Street Food | Seite 5 von 7
Markthalle im Bahnhof Victoria: Street Food im neuen Terminal von Port Louis
Die Markthalle im Bahnhof Victoria liegt im Victoria Urban Terminal, dem Verkehrsknoten im Zentrum von Port Louis, von dem aus die Busse in den Süden und Westen von Mauritius fahren und der Metro Express nach Quatre Bornes und Curepipe. Unter einem Dach mit dem Bahnhof gibt es Obststände, Verkaufsfenster mit Dholl puri, Roti und Gâteaux piments für unterwegs und einen Supermarkt.
Mine frit: gebratene Nudeln aus Mauritius
Die Mine frit sind dünne Weizennudeln, im Wok mit Fleisch, Gemüse und Omelettstreifen gebraten, abgeschmeckt mit Soja- und Austernsauce. Nach Mauritius brachten sie chinesische Einwanderer, und die Insel hat daraus ihr Alltagsgericht schlechthin gemacht: Es gibt sie an Imbissständen, in Strandbistros und in Restaurants. Das benachbarte La Réunion kennt dasselbe unter dem Namen Sauté de mines.
Nam Wah Snack: chinesisch-mauritisches Bistro in Flic en Flac
Nam Wah Snack ist ein kleines chinesisch-mauritisches Bistro an der Küstenstraße in Flic en Flac: eine Theke, ein Wok und ein paar Tische unter Ventilatoren. Gebratene und gekochte Nudeln, gebratener Reis und Bol renversé werden hier erst nach der Bestellung zubereitet, die Wontons schwimmen in klarer Hühnerbrühe, und die frittierten Häppchen sind nach zwei Uhr meist vergriffen. Bezahlt wird nur bar.
Sabich: das irakische Sandwich mit Aubergine und Ei
Sabich ist eine Pita, gefüllt mit gebratener Aubergine, hartgekochtem Ei, Tahini und der Mangosoße Amba. Erfunden haben es irakische Juden in Israel - entstanden ist es 1961 an einem Stand in Ramat Gan, benannt nach seinem ersten Verkäufer. Heute gilt es in Israel als Nationalsandwich, und in Jerusalem gibt es ein koscheres Bistro, das nichts anderes serviert.
Bourekas: gefülltes Gebäck aus Blätterteig
In einer israelischen Bäckerei erkennst du die Füllung an der Form: Das Dreieck steht für Käse, das Viereck für Kartoffeln. Bourekas, gefüllte Teigtaschen aus zartem Blätterteig, brachten sephardische Juden aus dem Osmanischen Reich nach Israel - samt einem Namen, der grammatisch eine Mehrzahl ist. Und in Jerusalem gibt es ein Bistro, das seit 1959 nichts anderes macht.
Mahane-Yehuda-Markt: der Markt, der sich vor dem Schabbat verwandelt
Der Mahane-Yehuda-Markt ist der wichtigste Markt Westjerusalems: über 270 Stände mit Oliven, Gewürzen und Halva, dazwischen Bistros und Bars. Seinen Namen hat er sich vom Nachbarviertel geliehen, zu dem er nie gehört hat, und seine ganze Woche läuft auf den Freitagnachmittag zu - auf den Ausverkauf vor dem Schabbat, nach dem sich die überfüllten Gassen binnen weniger Minuten leeren. Ich war dabei.
Pizzeria Timilia: Pizza aus altem Weizen in Palermo
Ihren Namen verdankt die Pizzeria Timilia an der Via Maqueda in Palermo keinem Nachnamen, sondern der alten sizilianischen Weizensorte Tumminia - aus ihr setzt das Lokal alle seine Teige an. Gebacken wird hier Pizza in teglia: vom Blech, nach Stück und nach Gewicht verkauft, kurz vor dem Servieren aufgewärmt. Was für ein Format das ist, woher es kommt und was die zwei Stücke gekostet haben, die ich mir aus der Vitrine ausgesucht habe.
Bistro Sfrigola: Arancini in Palermo, erst auf Bestellung frittiert
Street Food, auf das man wartet: Die palermitanische Bistrokette Sfrigola frittiert Arancini erst im Moment der Bestellung und hat die gesamte Produktion hinter Glas verlegt. Wer hinter dem Lokal steckt, das nach dem Geräusch von brutzelndem Fett benannt ist, warum die Arancina bei ihnen immer eine Frau ist und wie meine Variante mit Porchetta, Käse und eingelegten Steinpilzen geschmeckt hat.
Sfincione: hoher Hefefladen aus Palermo mit Zwiebeln und Sardellen
Der Sfincione ist ein hoher, schwammig aufgegangener Fladen aus Palermo, auf dem geschmorte Zwiebeln, Tomaten, Sardellen und Semmelbrösel mit Käse liegen und den nicht einmal die Italiener zwischen Pizza und Focaccia einordnen können. Den Namen "sizilianische Pizza" gab ihm erst Amerika. Woher er kommt, warum er ursprünglich ohne Tomaten auskam und wie er vom Verkaufswagen am Markt del Capo geschmeckt hat.
Sarde a beccafico: sizilianische Sardinen, gefüllt mit Semmelbröseln und Rosinen
Sarde a beccafico sind sizilianische Sardinen, wie ein Buch aufgeklappt, gefüllt mit gerösteten Semmelbröseln, Rosinen und Pinienkernen und mit dem Schwänzchen nach oben gebacken, damit sie an den Vogel erinnern, nach dem sie heißen. Palermo backt sie, Catania frittiert sie mit Käse, Messina schmort sie in Tomaten. Gekauft habe ich sie auf den Märkten del Capo und Ballarò, zwei Stück für einen Euro.