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Tipps für Essen auf Reisen | Seite 31 von 62

Spanien

Spanisches Bier: Glasgrößen, Sorten und Marken

Spanien trinkt sein Bier in kleinen Portionen, sehr kalt und nach dem Namen des Glases: Caña, Tubo, Jarra, im Baskenland Zurito. Aus dem Zapfhahn kommt fast immer das helle Lagerbier Rubia, und in Granada oder León gehört eine Tapa gratis dazu. Die sieben bekanntesten Marken von Mahou bis Estrella Galicia haben nur vier Eigentümer, und die drei Sterne auf den Etiketten verbindet nichts als das alte Zunftzeichen der Brauer.

Spanien

Níspero de Callosa: die Wollmispel aus der Provinz Alicante

Níspero de Callosa ist die Wollmispel von den Terrassen rund um das Städtchen Callosa d'en Sarrià in der Provinz Alicante, seit 1992 mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Die orangefarbene Frucht von der Größe einer Aprikose isst man frisch und geschält, sie hat saftiges süßes Fruchtfleisch und ein paar große Kerne. Der Baum stammt aus China, seinen Namen erbte er von der europäischen Mispel, und die Saison ist kurz - von April bis Ende Mai.

Spanien

Coca: flaches Gebäck aus Valencia, Katalonien und von den Balearen

Die Coca ist das flache Gebäck des katalanischsprachigen Teils Spaniens: Teig mit Belag obenauf oder zwischen zwei Platten, herzhaft wie süß, auf dem Blech gebacken. Ein einziges Wort umfasst die katalanische coca de recapte, die balearische coca de trempó und die Spezialitäten aus Alicante mit Thunfisch und Streuseln. Woher der Name kommt, was an der These von der Coca als Mutter der Pizza dran ist und wie sich drei Bäckereien in Alicante geschlagen haben.

Spanien

Herbero: der Kräuterlikör aus der Sierra de Mariola

Der Herbero ist ein Kräuterlikör aus der Sierra de Mariola an der Grenze zwischen den Provinzen Alicante und Valencia. In der Anisbasis mazerieren mindestens vier Bergkräuter, die oft direkt in der Flasche bleiben. Hergestellt wird er in sieben Gemeinden rund um das Gebirge, jede auf ihre Art - in Alcoy trocken, in Bocairent süßer. Nach dem Essen spendieren die Lokale in der Provinz Alicante ihren Gästen ein Gläschen davon zur Rechnung.

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Mercat Central d'Alacant: die Markthalle, in der Alicante einkauft und frühstückt

Die Markthalle von Alicante ist eine überdachte Halle von 1922 mit 292 Ständen auf zwei Etagen: unten der Fisch, oben Obst, Gemüse, Käse und Wurstwaren, dazwischen Bars, in denen am Vormittag ein zweites Mal gefrühstückt wird - mit Vermut. Aus der Provinz Alicante kommen Turrón, Fondillón, Garnelen aus Denia und Coca amb tonyina, der Jamón ist hier nur zu Gast. Die Uhr in der Vitrine steht seit Mai 1938 auf 11:19.

Spanien

Conservas: spanische Konserven als Delikatesse

Conservas sind in Spanien konservierte Fische, Meeresfrüchte und Gemüse, die die Bar am Tisch öffnet und als Tapas zum Preis eines Hauptgangs serviert. Spanien ist der größte Hersteller von Fischkonserven in der Europäischen Union, obwohl die Sardinendose in Frankreich erfunden wurde und die erste spanische Konservenfabrik nicht in Galicien stand. Warum eine Dose Miesmuscheln so viel kostet wie ein Abendessen und was der Chanchullo aus Novelda ist.

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Kalimotxo: der baskische Name für Wein mit Cola

Kalimotxo ist billiger Rotwein mit Cola, halb und halb, mit Eis und einer Zitronenscheibe - bei uns in Tschechien als houba bekannt. Wein mit Cola wurde in Spanien schon lange gemischt, den Namen gab ihm aber erst eine Clique aus Getxo, der im August 1972 zweitausend Liter Wein umkippten. Wie man den Kalimotxo auf baskischen Festen trinkt, warum er zwei Schreibweisen hat und wie er in der Sonne vor einer Bar in San Sebastián geschmeckt hat.

Spanien

Txakoli: der leicht perlende Weißwein aus dem Baskenland

Der Txakoli ist ein leichter, trockener und leicht perlender Weißwein von der baskischen Küste Spaniens, überwiegend aus der Rebsorte Hondarrabi Zuri. Der Name soll aus der Antwort der Bauern entstanden sein, sie hätten "gerade genug fürs Haus" gemacht, und 1982 waren im ganzen Baskenland nur noch 21 Hektar Rebfläche übrig. Heute trinkt man ihn kalt und jung, aus der Höhe eingeschenkt, damit er perlt, meist zu Pintxos.

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Gilda: baskischer Pintxo aus Olive, Sardelle und Peperoni

Die Gilda ist ein einfacher baskischer Pintxo: eine grüne Olive, ein Sardellenfilet und eine eingelegte Peperoni guindilla. Entstanden ist sie in der Weinstube Casa Vallés in San Sebastián, ihren Namen bekam sie nach dem Film mit Rita Hayworth, weil sie grün, salzig und ein bisschen scharf ist. Heute gibt es sie in Bars in ganz Spanien; man isst sie im Stehen, ganz auf einmal, zum Bier oder zum Vermut.

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Idiazabal: geräucherter Schafskäse aus dem Baskenland und Navarra

Idiazabal ist ein Hartkäse aus roher Milch baskischer latxa-Schafe, der mindestens zwei Monate reift und als einziger spanischer Käse mit geschützter Ursprungsbezeichnung geräuchert werden darf. Seinen Namen erhielt er nach einem Dorf unterhalb des Aralar-Gebirges, hergestellt wird er aber im ganzen Baskenland und in Navarra. Was von den angeblichen achttausend Jahren seiner Geschichte stimmt, warum er geräuchert wird und wie ein Laib aus dem spanischen Supermarkt schmeckte.