Street Food | Seite 7 von 7
Dondurma: türkisches Eis, das man mit dem Messer schneidet
Dondurma heißt auf Türkisch einfach Eis, doch die berühmte aus Kahramanmaraş ist anders als alle anderen: Sie wird mit Salep aus den Knollen wilder Orchideen angedickt und hält so fest zusammen, dass man sie in Konditoreien mit Messer und Gabel serviert. Straßenverkäufer haben aus diesem Zusammenhalt ein Schauspiel gemacht - sie reichen dem Kunden die Waffel an einem langen Stab und nehmen sie ihm gleich wieder weg.
Tantuni: würziges Fleisch in Baumwollsamenöl
Tantuni ist ein traditionelles türkisches Gericht aus fein gehacktem Rind- oder Hähnchenfleisch, das zuerst kurz gekocht und dann in speziellem Baumwollsamenöl gebraten wird. Serviert wird Tantuni meist in dünnem Lavaş oder in einem türkischen Baguette. Dazu gehören scharfe Peperoni, Zitrone und ein erfrischender Ayran. Das Gericht stammt aus der Stadt Mersin.
Halka tatlısı: frittierter türkischer Teigring in Sirup
Halka tatlısı ist eine türkische Straßensüßigkeit: ein geriffelter Ring aus frittiertem Teig, der heiß aus dem Öl direkt in den kalten Zuckersirup Şerbet wandert. Es gibt ihn an Wagen mit gläserner Vitrine und nach Gewicht in Konditoreien, und die Version aus Adana trägt seit 2020 eine eigene geografische Angabe samt amtlicher Rezeptur. Derselbe Teig wie bei der Tulumba, nur eine andere Form - außen knusprig, innen voller Sirup.
Kokoreç: traditionelles türkisches Street Food aus Lammdärmen
Kokoreç ist ein traditionelles türkisches Gericht aus Lamm- oder Hammeldärmen, die um einen Metallspieß gewickelt und langsam über Holzkohle gegrillt werden. Danach wird das Fleisch klein gehackt, gewürzt und meist in einem frischen Baguette serviert. Es gibt auch eine scharfe Variante, das "Atom Kokoreç". Kokoreç ist ein Paradebeispiel für traditionelles türkisches Street Food, besonders beliebt in Istanbul.
Kumpir: türkische gefüllte Ofenkartoffel
Kumpir ist ein türkisches Street-Food-Gericht aus einer großen Ofenkartoffel: Das heiße Innere wird direkt in der Schale mit Butter und Kaşar-Käse zu Brei verrührt, obendrauf kommen Füllungen nach Wahl, vom Russischen Salat bis zu eingelegtem Gemüse. Die berühmtesten Stände stehen im Istanbuler Viertel Ortaköy; das Wort Kumpir selbst ist aus dem deutschen Wort Grundbirne über den Balkan ins Türkische gewandert.
Balık ekmek: das türkische Fischsandwich
Balık ekmek ist ein beliebtes türkisches Street Food. Es ist gegrillter Fisch in einem halben Weißbrot. Diese Spezialität gehört untrennbar zu Istanbul und den Ufern des Bosporus. Die Hauptzutaten sind fette Makrele und weiches Brot. Dazu kommen frische Zwiebeln, Salat und Zitronensaft. Zubereitet wird es direkt auf der Straße auf dem Grill, vor den Augen der Kundschaft.
Cachorrinho: der portugiesische Hotdog
Man nennt ihn den portugiesischen Hotdog, dabei hat er mit einem klassischen Hotdog fast nichts gemeinsam. Der Cachorrinho ist der Biersnack aus Porto - ein Sandwich mit zwei Würsten und geschmolzenem Käse, in kleine Häppchen geschnitten. Die bekannteste Adresse ist die Bierkneipe Gazela, die Anthony Bourdain in Parts Unknown berühmt gemacht hat.
Bifana: das portugiesische Schweinefleisch-Sandwich
Die Bifana sieht bescheiden aus: ein paar dünne Scheiben Schweinefleisch in einem Papo-seco. Trotzdem gehört sie zu den typischen Gerichten Portugals - vom Land im Alentejo hat sie sich von Lissabon bis Porto ausgebreitet, und das Rezept für ihre Sauce hütet jedes Lokal für sich. Was der Name mit dem Rind zu tun hat, woher sie kommt und warum man bei Conga in Porto nicht sofort hineinbeißen sollte.
Genny street food: Frittatina und frittiertes Neapel in Sorrent
Genny street food ist ein kleines Bistro mit frittierten neapolitanischen Spezialitäten an der Sorrentiner Via degli Aranci - Frittatine, Arancini, Crocché und Montanare nach neapolitanischem Vorbild. Die Frittatina, eine flache frittierte Scheibe aus Nudeln und Béchamel, hat es über die Grenzen Kampaniens kaum hinausgeschafft und ist in Sorrent ein offen eingestandener Import. In den Bewertungen gehört das Lokal von Gennaro und Rosa zu den bestbewerteten der Stadt.
Gogoși: rumänische Krapfen in Handtellergröße
Gogoși sind rumänische Hefekrapfen, die Bäckereien von der schlichten Version mit Zucker über Marmelade und Schokolade bis zur salzigen Füllung aus Käse mit Dill anbieten. Sie gehören zur mitteleuropäischen Familie von Krapfen, fánk und Pączki, tragen in den Regionen Rumäniens vier verschiedene Namen, und dasselbe Wort bedeutet im Rumänischen auch Lüge. In Sibiu habe ich sie frisch ausgebacken gegessen, bevor es per Mitfahrgelegenheit nach Cluj-Napoca ging.