Bier | Seite 3 von 3
Mauritisches Bier: das Lagerbier Phoenix und zwei Craft-Brauereien
Mauritius hat ein Bier, das hier seit 1963 gebraut wird und seinen Namen wohl einem Vorort verdankt, und eine Handvoll jüngerer dazu, darunter zwei Craft-Brauereien: das Lagerbier Phoenix, die stärkeren Blue Marlin und Spéciale, das Weizenbier Manawa, den Fuchs Thirsty Fox und einen fliegenden Dodo. Woher Phoenix kommt, warum das Bier von Réunion nach einem mauritischen Vogel benannt ist und was auf der Insel eine Flasche samt Pfand kostet.
Israelisches Bier: das koschere Lagerbier Goldstar
Goldstar ist das meistverkaufte Bier Israels: ein bernsteinfarbenes Lagerbier mit 4,9 % Alkohol, Koscher-Zertifikat und einem sechszackigen Stern auf dem Etikett, der nicht aus israelischer Symbolik stammt, sondern aus der mittelalterlichen deutschen Brautradition. Dabei gehören die Israelis zu den zurückhaltendsten Biertrinkern der Welt, und die Biergeschichte des Landes begann in den 1930er Jahren mit einem Pilsner Rezept für britische Soldaten.
Palästinensisches Bier: Shepherds aus der Brauerei Birzeit
Shepherds ist ein helles Lagerbier nach Pilsner Art aus der Kleinbrauerei Birzeit, einer der wenigen Brauereien, die es in Palästina überhaupt gibt. Das Etikett mit dem Hirten lehnten die Behörden zunächst ab, weil die Figur zu sehr an Jesus erinnere; genehmigt wurde es erst nach drei Monaten. Das Brauwesen ist in Palästina eine Sache christlicher Städtchen, trotzdem wird Shepherds auch in Israel verkauft und bis nach Übersee exportiert.
Bulgarisches Bier: Kamenitza, Shumensko und die Craft-Brauereien
Die älteste bulgarische Brauerei haben zwei Schweizer von der Eisenbahn gegründet, und eines der bekanntesten Biere des Landes hat ein tschechischer Braumeister gebraut. Bulgarisches Bier ist vor allem helles Lagerbier von drei großen Marken in den Händen ausländischer Konzerne, daneben wächst aber seit zehn Jahren eine Szene kleiner Brauereien. Ich habe in Warna sechs davon auf einem Brett verkostet und einen Sieger gekürt.
Bierbar Key: das Schlüsselchen zum bulgarischen Bier in Warna
Die Bierbar Key, bulgarisch Ключето (wörtlich Schlüsselchen), zapft in Warna am Blauen Markt 26 Biere - von bulgarischen Kleinbrauereien bis Guinness und Starobrno. Wer in der Auswahl den Überblick verliert, bekommt ein Verkostungsset aus sechs kleinen Bieren, zu denen der Barmann die Namen dazuschreibt. Dazu hausgemachte scharfe Chips, eine Terrasse auf dem Gehweg und Katzen, von denen es in Warna über 23.000 gibt.
Efes Pilsen: das türkische Bier Nummer eins
Efes Pilsen ist das meistverkaufte Bier der Türkei und die wichtigste Marke des Konzerns Anadolu Efes, dessen Brauereien von Chișinău bis Kasachstan reichen. Im eigenen Land gelten dafür strenge Regeln: Nach zehn Uhr abends darf in Läden kein Alkohol verkauft werden, Werbung ist verboten, und im Landesinneren ist ein Restaurant mit Lizenz eine Seltenheit. Bier kauft man in kleinen Läden namens Tekel - das Wort bedeutet Monopol.
Rumänisches Bier: Ursus, Timișoreana, PET-Flaschen und die Craft-Szene
Rumänisches Bier ist in den meisten Gläsern ein helles Lagerbier von einem der drei ausländischen Konzerne, denen Ursus, Timișoreana, Ciuc und Bergenbier gehören. Die erste Brauerei gründete die habsburgische Armee 1718 in Timișoara, die Zweieinhalbliter-Plastikflaschen eroberten das Land in den Neunzigerjahren, und seit 2013 wächst die Craft-Szene, auch in Iași. Ein Überblick über die Marken und über vier Biere, die ich probiert habe.
Guinness Storehouse: ein Rundgang durch die Dubliner Brauerei
Das Guinness Storehouse ist eine siebenstöckige interaktive Ausstellung über das berühmteste irische Bier, untergebracht im ehemaligen Gärhaus am Tor St. James's Gate in Dublin. Du greifst in geröstete Gerste, gehst durch ein ganzes Stockwerk voller berühmter Werbung mit dem Tukan, und ganz oben wartet ein Drink mit Blick über die ganze Stadt. Ein Firmenmuseum, das sogar einen Skeptiker begeistert.
Pub The Long Hall, Dublin
Einen irischen Pub kann man heute als Bausatz kaufen und irgendwo auf der Welt wieder aufbauen. The Long Hall in Dublin ist das Original, das diese Kopien nachzuahmen versuchen: viktorianische Einrichtung von 1881, eine Schanklizenz seit 1766 und ein Name, der wohl vom Gang hinter der Theke stammt. Dazu zwei Lektionen: wie man Guinness zapft und warum in den Whiskey ein Tropfen Wasser gehört.
Pub The Cobblestone, Dublin
Wohin man in Dublin auf ein Bier geht? Da sind sich die Reiseführer einig: Temple Bar. Ich habe das Viertel nach zwei Abenden voller Schlangen und betrunkener Touristen gemieden und bin auf einen Tipp hin, den ich beim Frühstück bekommen hatte, im The Cobblestone gelandet - einem Pub im Viertel Smithfield, in dem irische Musik am Tisch gespielt wird und die Stammgäste sich die Instrumente ausleihen, sobald die Band Feierabend hat. Einem Pub, den Dublin gegen ein Hotel verteidigt hat.