Bier | Seite 2 von 3
Grodziskie: die vergessene polnische Bierspezialität
Das Grodziskie ist ein einzigartiger polnischer Bierstil mit einer langen Geschichte, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Das helle Bier mit niedrigem Alkoholgehalt ist für seinen kräftigen Rauchgeschmack bekannt. Der stammt vom Weizenmalz, das über Eichenholzrauch gedarrt wird. Charakteristisch ist außerdem der hohe Kohlensäuregehalt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Grodziskie fast verschwunden, heute erlebt es dank Craft-Brauereien und Biertrinkern auf der Suche nach ungewöhnlichen Aromen eine Renaissance.
Grzane piwo: polnisches Glühbier
Das Grzane piwo, also Glühbier, ist ein traditionelles polnisches Getränk mit Wurzeln bis ins Mittelalter. Dieses wärmende Getränk ist vor allem in den kälteren Monaten beliebt. Zubereitet wird es aus Schwarzbier mit verschiedenen Gewürzen wie Zimt, Nelken, Ingwer, Muskatnuss oder Orangenschale.
Spanisches Bier: Glasgrößen, Sorten und Marken
Spanien trinkt sein Bier in kleinen Portionen, sehr kalt und nach dem Namen des Glases: Caña, Tubo, Jarra, im Baskenland Zurito. Aus dem Zapfhahn kommt fast immer das helle Lagerbier Rubia, und in Granada oder León gehört eine Tapa gratis dazu. Die sieben bekanntesten Marken von Mahou bis Estrella Galicia haben nur vier Eigentümer, und die drei Sterne auf den Etiketten verbindet nichts als das alte Zunftzeichen der Brauer.
Der Prager Bier-Zoo
Der Bier-Zoo ist ein inoffizieller Rundweg durch Prager Kneipen mit Tiernamen - und keine zwei Versionen der Liste stimmen überein. Diese führt durch elf Gehege: vom barocken U Černého vola unterhalb der Burg über Hrabals U Zlatého tygra bis zum Brauereihof von Dva Kohouti. Bei jeder Bierstube findest du Geschichte, Innenraum, Kuriositäten und das, was wo gezapft wird.
Brauerei Svijany: unpasteurisiertes Bier aus dem Isertal
Die Brauerei, die die neuen englischen Eigentümer in den neunziger Jahren schließen wollten, ist heute die größte unabhängige Brauerei in rein tschechischer Hand. Svijany braut alle Biere ohne Pasteurisierung, einen Teil des Saazer Hopfens baut die Brauerei selbst an, und die dunkle Kněžna sammelt zusammen mit dem alkoholfreien Vozka seit zwanzig Jahren Medaillen. Im Regal greife ich am häufigsten zu ihrem Weizen.
Brauerei Zíchovec: Familienbier vom ehemaligen Panzerschießplatz
Die Familienbrauerei Zíchovec fing 2012 in einem winzigen Dorf an der Grenze zwischen den Regionen um Kladno und Louny an, heute braut sie rund 130 Biersorten im Jahr. Das Lagerbier Krahulík trägt den Namen eines Bürgermeisters aus Zíchovec, das Spezialbier Magor verdankt seinen Namen der Reaktion, die sich die Familie auf ihr Vorhaben anhören musste. Dazu Portweinfässer und der Grund, warum du zum bitteren Hotline greifen solltest.
Armenisches Bier: Kilikia, Gyumri und das Getränk, das Xenophon trank
Armenisches Bier ist heute fast ausnahmslos ein helles Lagerbier aus Wasser, Gerstenmalz und Hopfen, das im Land des Weins und des Brandys im Schatten steht, obwohl davon mehr produziert wird als Wein. Auf Armenisch heißt es Garedschur, wörtlich Gerstenwasser, und die älteste Beschreibung von Bier auf armenischem Boden stammt schon aus Xenophons Anabasis. Die größten Marken sind Kilikia, Kotayk und Gyumri.
Hejnická putovnice: ein Klosterbier für den Wallfahrtsort Hejnice
Die Hejnická putovnice ist ein helles, unfiltriertes Lagerbier, das sich das Kloster in Hejnice im Friedländer Land von der Kleinbrauerei Volt in Jablonec brauen lässt. Ihren Namen hat sie von der Pilgerin auf dem Etikett, die zügig zur Basilika von Hejnice ausschreitet. Es ist ein Klosterbier ohne Mönche: Das Ordensleben endete in Hejnice 1950, verkauft wird das Bier an Pilger und Kurgäste trotzdem weiter.
Schweizer Bier
1990 hatte die Schweiz 32 Brauereien, heute sind es über tausend - weltweit die meisten pro Kopf. Hinter dem Sprung steht der Fall eines Kartells, das dem Land ein halbes Jahrhundert lang vorschrieb, wer was brauen durfte. Von den Lagerbieren aus dem Schloss Feldschlösschen über das Basler Ueli aus der ersten Gasthausbrauerei des Landes bis zu Chopfab, dessen Name nicht das bedeutet, was hier jahrelang stand.
Mauritisches Bier: das Lagerbier Phoenix und zwei Craft-Brauereien
Mauritius hat ein Bier, das hier seit 1963 gebraut wird und seinen Namen wohl einem Vorort verdankt, und eine Handvoll jüngerer dazu, darunter zwei Craft-Brauereien: das Lagerbier Phoenix, die stärkeren Blue Marlin und Spéciale, das Weizenbier Manawa, den Fuchs Thirsty Fox und einen fliegenden Dodo. Woher Phoenix kommt, warum das Bier von Réunion nach einem mauritischen Vogel benannt ist und was auf der Insel eine Flasche samt Pfand kostet.