Was isst man in Nordmazedonien? Typische mazedonische Gerichte und Spezialitäten | Seite 2 von 3
Pindžur: mazedonischer Aufstrich aus gerösteter Paprika, Tomaten und Aubergine
Der Pindžur ist ein dickflüssiger mazedonischer Aufstrich aus gerösteter Paprika, Tomaten und Aubergine mit Zwiebeln und Knoblauch - der gröbere, tomatigere Bruder des Ajvar. Er wird als Meze zu Brot, Käse und gegrilltem Fleisch gegessen, im Sommer frisch, den Rest des Jahres aus den Gläsern der herbstlichen Einmachsaison. Ursprünglich stammt er aus Mazedonien, heute wird er auch in Serbien und Bosnien eingekocht.
Makalo: Mazedonischer Aufstrich aus Knoblauch oder Paprika
Makalo ist ein mazedonischer Aufstrich zum Eintunken von Brot - und hinter einem Namen verbergen sich zwei völlig verschiedene Gerichte. Ohrid und Bitola machen eine glatte weiße Version aus zerstoßenem Knoblauch, Öl und Essig, die man zur Forelle aus dem See serviert; Skopjes Grilllokale bringen eine warme orangefarbene Version aus gerösteten Paprika zum Grillfleisch. Der Name stammt vom Verb "tunken".
Prženi tikvički: gebratene Zucchini vom Balkan
Die Zucchini ist in Mazedonien das jüngste Gemüse auf dem Teller, und trotzdem wird sie gebraten, als wäre sie schon immer da gewesen. Prženi tikvički sind dünne Scheiben, in Mehl gewälzt und knusprig ausgebacken, eine sommerliche Beilage oder Vorspeise, zu der im ganzen Süden des Balkans etwas Kaltes mit Knoblauch gehört. Der Name ist eine Verkleinerungsform von Kürbis, und das ganz wörtlich; Bulgaren, Griechen und Türken kennen dasselbe unter anderen Namen.
Banica: gefülltes Balkangebäck aus Filoteig
Die Banica gehört zur Balkanfamilie des Gebäcks aus papierdünnen Teigblättern: dazwischen kommt krümeliger weißer Käse mit Ei, oft auch Lauch oder Spinat, zu Hause wird sie im Blech zu einem herzhaften Kuchen geschichtet, in den Bäckereien zu einer Rolle gewickelt. In Nordmazedonien heißt sie zu Hause Zelnik, die Bäckereien verkaufen sie stückweise als Banička, zum Frühstück isst man sie mit Sauermilch oder Ayran.
Kroasan so kaškaval: Croissant mit Käse aus balkanischen Bäckereien
Kroasan so kaškaval ist ein Croissant mit dem gelben Käse Kaškaval, wie ihn Bäckereien in Nordmazedonien und anderswo auf dem Balkan verkaufen - gefüllt oder mit geriebenem Käse obendrauf bestreut. In mazedonische Bäckereien kam er als modernes Frühstück neben dem traditionellen Burek, und in ihm treffen sich wienerisch-französisches Gebäck und balkanischer Käse.
Lisnato: Gebäck aus Blätterteig
Lisnato ist in mazedonischen Bäckereien der Sammelbegriff für Blätterteiggebäck - das Wort heißt schlicht "blättrig", und die Füllung wählt jeder Bäcker selbst, von Käse und Schinken bis zu Sauerkirschen. Denselben Teig backen Bäckereien auf dem ganzen Balkan - und weit darüber hinaus.
Padobranci: Nussgebäck mit Cremefüllung, das im ganzen ehemaligen Jugoslawien bekannt ist
Padobranci sind ein Gebäck, dem ein Pariser Konditor den rissigen Belag vorwerfen würde - hier ist das aber Absicht. Zwei brüchige Hälften aus Eiweiß, Zucker und gemahlenen Walnüssen werden im milden Ofen getrocknet und mit einer dicken Cremeschicht zusammengeklebt. Eine mazedonische Erfindung ist das nicht: Unter demselben Namen backt man sie auch in Serbien und Kroatien, es ist Hausgebäck des ganzen ehemaligen Jugoslawiens.
Oreovki: Balkanische Walnusssüßigkeit
Oreovki, auch orasnici genannt, sind eine Süßigkeit aus nichts als Walnüssen, Eiern und Zucker - Mehl oder Butter sucht man darin vergeblich. Kleine Hufeisen aus gemahlener Walnussmasse werden in gehackten Walnüssen gewälzt und langsam getrocknet, sodass sie eine knusprige Hülle und einen weichen Kern haben. Auch im ganzen ehemaligen Jugoslawien und in Bulgarien ist sie bekannt - eine mazedonische Erfindung ist sie nicht.
Lepinja: balkanisches Hefebrot zu Kebapi
Lepinja ist ein rundes, flaches Hefebrot, das in Nordmazedonien warm zu Kebapi und anderem Fleisch vom Grill serviert wird. Der Name ist mazedonisch und serbisch, das Brot selbst gehört dem ganzen Balkan: In Bosnien heißt es Somun, in der Türkei kommt es dem festlichen Ramazan Pidesi am nächsten. In den Kebapčilnicas liegt es stapelweise auf der Theke, und niemand bestellt es - es kommt von selbst.
Was aus Nordmazedonien mitbringen?
Aus Nordmazedonien bringe ich vor allem Käse mit: Schaf-Kaškaval aus Trnica unterhalb des Korab, den harten, salzigen Bieno sirenje, den gemischten Mešano sirenje und Ziegenkäse aus der Umgebung von Bitola. Dazu scharfen Ajvar, der aber nur ins aufgegebene Gepäck gehört, und Schokolade von der Skopjer Evropa, deren minzige Minti die größte Überraschung des ganzen Einkaufs waren.