Street Food | Seite 4 von 7
Boulettes: gedämpfte Klößchen aus Mauritius
Boulettes sind kleine Klößchen aus Fisch, Fleisch, Garnelen oder geriebener Chayote, im Dampf gegart und stückweise aus Töpfen vor den Bistros auf ganz Mauritius verkauft. Der Name ist französisch, der Ursprung liegt bei den Hakka, und die typischste Variante, Niouk yen, würde in China niemand erkennen. Gegessen werden sie zu Nudeln, mit klarer Brühe übergossen oder trocken mit Chilipaste und Frühlingszwiebeln.
Kot Ti Baz: Omas Bistro mit Farata in Flic en Flac
Das winzige Bistro Kot Ti Baz an der Coastal Road in Flic en Flac hat eine Großmutter eröffnet, nachdem ihr Enkel ihr immer wieder gesagt hatte, er habe Hunger. Mit einem Kühlschrank und einem Gaskocher macht sie Farata, gebratene Nudeln und Curry, vor der Tür garen Boulettes im Dämpftopf. Auf Google Maps brauchst du das Lokal nicht zu suchen - erkennen kannst du es am Schild und am handgeschriebenen Menü.
Dholl puri: mauritisches Fladenbrot mit gelber Erbsenfüllung
Dholl puri ist ein dünnes Fladenbrot mit einer Füllung aus gelbem Erbsenmus, das mit indischen Arbeitern nach 1834 nach Mauritius kam - trocken gebacken, obwohl sein Name auf frittiertes Gebäck verweist. Es wird stückweise in Papier verkauft, mit Bohnencurry, Rougaille und eingelegtem Gemüse. In Port Louis wird es am Straßenstand in zwanzig Sekunden zusammengestellt.
Fruit confit: Ananas mit Chili und eingelegte Mango
Auf mauritischen Märkten wird Obst anders verkauft, als man es von zu Hause gewohnt ist: Frische Ananas bekommt Chili obendrauf, unreife Mango landet in einem Sud aus Essig mit Salz und Zucker. Die Spezialität heißt Fruit confit, auf Kreolisch konfi. Eine Tüte für ein paar Cent mischt man dir auf dem Markt in Port Louis und an den Stränden zusammen; praktisch dasselbe wird auch auf der Schwesterinsel Réunion verkauft.
Riz frit: gebratener Reis auf mauritische Art
Riz frit ist gebratener Reis auf mauritische Art: gekochter Reis vom Vortag, im Wok geschwenkt mit Ei, Hähnchenfleisch oder Garnelen, Gemüse und Sojasauce. Auf die Insel gebracht haben ihn chinesische Einwanderer, heute kochen ihn Imbisse, Schulkantinen und Restaurants. Warum er nicht nach Kanton benannt ist, worin er sich von seinen Verwandten unterscheidet und wie er in Flic en Flac schmeckte.
Hakien: das zweimal frittierte Röllchen aus Mauritius
Hakien ist ein mauritisches frittiertes Röllchen aus gehacktem Hühnerfleisch oder Garnelen und Gemüse, das in flüssigen Teig getaucht und zweimal hintereinander frittiert wird, sodass es eine dicke, wellige Kruste bekommt. Auf die Insel gebracht haben es die Hakka-Chinesen, nach denen es auch benannt ist; heute gehört es zum verbreitetsten Street Food auf Mauritius.
Bistro Ti Kabann: Strandbude mit gebratenen Nudeln in Flic en Flac
Auch in einem Badeort kann man gut essen - man muss sich mittags nur dort anstellen, wo die Einheimischen stehen. Die Strandbude Ti Kabann an der Straße von Flic en Flac nach Wolmar reicht gekochte und gebratene Nudeln für gut hundert Rupien aus dem Fenster. Der Name bedeutet Kleine Hütte und passt bis zum letzten Nagel; auf Google Maps brauchst du sie allerdings nicht zu suchen - die verlässlichere Koordinate ist die Schlange.
Piment farci: gefüllte Paprika nach mauritischer Art
Piment farci ist ein frittiertes Häppchen, das sich Mauritius mit Réunion teilt: eine ganze, leicht scharfe Paprika, längs eingeschnitten, von den Kernen befreit und mit gewürztem Fleisch oder Thunfisch mit Chayote gefüllt, in Teig getaucht und goldbraun frittiert. Sie wird stückweise verkauft, als herzhafter Snack zum Bier.
Frische Kokosnuss: Saft und Fruchtfleisch aus der jungen Nuss
Die frische Kokosnuss ist die junge grüne Frucht der Kokospalme, die an den Stränden und auf den Märkten von Mauritius als Getränk und als Speise zugleich verkauft wird: Der Verkäufer öffnet sie mit der Machete, du trinkst den klaren Saft und gehst mit der leeren Nuss zurück, um dir das weiße Fruchtfleisch zu holen. Ihren Namen hat die Kokosnuss von einem portugiesischen Schreckgespenst, die Insel voller Palmen importiert ihre Nüsse aus Madagaskar, und das Fruchtfleisch der jungen Frucht schmeckt ganz anders als getrocknete Kokosraspeln.
Zentralmarkthalle in Port Louis: der Basar der Hauptstadt von Mauritius
Die überdachte Markthalle im Zentrum von Port Louis verkauft seit 1845 Obst, Gemüse, Gewürze und Fisch - die verzierten gusseisernen Tore kamen damals per Schiff aus Glasgow. Die Haupthalle duftet nach Kräutern und Masala, die Nebenhallen gehören Fleisch und Fisch, und in einem eigenen Gebäude mit kleinen Bistros wird Alouda ausgeschenkt. Am vollsten ist es samstags; gehandelt wird nur oben bei den Souvenirs.