Was isst man rund um die Welt? | Seite 66 von 70
Restaurant V Zátiší, Prag (2): Mittagsmenü
Das Restaurant V Zátiší ist ein elegantes Prager Lokal mit einer einzigartigen Verbindung aus tschechischer und indischer Küche. An Werktagen gibt es hier ein Mittagsmenü mit zwei oder drei Gängen zu einem unschlagbaren Preis. Das Lokal ist meist gut besucht, deshalb empfehle ich, vorher einen Tisch zu reservieren.
La Table 101: Bistronomie im Lyoner Viertel Part-Dieu
Mein bestes Mittagessen an einem Montag in Lyon habe ich nicht in einem Bouchon in der Altstadt gefunden, sondern unter Angestellten im Büroviertel Part-Dieu. Das bistronomische Restaurant La Table 101 führt seit 2012 das Ehepaar Delbergues, und der Guide Michelin hat ihm den Bib Gourmand verliehen. Mittagsformule, ein Amuse-Bouche gratis dazu und ein Soufflé, für das sich der Aufpreis lohnt.
Tain-l'Hermitage: ein Winzerdorf an der Rhône
Keine Stunde mit dem Zug von Lyon entfernt liegt ein Dorf, über dem sich einer der berühmtesten Weinhügel Frankreichs erhebt. Die Appellation Hermitage umfasst nur 135 Hektar und wurde schon 1816 in die erste Klasse eingestuft - im Dorf darunter wird trotzdem gratis und ohne Anmeldung verkostet. Dazu die Legende vom Einsiedler und ein Tipp, wie du beim Crozes-Hermitage sparst.
Le Tiroir: Lyoner Bistro mit dem Bib Gourmand des Guide Michelin
Der Bib Gourmand ist kein halber Stern, sondern eine eigene Auszeichnung des Guide Michelin für Küchen mit fairer Rechnung - und Le Tiroir, ein modernes Bistro im Lyoner Viertel Vaise, trägt ihn seit 2021. Auf dem Mittagsmenü, das je vier Vorspeisen, Hauptgänge und Desserts zur Auswahl stellt, treffen sich frittierter Saint-Marcellin, Flank Steak vom Rind und ein Rhabarberdessert.
Französischer Käse
Wie viele Käsesorten Frankreich hat, weiß nicht einmal Frankreich selbst - sogar das de Gaulle zugeschriebene Zitat kursiert mit mehreren verschiedenen Zahlen. Die Übersicht über den französischen Käse baue ich deshalb nach und nach auf und beginne mit dem Pérail: einem Weichkäse aus Schafsmilch aus dem Aveyron, der früher aus der Milch hergestellt wurde, die von der Roquefort-Produktion übrig blieb, und über dreißig Jahre auf die europäische Anerkennung wartete.
Bistro Ansámbl, Prag: entspanntes Fine Dining in der Krymská-Straße
Der Vater braut Bier, der Sohn kochte. Das Bistro Ansámbl in der Krymská-Straße im Prager Stadtteil Vršovice servierte moderne französisch-tschechische Küche im Stil eines entspannten Fine Dining, ein paar Schritte von der Bar der Familienbrauerei Bad Flash entfernt. Im Frühjahr 2022 war es für mich die Entdeckung des Jahres. Heute gibt es das Lokal nicht mehr; dieser Artikel ist die Erinnerung an zwei Abendessen, die es wert waren.
Les Halles in Clisson: eine hölzerne Markthalle aus dem 14. Jahrhundert
Die Markthalle Les Halles im französischen Clisson steht seit dem Ende des 14. Jahrhunderts, unter ihrem hölzernen Dachstuhl finden seit über sechshundert Jahren ununterbrochen Märkte statt. Sie hat sogar den Krieg in der Vendée überstanden, der den Rest der Stadt dem Erdboden gleichmachte. Die Atmosphäre saugst du am besten früh am Morgen auf, wenn die Halle noch fast leer ist und der Markt unter dem mittelalterlichen Dachstuhl erst in Gang kommt.
Sel de Guérande: von Hand geerntetes Meersalz aus der Bretagne
Das Salz aus Guérande wird an der französischen Atlantikküste bis heute von Hand geerntet, mit hölzernem Gerät und nur im Sommer. Das Kostbarste daran ist das Fleur de Sel - die zarte Salzblume, die man von der Oberfläche der gefluteten Becken zieht, bevor sie zu Boden sinkt. Rund um die Salzgärten kann man außerdem wandern: von den mittelalterlichen Mauern Guérandes über die Salzfelder bis ins Dorf Saillé.
Restaurant V Zátiší, Prag: Mittagsmenü
Das Restaurant V Zátiší ist ein renommiertes Prager Lokal mit einer Michelin-Empfehlung. Das Ostermenü, das ich diesmal probiert habe, bot italienische Ravioli mit Ricotta und Gorgonzola, als Hauptgang gab es langsam gegartes Lammkonfit mit Kartoffelpüree und Bärlauch. Für den süßen Schlusspunkt sorgte ein leichter Tapiokapudding mit Mangosorbet, inspiriert von der indischen Küche.
Delizia al limone: das Zitronendessert aus Sorrent und Amalfi
Die Delizia al limone ist ein Zitronendessert aus dem italienischen Kampanien: zwei Biskuithalbkugeln, mit Zitronencreme zusammengesetzt, mit Limoncello-Sirup getränkt und mit einer dicken Zitronenglasur übergossen. Erfunden hat sie 1978 der Sorrentiner Konditor Carmine Marzuillo, beinahe hätte sie Zitronenseufzer geheißen. Heute nimmt sie die ganze Küste von Sorrent über Amalfi bis Neapel für sich in Anspruch.