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Was isst man in Armenien? Typische armenische Gerichte und Spezialitäten | Seite 3 von 4

Armenien

Matnakash: das armenische Brot mit Fingerrillen

Matnakash ist ein gesäuertes armenisches Brot mit fünf bis sechs Rillen, die der Bäcker mit den Fingern in den rohen Teig zieht - daher auch der Name, "mit den Fingern gezogen". Im Vergleich zum Lavash ist es der jüngere, dickere Bruder: In großem Stil gebacken wird es erst seit den dreißiger Jahren, in Russland verkauft man es unter fremdem Namen, und es hält nur ein paar Tage. Den Laib aus dem Supermarkt in Eriwan trägt man in der Hand nach Hause und isst ihn noch am selben Tag.

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Armenische Aprikosen: die Nationalfrucht, die der Flagge ihre Farbe gab

Die Aprikose ist in Armenien mehr als nur eine Frucht: Der untere Streifen der Flagge heißt aprikosenfarben, das Nationalinstrument Duduk wird aus Aprikosenholz geschnitten, und besungen wird sie auf Volksfesten genauso wie beim Eurovision Song Contest. Der lateinische Name Prunus armeniaca schwindelt dabei ein wenig, was die Herkunft angeht. Der Artikel erklärt, woher die Aprikose wirklich kommt, wie man sie in Armenien isst und trocknet und warum aus ihrem Holz Musik wird.

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Aveluk: wilder Sauerampfer, getrocknet in Zöpfen

Aveluk ist wilder Sauerampfer, den man in Armenien im Frühjahr in den Bergen sammelt, trocknet und zu langen Zöpfen flicht, die auf den Märkten verkauft werden. Vor dem Kochen weicht er über Nacht ein, danach wird daraus ein Salat mit Zwiebeln, Knoblauch und Walnüssen oder eine Suppe. Die Pflanze und das Trocknen kennt man auch in der Osttürkei, die Zöpfe sind eine rein armenische Sache.

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Basturma: getrocknetes Rindfleisch in würziger Kruste

Basturma ist Rindfleisch, das gesalzen, beschwert, getrocknet und in einer roten Paste aus Bockshornklee, Paprika und Knoblauch gewälzt wird und kalt in dünnen Scheiben gegessen wird. Zu Hause ist sie im gesamten ehemals osmanischen und kaukasischen Raum, und um den Ursprung streiten drei Völker, obwohl der einzige schriftliche Beleg ins Kayseri des 17. Jahrhunderts führt. In Eriwan habe ich sie zum Frühstück im Omelett gegessen.

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Ararat: der armenische Brandy, den zu Hause alle Konjak nennen

Ararat ist der armenische Brandy aus Trauben der Araratebene, den zu Hause niemand anders als Konjak nennt - und die Europäische Union hat Armenien drei Millionen Euro dafür bezahlt, dass es bis 2043 damit aufhört. Was an Churchill und Stalin dran ist, warum in Eriwan zwei Brennereien mit einem einzigen Stammbaum stehen und wie die Verkostung von drei Altersstufen im Museum der Marke ausgegangen ist.

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Noy: der armenische Brandy, der früher Ararat hieß

Noy ist der zweite große Brandy aus Eriwan, der in den Kellern auf dem Gelände der einstigen Festung Eriwan reift. Seinen Namen nach dem biblischen Noah bekam er erst 2002, davor hieß das Produkt Ararat. Gegründet hat die Fabrik 1877 der Kaufmann Nerses Tairjan, berühmt gemacht hat sie der russische Kaufmann Schustow, der mit ihrem Cognac anonym den Grand Prix in Paris gewann.

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Armenischer Wein: Areni, Karas und der Streit um die Wiege des Weins

Das Etikett des armenischen Weins Karas verspricht 6.200 Jahre, und die Höhle Areni-1 liefert die Grundlage dafür - nur mit einem Haken, an den Georgien gern erinnert. Ich schreibe über die einheimischen Sorten Areni und Voskehat, über das tönerne Karas, das sich dem Wein geschmacklich nicht aufdrängt, über die Diaspora, die den Weinbau nach der Sowjetzeit wiederbelebt hat, und über drei Flaschen aus einem Laden in Eriwan für 3.500 bis 9.000 AMD.

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Tan: armenisches Salzgetränk aus Matsun-Joghurt

Tan ist ein armenisches Salzgetränk aus der mit Wasser verdünnten Sauermilch Matsun - der dünnere und säuerlichere Cousin des türkischen Ayran, ohne Schaum und gern auch mit Kohlensäure, Minze oder Gurke. Was sein Name bedeutet, warum Armenien und Georgien um Matsun streiten, wie sich Tan von Ayran und Doogh unterscheidet und was ein Glas hausgemachter Tan im Restaurant Lavash in Eriwan gekostet hat.

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Dschermuk: armenisches Mineralwasser aus dem Bergkurort

Dschermuk ist das bekannteste armenische Mineralwasser und zugleich eine Kurstadt in Wajoz Dsor, wo Hunderte heißer Quellen aus dem Boden treten. Das Wort dschermuk heißt auf Armenisch heiße Quelle; das Wasser daraus ist natriumhaltig, leicht salzig und stark kohlensäurehaltig und wird seit 1951 abgefüllt. In Restaurants in ganz Armenien kommt es in der kleinen Glasflasche auf den Tisch, in der Kolonnade in Dschermuk trinkt man es direkt aus der Quelle.

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Armenisches Bier: Kilikia, Gyumri und das Getränk, das Xenophon trank

Armenisches Bier ist heute fast ausnahmslos ein helles Lagerbier aus Wasser, Gerstenmalz und Hopfen, das im Land des Weins und des Brandys im Schatten steht, obwohl davon mehr produziert wird als Wein. Auf Armenisch heißt es Garedschur, wörtlich Gerstenwasser, und die älteste Beschreibung von Bier auf armenischem Boden stammt schon aus Xenophons Anabasis. Die größten Marken sind Kilikia, Kotayk und Gyumri.