Tipps für Essen auf Reisen | Seite 33 von 62
Brauerei Svijany: unpasteurisiertes Bier aus dem Isertal
Die Brauerei, die die neuen englischen Eigentümer in den neunziger Jahren schließen wollten, ist heute die größte unabhängige Brauerei in rein tschechischer Hand. Svijany braut alle Biere ohne Pasteurisierung, einen Teil des Saazer Hopfens baut die Brauerei selbst an, und die dunkle Kněžna sammelt zusammen mit dem alkoholfreien Vozka seit zwanzig Jahren Medaillen. Im Regal greife ich am häufigsten zu ihrem Weizen.
Brauerei Zíchovec: Familienbier vom ehemaligen Panzerschießplatz
Die Familienbrauerei Zíchovec fing 2012 in einem winzigen Dorf an der Grenze zwischen den Regionen um Kladno und Louny an, heute braut sie rund 130 Biersorten im Jahr. Das Lagerbier Krahulík trägt den Namen eines Bürgermeisters aus Zíchovec, das Spezialbier Magor verdankt seinen Namen der Reaktion, die sich die Familie auf ihr Vorhaben anhören musste. Dazu Portweinfässer und der Grund, warum du zum bitteren Hotline greifen solltest.
IKEA Restaurant: der unscheinbare Mittagsriese
IKEA ist auch in der Gastronomie ein Riese. Auf der Karte dominieren die legendären Köttbullar mit Sauce und Kartoffelpüree, dazu kommen Gerichte mit Lachs, in Tschechien gibt es sogar gegrillten Hermelín. Ergänzt wird das Angebot durch Desserts, Kaffee und weitere Getränke. Das Essen kannst du dir auch einpacken lassen.
Khorovats: armenisches Grillfleisch
Khorovats ist die armenische Art, Fleisch über Holzkohle zu grillen: Stücke von Rind, Lamm, Schwein oder Hähnchen, mit Zwiebeln vermengt, auf Spieße gesteckt und auf Lavash-Brot mit frischen Kräutern serviert. Das Wort heißt schlicht "gegrillt", deshalb gibt es auch ein Khorovats aus Gemüse; ohne Fleisch vom Mangal kommt in Armenien keine Feier aus.
Tjvjik: armenische gebratene Leber mit Zwiebeln
Tjvjik ist armenische gebratene Leber mit Zwiebeln, die heute meist zusätzlich in Tomaten geschmort wird. Seinen Namen hat das Gericht von dem Geräusch, das es in der Pfanne macht; mit demselben Wort bezeichnen die Armenier ein Zappelkind. 1961 drehten sie darüber eine Komödie, deren Handlung sich um ein einziges Stück Rinderleber dreht. Wo überall ähnliche Leber gebraten wird, wie man Tjvjik isst und was es in Eriwan gekostet hat.
Tolma: gefüllte Weinblätter auf armenische Art
Weinblätter um Hackfleisch mit Reis gewickelt, geschmort und mit dem Knoblauchjoghurt Matsun serviert - die Tolma ist eines der wichtigsten Gerichte der armenischen Tafel und eines, um das sich die ganze Region streitet. Ich erkläre, warum das Tolma-Festival nach einem Wort benannt ist, das die Sprachwissenschaft nicht anerkennt, worin sich die armenische Version von der türkischen unterscheidet, und beschreibe die Tolma aus Rinderfilet im Eriwaner Lavash.
Mantapur: gebackene Manti in armenischer Brühe
Mantapur ist eine armenische Suppe aus Manti - kleinen Teigtaschen mit Rinderhack und Zwiebeln, die halb Asien kennt, die aber nur die armenische Küche goldbraun backt und mit Hühnerbrühe und Joghurt übergießt. Mich hat die gebackene Variante gepackt: vom Kochbuch aus Merzifon von 1914 bis auf die Speisekarte des Restaurants Anteb in Eriwan.
Ishkhan: die endemische Forelle aus dem Sewansee
Ishkhan ist ein Lachsfisch, der in freier Natur nur im armenischen Sewansee lebt. Auf Armenisch bedeutet der Name Fürst, und der Fisch verdankt ihn seinem Aussehen, dem feinen Fleisch und seinen Ansprüchen an sauberes Wasser. Der Fischfang im See ist seit 1978 verboten, was auf dem Teller landet, stammt aus Brutanstalten - deshalb steht er im Roten Buch und wird in den Restaurants am See trotzdem ganz selbstverständlich gekocht. Gegessen habe ich ihn gedämpft, am Ufer des Sewansees.
Voloran: gebratene Auberginenröllchen mit Gemüsefüllung
Voloran heißt im armenischen Wörterbuch Kurve, auf dem Teller ist es eine gebratene Auberginenscheibe, um bissfeste Karotte und Paprika gerollt. Das Auberginenröllchen gehört dem ganzen Südkaukasus und der ehemaligen Sowjetunion, nicht einem einzigen Land - Georgien füllt es mit Walnüssen, die Türkei mit Fleisch und Eriwan mit Gemüse. Es ist eine kalte Vorspeise, die vor dem Fleisch auf den Tisch kommt.
Zhengyalov hats: der armenische Fladen voller roher Kräuter
Zhengyalov hats ist ein armenischer Fladen aus hauchdünn ausgerolltem, ungesäuertem Teig, in dem ein Berg roher, gehackter Kräuter gart - von Brennnessel und Sauerampfer bis Koriander und Veilchenblüten. Er stammt aus Arzach und dem Süden der Provinz Sjunik, heute wird er in ganz Armenien verkauft. Ohne Fleisch, Käse und Eier, mit einem einzigen Geheimnis: auf der Wiese zu erkennen, was hineingehört.