Was isst man in Italien? Typische italienische Gerichte und Spezialitäten | Seite 2 von 6
Montanara: frittierte Pizza aus Neapel
Eine frittierte Pizza aus Neapel, die ihren Namen angeblich der Brotzeit der Bergbewohner verdankt: Die Montanara wird nicht gebacken, sondern in heißem Öl schwimmend ausgebacken und erst nach dem Herausnehmen belegt. Im Film Das Gold von Neapel wird sie sogar auf Pump verkauft. In Matera gibt es sie heute in Gourmet-Varianten - von Mortadella mit Pistazien bis zur Sardelle auf Pesto aus gelben Tomaten.
Pane di Matera: Hartweizenbrot aus der Basilikata
Pane di Matera ist ein Sauerteigbrot aus Hartweizengrieß, gebacken in Matera und Umgebung in der süditalienischen Basilikata. Der große, höckrige Laib mit einer mindestens drei Millimeter dicken Kruste und gelber, luftiger Krume bleibt eine ganze Woche frisch und trägt seit 2008 das IGP-Siegel. Die drei Schnitte auf der Oberseite haben eine ältere Bedeutung, als in Reiseführern steht.
Konditorei Schiuma: vier Generationen Konditoren in Matera
Die Konditorei Schiuma liegt ein paar Schritte von der zentralen Flaniermeile in Matera entfernt. Seit 1946 steht dort immer dieselbe Familie hinter der Theke - inzwischen in der vierten Generation. Der Nachname Schiuma heißt auf Italienisch Schaum, was rein zufällig gut zu einer ihrer Spezialitäten passt, dem aufgeschlagenen Mascarpone. Und die neapolitanischen Zeppole frittiert man hier nicht nur zum Josefstag.
Bäckerei Fratelli De Palo: Panzerotti und Pizza in Matera
In Matera kannst du in der Bäckerei gleich zu Mittag essen: Pizza am Stück, in Semmelbröseln gewälzte Panzerotti, Arancini. Fratelli De Palo gehört obendrein zu den vier historischen Bäckereien der Stadt, die sich im Konsortium für das geschützte Brot Pane di Matera zusammengeschlossen haben. Die Bäckerei liegt weit weg von den Sassi, dafür für alle, die mit dem Bus aus Bari kommen, fast auf dem Weg.
Pane di Altamura: Brot mit DOP-Stempel
Die älteste Rezension des Brotes aus Altamura stammt von Horaz - und der Name der Stadt fehlt darin, er passte nicht in den Vers. Das Pane di Altamura, ein Sauerteiglaib aus Hartweizengrieß, bekam 2003 als erstes Brot Europas die geschützte Ursprungsbezeichnung DOP. Dazu Stempel mit den Initialen der Familien, ein Salat aus altem Brot und ein Einkauf in der Bäckerei Di Gesù, der ohne Worte auskam.
Costoluto: die gerippte Tomate aus Italien
Neben glatten Supermarkttomaten sieht die Costoluto wie ein Versehen aus: von tiefen Furchen zerknautscht und halb grün. Dabei ist sie ein alter italienischer Salatklassiker - eine ganze Familie von Landsorten vom Piemont bis Sizilien. Ich erkläre dir, warum die gerippte Tomate absichtlich grün verkauft wird und worin sie sich von der Ochsenherztomate unterscheidet.
Pani cunzatu: das Brot der Schande
Sieht aus wie eine Pizza, aber such darin keine Pizza Pizza: Das Pani cunzatu ist ein halbierter Laib sizilianisches Brot, noch heiß mit Olivenöl beträufelt und mit Tomaten, Sardellen und Pepato belegt. Man nennt es Brot der Schande - es war das Essen derer, die sich nichts Besseres leisten konnten. Heute stehen die Leute auf Sizilien dafür Schlange.
Pizza secca: die trockene Pizza aus den Bäckereien von Catania
Die Pizza secca ist die "trockene Pizza" aus Catania: eine auf wenige Millimeter ausgerollte Teigplatte, bestrichen mit Tomatenmark, Öl und Oregano und knusprig gebacken. In den Bäckereien von Catania wird sie kalt und nach Gewicht verkauft, anderswo auf Sizilien findest du sie nicht. Der Artikel erklärt, warum ein trockener Fladen Pizza heißt, worin er sich vom Sfincione unterscheidet und wo ich ihn gekauft habe.
Pizzeria Timilia: Pizza aus altem Weizen in Palermo
Ihren Namen verdankt die Pizzeria Timilia an der Via Maqueda in Palermo keinem Nachnamen, sondern der alten sizilianischen Weizensorte Tumminia - aus ihr setzt das Lokal alle seine Teige an. Gebacken wird hier Pizza in teglia: vom Blech, nach Stück und nach Gewicht verkauft, kurz vor dem Servieren aufgewärmt. Was für ein Format das ist, woher es kommt und was die zwei Stücke gekostet haben, die ich mir aus der Vitrine ausgesucht habe.
Frutta martorana: sizilianische Marzipanfrüchte
Die Frutta martorana ist sizilianisches Obst und Gemüse aus Marzipan, das du aus einem Meter Entfernung nicht von echtem unterscheiden kannst. Den Namen hat sie von einem Kloster in Palermo, dessen Nonnen sie nicht herstellen durften, an Allerseelen bringen die verstorbenen Verwandten sie den Kindern. Woraus die Mandelmasse besteht, warum sie weicher ist als Marzipan in unseren Breiten und woran du erkennst, ob sie von Hand bemalt oder gespritzt ist.