Was isst man rund um die Welt? | Seite 67 von 70
Genny street food: Frittatina und frittiertes Neapel in Sorrent
Genny street food ist ein kleines Bistro mit frittierten neapolitanischen Spezialitäten an der Sorrentiner Via degli Aranci - Frittatine, Arancini, Crocché und Montanare nach neapolitanischem Vorbild. Die Frittatina, eine flache frittierte Scheibe aus Nudeln und Béchamel, hat es über die Grenzen Kampaniens kaum hinausgeschafft und ist in Sorrent ein offen eingestandener Import. In den Bewertungen gehört das Lokal von Gennaro und Rosa zu den bestbewerteten der Stadt.
Antica Gelateria Sorrentina: die familiengeführte Eisdiele in Sorrent
In der via Fuoro in Sorrent lockt ein älterer Herr in eine kleine Eisdiele, dazu ein Schild mit der Jahreszahl 1860. Belegen kann die Jahreszahl niemand, die verbürgte Geschichte ist aber schöner: Die Familie Gargiulo handelte hier einst mit Milch, und von der Milch war es zum Eis nur ein kurzer Schritt. Heute macht die dritte Generation das Eis, und das Aushängeschild ist die Crema amalfitana, eine Milchcreme mit Zitrone.
Pizzeria da Michele: der Sorrentiner Namensvetter der berühmten neapolitanischen Pizzeria
Da Michele - dieser Name gehört in der Welt der Pizza dem berühmten Neapel und einer Kette von mehr als siebzig Filialen von London bis Tokio. Die Sorrentiner gehört nicht dazu: Sie ist eine kleine Pizzeria und Rosticceria von Michele Sorrentino, ein paar Schritte von der Piazza Tasso, wo sich die Einheimischen ihre Kartons abholen. Anders als der neapolitanischen Familie genügt ihm sein eigener Vorname - vor Gericht muss er deshalb nicht.
Bar Nonna Emilia: Aperitif im Fischerviertel von Sorrent
Die Bar Nonna Emilia steht direkt an der Uferpromenade der Marina Grande, dem Fischerviertel von Sorrent, in das man noch in den fünfziger Jahren nur über Treppen hinunterkam. Zum Limoncello Spritz und zum Bellini gehören hier der Blick aufs Meer und auf die Fischer bei ihren Netzen - und dazu das Rätsel zweier Emilias, die in einer Straße seit fast achtzig Jahren für Gastfreundschaft stehen.
Limoncello: Zitronenlikör aus Sorrent und Amalfi
Limoncello sieht auf dem Etikett wie ein jahrhundertealtes Erbe aus, belegt ist seine Geschichte aber erst ab 1988, als sich auf Capri jemand die erste Marke eintragen ließ. Was für ein Likör das ist, warum das Kürzel IGP der Zitrone gehört und nicht der Flasche, worin sich die Sorrentiner und die Amalfitaner Version voneinander unterscheiden und wie eine Flasche schmeckt, die man vom Platz unterhalb des Doms in Amalfi mitbringt.
Restaurant Torna a Surriento: Trattoria in Sorrent, benannt nach einem neapolitanischen Lied
Ihren Namen hat sich die Trattoria vom berühmtesten Lied über Sorrent geliehen, gekocht wird bei ihr aber auf neapolitanische Art. Die Familientrattoria Torna a Surriento eröffnete 2017 ein Ehepaar aus Neapel in einer ruhigen Gasse unweit der Flaniermeile. Ich habe dort Ragù mit Polpette, Gnocchi alla sorrentina und Scialatielli probiert - und zur Rechnung passt das Motto "viel Musik für wenig Geld".
Saint-Aubin: der Sonntagsmarkt in Toulouse
Den besten Essenstipp für Toulouse bekamen wir beim Bier: Der Barkeeper schickte uns auf den Sonntagsmarkt Saint-Aubin. Rund um die Kirche treffen sich einmal pro Woche Käse aus den Pyrenäen, ein Kessel Aligot und Laibe Pain d'épices nach Gewicht - dazu ein Flohmarkt und Musiker. Ich nahm ein Brot mit Orangenschale mit und probierte Aligot.
Aligot: französisches Kartoffelpüree mit Käse
Aligot ist ein Kartoffelpüree aus der Hochebene Aubrac, in das fast ein halbes Kilo frischer Käse auf ein Kilo Kartoffeln kommt. Gerührt wird, bis der Kochlöffel ein Seil hinter sich herzieht. Wem er eigentlich gehört, wann die Kartoffeln ins Rezept kamen und wie die Portion mit Trüffel vom Sonntagsmarkt in Toulouse geschmeckt hat.
L'Air de Famille: ein Bistro in Toulouse mit Menü auf der Kreidetafel
L'Air de Famille ist ein kleines Familienbistro im Zentrum von Toulouse ohne feste Speisekarte - das Tagesmenü schreibt Küchenchef Georges Camuzet jeden Morgen mit Kreide auf eine Tafel, je nachdem, was der Markt hergibt. Michelin hat dem Bistro dafür den Bib Gourmand verliehen. Und ich erzähle, warum auf eine einzige Tafel das halbe Frankreich passt und wie wir uns sechs Gänge davon übersetzen ließen.
Restaurant Vrátnice, Český Krumlov: Mittagessen abseits der Touristenfallen
Český Krumlov besuchen jedes Jahr zwei Millionen Touristen, und das Zentrum ist voller Touristenfallen. Das Restaurant Vrátnice im Gebäude der ehemaligen Krankenhauspforte am Stadtrand war das Gegenteil: ein Lokal für Einheimische mit Mittagsmenü und einer Terrasse mit Blick auf das historische Zentrum. Im August 2024 hat es allerdings zugemacht - heute ist an seiner Stelle eine Selbstbedienungskantine.