Bier | Seite 3 von 3
Israelisches Bier: das koschere Lagerbier Goldstar
Goldstar ist das meistverkaufte Bier Israels: ein bernsteinfarbenes Lagerbier mit 4,9 % Alkohol, Koscher-Zertifikat und einem sechszackigen Stern auf dem Etikett, der nicht aus israelischer Symbolik stammt, sondern aus der mittelalterlichen deutschen Brautradition. Dabei gehören die Israelis zu den zurückhaltendsten Biertrinkern der Welt, und die Biergeschichte des Landes begann in den 1930er Jahren mit einem Pilsner Rezept für britische Soldaten.
Palästinensisches Bier: Shepherds aus der Brauerei Birzeit
Shepherds ist ein helles Lagerbier nach Pilsner Art aus der Kleinbrauerei Birzeit, einer der wenigen Brauereien, die es in Palästina überhaupt gibt. Das Etikett mit dem Hirten lehnten die Behörden zunächst ab, weil die Figur zu sehr an Jesus erinnere; genehmigt wurde es erst nach drei Monaten. Das Brauwesen ist in Palästina eine Sache christlicher Städtchen, trotzdem wird Shepherds auch in Israel verkauft und bis nach Übersee exportiert.
Bulgarisches Bier: Kamenitza, Shumensko und die Craft-Brauereien
Die älteste bulgarische Brauerei haben zwei Schweizer von der Eisenbahn gegründet, und eines der bekanntesten Biere des Landes hat ein tschechischer Braumeister gebraut. Bulgarisches Bier ist vor allem helles Lagerbier von drei großen Marken in den Händen ausländischer Konzerne, daneben wächst aber seit zehn Jahren eine Szene kleiner Brauereien. Ich habe in Warna sechs davon auf einem Brett verkostet und einen Sieger gekürt.
Bierbar Key: das Schlüsselchen zum bulgarischen Bier in Warna
Die Bierbar Key, bulgarisch Ключето (wörtlich Schlüsselchen), zapft in Warna am Blauen Markt 26 Biere - von bulgarischen Kleinbrauereien bis Guinness und Starobrno. Wer in der Auswahl den Überblick verliert, bekommt ein Verkostungsset aus sechs kleinen Bieren, zu denen der Barmann die Namen dazuschreibt. Dazu hausgemachte scharfe Chips, eine Terrasse auf dem Gehweg und Katzen, von denen es in Warna über 23.000 gibt.
Türkisches Bier Efes
Wie leicht du an türkisches Bier (und an Alkohol überhaupt) kommst, hängt stark von der Region und von der Art der Unterkunft ab. In den Touristenresorts fließt er in Strömen, im Landesinneren der muslimischen Türkei stößt du auf strenge Einschränkungen. Außerhalb der Touristenzonen bekommst du Alkohol nur in den Tekel-Kiosken mit Alkohollizenz. Nach 22 Uhr ist der Verkauf im Handel zudem verboten. Den heimischen Markt beherrscht die Marke Efes Pilsen.
Rumänisches Bier: Ursus, Timișoreana, PET-Flaschen und die Craft-Szene
Rumänisches Bier ist in den meisten Gläsern ein helles Lagerbier von einem der drei ausländischen Konzerne, denen Ursus, Timișoreana, Ciuc und Bergenbier gehören. Die erste Brauerei gründete die habsburgische Armee 1718 in Timișoara, die Zweieinhalbliter-Plastikflaschen eroberten das Land in den Neunzigerjahren, und seit 2013 wächst die Craft-Szene, auch in Iași. Ein Überblick über die Marken und über vier Biere, die ich probiert habe.
Guinness Storehouse: ein Rundgang durch die Dubliner Brauerei
Das Guinness Storehouse ist eine siebenstöckige interaktive Ausstellung über das berühmteste irische Bier, untergebracht im ehemaligen Gärhaus am Tor St. James's Gate in Dublin. Du greifst in geröstete Gerste, gehst durch ein ganzes Stockwerk voller berühmter Werbung mit dem Tukan, und ganz oben wartet ein Drink mit Blick über die ganze Stadt. Ein Firmenmuseum, das sogar einen Skeptiker begeistert.
Pub The Long Hall, Dublin
Einen irischen Pub kann man heute als Bausatz kaufen und irgendwo auf der Welt wieder aufbauen. The Long Hall in Dublin ist das Original, das diese Kopien nachzuahmen versuchen: viktorianische Einrichtung von 1881, eine Schanklizenz seit 1766 und ein Name, der wohl vom Gang hinter der Theke stammt. Dazu zwei Lektionen: wie man Guinness zapft und warum in den Whiskey ein Tropfen Wasser gehört.
Pub The Cobblestone, Dublin
Wohin man in Dublin auf ein Bier geht? Da sind sich die Reiseführer einig: Temple Bar. Ich habe das Viertel nach zwei Abenden voller Schlangen und betrunkener Touristen gemieden und bin auf einen Tipp hin, den ich beim Frühstück bekommen hatte, im The Cobblestone gelandet - einem Pub im Viertel Smithfield, in dem irische Musik am Tisch gespielt wird und die Stammgäste sich die Instrumente ausleihen, sobald die Band Feierabend hat. Einem Pub, den Dublin gegen ein Hotel verteidigt hat.