien mitbringen?
Aus Sizilien bringe ich die Nudeln Busiate und Caserecce mit, Käse von kleinen lokalen Produzenten und die körnige Schokolade aus Modica mit der geschützten Angabe IGP. Dazu kandierte Orangenschale, Aniskekse aus der Gegend um Palermo und ein kleines Fläschchen bittersüßen Amaro, das sogar mit ins Flugzeug darf. Und günstige Keramik mit sizilianischen Motiven macht als Geschenk Freude.
Bar Touring: die Bar der Familie Genovese in Palermo für Einheimische
Eine Bar ist in Italien kein Nachtlokal, sondern eine Institution fuer den ganzen Tag - und die Bar Touring am Park Villa Giulia in Palermo ist das seit 1959. Die Familie Genovese verkauft dort vom frühen Morgen bis Mitternacht Kaffee, Cornetti, Cannoli und ihr Aushängeschild, die 400 Gramm schwere Arancina bomba. Dazu ein Tiramisu, das in einem Tempel sizilianischer Süßigkeiten eigentlich keine Chance hätte - und trotzdem gewonnen hat.
Eisdiele Al Cassaro: Gelato in der ältesten Straße Palermos
Die Eisdiele Al Cassaro steht in der ältesten Straße Palermos und trägt deren alten arabischen Namen - Cassaro, die Festung. In der Theke stehen rund dreißig Gelato-Sorten, die ständig wechseln, darunter eine Erdnuss-Spezialität, die nach dem Lokal benannt ist; Gambero Rosso hat sie unter die besten Eisdielen Siziliens aufgenommen. Geöffnet ist bis Mitternacht, Ein Gelato ist hier also auch lange nach dem Abendessen noch drin.
Bistro Sfrigola: Arancini in Palermo, erst auf Bestellung frittiert
Street Food, auf das man wartet: Die palermitanische Bistrokette Sfrigola frittiert Arancini erst im Moment der Bestellung und hat die gesamte Produktion hinter Glas verlegt. Wer hinter dem Lokal steckt, das nach dem Geräusch von brutzelndem Fett benannt ist, warum die Arancina bei ihnen immer eine Frau ist und wie meine Variante mit Porchetta, Käse und eingelegten Steinpilzen geschmeckt hat.
Sfincione: hoher Hefefladen aus Palermo mit Zwiebeln und Sardellen
Der Sfincione ist ein hoher, schwammig aufgegangener Fladen aus Palermo, auf dem geschmorte Zwiebeln, Tomaten, Sardellen und Semmelbrösel mit Käse liegen und den nicht einmal die Italiener zwischen Pizza und Focaccia einordnen können. Den Namen "sizilianische Pizza" gab ihm erst Amerika. Woher er kommt, warum er ursprünglich ohne Tomaten auskam und wie er vom Verkaufswagen am Markt del Capo geschmeckt hat.
Sarde a beccafico: sizilianische Sardinen, gefüllt mit Semmelbröseln und Rosinen
Sarde a beccafico sind sizilianische Sardinen, wie ein Buch aufgeklappt, gefüllt mit gerösteten Semmelbröseln, Rosinen und Pinienkernen und mit dem Schwänzchen nach oben gebacken, damit sie an den Vogel erinnern, nach dem sie heißen. Palermo backt sie, Catania frittiert sie mit Käse, Messina schmort sie in Tomaten. Gekauft habe ich sie auf den Märkten del Capo und Ballarò, zwei Stück für einen Euro.
Markt Ballarò: wo Palermo frühstückt
Den ältesten und größten der historischen Märkte von Palermo hörst du, bevor du ihn siehst: Die Händler preisen ihre Ware mit einem singenden Ruf an, der abbanniata heißt. Zwischen den Ständen brutzeln Panelle, wird gekochter Oktopus geschnitten und auf Eis warten Austern. Ein Frühstück stellst du dir hier von rohen Garnelen bis zur gebackenen Ricotta mit Honig zusammen - du gehst einfach von Stand zu Stand.
Caponata: sizilianisches süßsaures Gemüse mit Aubergine
Caponata ist eine sizilianische süßsaure Mischung aus gebratener Aubergine, Sellerie, Oliven und Kapern in Tomatensoße mit Essig und Zucker, kalt als Vorspeise serviert. Ihren Namen verdankt sie angeblich einem teuren Fisch, den sich nur die Barone leisten konnten, Sprachwissenschaftler sehen darin dagegen einen Galeerenkapaun. Warum die Aubergine extra gebraten wird, warum die Caponata am zweiten Tag am besten ist und wie sie in einem Fußball-Restaurant in Palermo geschmeckt hat.
Restaurant Al Vecchio Club Rosanero: eine Fußball-Trattoria in Palermo
Eine kleine Trattoria in einer Seitengasse der Via Maqueda ist mit ihrem ganzen Innenraum dem Fußballklub Palermo verschrieben - und aus der Küche kommen riesige Portionen zu Preisen, die man im Zentrum der Stadt nur schwer findet. Warum eine halbe Portion hier eine normale ist, was die rosa-schwarzen Trikots mit den Likören der Familie Florio zu tun haben und was ein Abendessen zu zweit mit sieben Positionen auf der Rechnung gekostet hat?
Arancini: frittierte Reisbällchen aus Sizilien
Arancini sind frittierte Bällchen aus safrangelbem Reis, gefüllt mit Fleischragù oder einer anderen Füllung und in Semmelbröseln paniert - das bekannteste Street Food Siziliens. Palermo formt sie rund und nennt sie arancina, Catania formt sie spitz wie den Ätna und nennt sie arancino; um diesen einen Buchstaben streitet die Insel seit Jahrzehnten. Das älteste sizilianische Wörterbuch führt sie dagegen als Süßspeise.