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Street Food | Seite 3 von 7

Polen

Zapiekanki: überbackenes Baguette von polnischen Imbissständen

Die Zapiekanka ist polnisches Fast Food vom Imbissstand: ein der Länge nach halbiertes Baguette, überbacken mit Champignons und Käse, obendrauf Ketchup oder Knoblauchsoße. Sie tauchte in den 1970er Jahren unter Edward Gierek auf, eroberte in den Krisenjahren der 1980er die Straßenstände und rettet bis heute hungrige Nachtschwärmer. Die Größe wählt man in Zentimetern, gern auch einen halben Meter.

Armenien

Lahmajun: die armenische Pizza mit Wurzeln in Aleppo

Lahmajun ist ein dünnes, knuspriges Fladenbrot, bestrichen mit einer rohen Mischung aus Hackfleisch, Tomaten, Paprika und Zwiebeln und bei starker Hitze gebacken. Die Armenier nennen es armenische Pizza, obwohl der Name arabisch ist und das Gericht erst in den 1960er-Jahren mit Rückkehrern aus dem syrischen Aleppo nach Armenien kam. Gegessen habe ich es im Eriwaner Restaurant Anteb, wo der Teig papierdünn war.

Italien

Panzerotti: frittierte Teigtaschen aus Bari

Panzerotti sind frittierte Taschen aus Hefeteig, gefüllt mit Tomaten und Mozzarella - Street Food aus Bari, das unter demselben Namen auch im benachbarten Matera frittiert wird. Ihren Namen haben sie vom Bauch, der sich im Öl aufbläht, die Legende von der Entstehung im sechzehnten Jahrhundert scheitert an der Tomate, die damals in Apulien noch niemand aß, und in Matera werden sie zusätzlich in Semmelbröseln paniert.

Mauritius

Gato arouille: frittierte Tarobällchen aus Mauritius

Der Gato arouille ist ein mauritisches frittiertes Bällchen aus roh geriebenem Taro, gewürzt mit Ingwer, Salz, einer Prise Zucker und Sojasauce. Verkauft wird er heiß und stückweise als gajak, als Straßensnack zum Bier. Knusprige Oberfläche, weiches faseriges Inneres - und eine Zutat, für die die Köchin beim Reiben Handschuhe anzieht, weil sie roh auf der Haut brennt.

Mauritius

Roti und Farata: mauritische Fladenbrote mit Curry-Füllung

Roti und Farata sind die zwei häufigsten Fladenbrote von Mauritius: das glatte, runde Roti und die blättrige, viereckige Farata, beide auf der heißen Eisenplatte gebacken, mit Curry gefüllt und in Papier gewickelt. Nach 1834 brachten sie indische Vertragsarbeiter mit, zur Rolle machte sie erst die Insel. Gegessen habe ich sie in den Strandbistros von Flic en Flac - vegetarisch für 20 MUR (0,40 EUR), mit Fleisch für 50 - 70 MUR (1 - 1,40 EUR).

Mauritius

Mine bouillie: gekochte Nudeln aus Mauritius

Die Mine bouillie sind gekochte Eiernudeln mit Fleisch und Gemüse, das bescheidenste Gericht der chinesischen Einwanderer auf Mauritius. Hinter dem einen Namen verbergen sich zwei Varianten - trockene Nudeln mit Sauce und Ei oder Nudeln in klarer Ingwerbrühe - und welche du bekommst, entscheidet das Bistro. Dan hat sie in Flic en Flac gegessen und erklärt, warum trotz des französischen Namens kein Brei dahintersteckt.

Mauritius

Bistro Farata Aka Vinoda: Farata direkt am Strand von Flic en Flac

Ein Stand mit Blechdach am Strand von Flic en Flac hat bei Google eine Bewertung, für die sich manches Restaurant nicht schämen müsste. Farata Aka Vinoda füllt frische Farata mit allem von Gemüse bis Oktopus, die Schlange rückt mittags schnell vor, und die Preise bleiben dieselben wie in Lokalen weit weg von den Touristenstränden.

Mauritius

Tekwa: süße mauritische Teigtasche mit gelben Spalterbsen

Tekwa ist eine mauritische frittierte Teigtasche aus dünnem Teig, gefüllt mit einer süßen Masse aus gemahlenen gelben Spalterbsen, Zucker und Fenchel, oft auch mit Kokos. Den Namen brachten im 19. Jahrhundert indische Arbeiter aus Bihar mit, die Füllung dagegen ist eine Erfindung der Insel. Verkauft wird sie warm in der Tüte auf den Märkten, gegessen wird sie aus der Hand, meist als Snack zum Nachmittagstee.

Mauritius

Gâteaux piment: das frittierte Bällchen aus gelben Spalterbsen von Mauritius

Das frittierte Bällchen aus zerstoßenen gelben Spalterbsen, Chili und Curryblättern ist das am weitesten verbreitete Street Food auf Mauritius. Auf Französisch ist es nach einem Kuchen benannt, auf der Nachbarinsel Réunion nach einem Bonbon - und die Wahrheit sagt keiner der beiden Namen. Auf die Insel brachten es im 19. Jahrhundert indische Arbeiter, gegessen wird es zu jeder Tageszeit, am besten heiß und gern auch ins Baguette mit Butter gedrückt.

Mauritius

Markt von Quatre Bornes: Kleidermarkt und Street Food auf Mauritius

Der Markt von Quatre Bornes ist ein Stadtmarkt auf dem Hochplateau von Mauritius: mittwochs und samstags eine Lebensmittelhalle, donnerstags und sonntags der bekannteste Kleidermarkt der Insel und die ganze Woche über ein Food Court mit kleinen Bistros und Ständen, die Dholl puri, Gâteaux piment oder Tekwa. Auf den Markt kommen die Einheimischen aus der Umgebung, Touristen sind selten und das Essen ist billig.