Alkohol | Seite 2 von 2
Ararat: der armenische Brandy, den zu Hause alle Konjak nennen
Ararat ist der armenische Brandy aus Trauben der Araratebene, den zu Hause niemand anders als Konjak nennt - und die Europäische Union hat Armenien drei Millionen Euro dafür bezahlt, dass es bis 2043 damit aufhört. Was an Churchill und Stalin dran ist, warum in Eriwan zwei Brennereien mit einem einzigen Stammbaum stehen und wie die Verkostung von drei Altersstufen im Museum der Marke ausgegangen ist.
Noy: der armenische Brandy, der früher Ararat hieß
Noy ist der zweite große Brandy aus Eriwan, der in den Kellern auf dem Gelände der einstigen Festung Eriwan reift. Seinen Namen nach dem biblischen Noah bekam er erst 2002, davor hieß das Produkt Ararat. Gegründet hat die Fabrik 1877 der Kaufmann Nerses Tairjan, berühmt gemacht hat sie der russische Kaufmann Schustow, der mit ihrem Cognac anonym den Grand Prix in Paris gewann.
Mauritischer Rum: Destillat aus Melasse und Zuckerrohrsaft
Mauritischer Rum hat zwei Gesichter: den älteren aus Melasse und den jüngeren aus frischem Zuckerrohrsaft, den die Insel nach der Unabhängigkeit jahrzehntelang verboten hat. Ich erkläre dir, warum sich der Rum aus Saft nicht Agricole nennen darf, was das Fass in den Tropen mit ihm anstellt, wonach Penny Blue benannt ist und wie du eine Flasche für den Heimweg am günstigsten kaufst.
Rhumerie de Chamarel: Führung und Verkostung in der Rumdestillerie auf Mauritius
Die Rhumerie de Chamarel ist eine familiengeführte Destillerie in den Bergen im Südwesten von Mauritius, die ihren Rum ausschließlich aus dem frischen Saft des eigenen Zuckerrohrs brennt. Besucher bekommen die gesamte Produktion zu sehen, von der Presse über die kupfernen Brennblasen bis zu den Fässern, und am Ende der Führung steht die Verkostung. Der Artikel erklärt, nach wem Chamarel benannt ist, warum die Destillerie so jung ist und wie Führung und Verkostung ablaufen.
Pliska: der bulgarische Brandy, der den Namen der ersten Hauptstadt trägt
Pliska ist ein bulgarischer Weinbrand, der fünf Jahre in Eichenfässern reift; zu Hause nennt ihn jeder Konjak - auch wenn das Wort nicht aufs Etikett darf. Den Namen hat er von der ersten Hauptstadt des Bulgarischen Reiches, Karriere gemacht hat er in der Sowjetunion, und mit Rakija solltest du ihn nicht verwechseln. Getrunken habe ich ihn in Baltschik mit Blick aufs Schwarze Meer.
Mirto di Sardegna: sardischer Likör aus Myrtenbeeren
Mirto di Sardegna ist ein sardischer Likör aus den Beeren der Echten Myrte: Die Beeren werden im Winter in der Macchia gepflückt, dem dichten mediterranen Buschwald, der die halbe Insel bedeckt, ziehen ein paar Wochen in Alkohol und werden mit Sirup gesüßt; das Ergebnis hat rund 30 % und wird eiskalt nach dem Essen getrunken. Myrtenlikör kennt man auch auf Korsika und in ein paar Ecken des italienischen Festlands, den geschützten Namen trägt aber nur der sardische - und zu Hause wurde er lange gemacht, bevor ihn jemand in Flaschen abfüllte.
Limoncello: Zitronenlikör aus Sorrent und Amalfi
Limoncello sieht auf dem Etikett wie ein jahrhundertealtes Erbe aus, belegt ist seine Geschichte aber erst ab 1988, als sich auf Capri jemand die erste Marke eintragen ließ. Was für ein Likör das ist, warum das Kürzel IGP der Zitrone gehört und nicht der Flasche, worin sich die Sorrentiner und die Amalfitaner Version voneinander unterscheiden und wie eine Flasche schmeckt, die man vom Platz unterhalb des Doms in Amalfi mitbringt.
Jameson-Destillerie: Führung und Verkostung
Die Jameson-Destillerie in der Dubliner Bow Street ist das Geburtshaus des meistverkauften irischen Whiskeys - der wird allerdings seit einem halben Jahrhundert in Midleton gebrannt, und aus der Bow Street ist ein Museum mit Führung und Verkostung geworden. Dazu die schottischen Wurzeln des Gründers, der Unterschied zwischen whiskey und whisky und der Anteil der Engel, den man im Fasslager in der Luft riecht.